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Donnerstag, 14. Januar 2021

Hofbrief: KW 2 - Winterarbeiten, Käsereistelle, Kuhmilchprodukte

Zu tun gibt es auch Anfang Januar genug auf dem Hof. Zunächst die Routinearbeiten – Tiere versorgen, Gemüse ernten, Brot backen und die Vermarktung. Die Lammzeit ist arbeitsreich – Geburten begleiten und schwächere Lämmer versorgen – auch mal abseits des nine-to-five-Arbeitstages.

Dann müssen aufgeschobene Reparaturen an den Maschinen und Renovierungsarbeiten an den Gebäuden erledigt werden. Bis Ende Februar dürfen wir Hecken und Kopfbäume schneiden und im Wald Bäume fällen, um Brennholz einzulagern. Die Gemüseanbau-Planung sollte auch bis Februar fertig sein – die ersten Aussaaten beginnen bald.
Ein wenig Zeit bleibt doch noch, um sich weiterzubilden, Abläufe zu durchdenken oder auch für die Planung größeren Bauvorhaben wie des neuen Bewässerungssystems – und dann ist die dunkle Jahreszeit schnell rum...

Für die frei werdende Käsereistelle war diese Woche noch eine zweite Bewerberin zum Kennenlernen und Mitarbeiten auf dem Hof. Da unsere Milchschafe im Moment trocken stehen, haben wir noch einmal Kuhmilch vom Biolandbetrieb Brockmann-Könemann aus Greven geholt, um die Käserei auch in Betrieb zeigen zu können. Entstanden ist eine Menge Kuhmilch-Frischkäse, -Camembert und -Taler – eine willkommene Bereicherung für die Ernteanteile im Winter.

Dienstag, 25. August 2020

Hofbrief: KW 35 - Düngung, Lebensmittel vom Tier, Obsternte


Die alten Landwirte wussten es noch: Die Wiese ist die Mutter des Ackers. Als wesentliches Merkmal der biodynamischen Landwirtschaft wird der möglichst geschlossene Betriebskreislauf angestrebt – die flächengebundene Tierhaltung liefert den Dünger für den Ackerbau. Zum Gärtnerhof Entrup gehört die Milchschafherde. Und zu jedem Milchschaf gehören auch die Lämmer. Die Milch als Rohstoff für die leckeren Schafkäsesorten gibt es nur, wenn die Schafe im Frühjahr neue Lämmer bekommen.
Damit wären wir beim Thema: Zur Milcherzeugung gehört die Fleischerzeugung unmittelbar dazu – bei uns auf dem Hof nicht als schnelle Mast mit Getreide, sondern als wesensgemäße Haltung auf der Weide.
Während die Milchprodukte nach wie vor reißenden Absatz finden, haben wir zunehmend
Schwierigkeiten, das Lammfleisch zu einem kostendeckenden Preis zu vermarkten.
Was tun? Sollen wir die Aufzucht der Lämmer über den Käsepreis subventionieren? Oder die Tierhaltung abschaffen und damit unsere Düngungsgrundlage?
Gerne diskutieren wir mit Euch darüber – z.B. bei den Hofrundgängen an Erntedank (s.u.).
Die ersten Birnen werden reif – sowohl am Hof als auch auf unserer Streuobstwiese in Kümper. Gerne dürft Ihr zum Pflücken kommen. Am Hof gibt es eine Leiter und auch Obstpflücker mit Stiel, in Kümper ist eine Leiter zur freien Verfügung im großen Schuppen deponiert.
Beachtet bitte auch die Ackertage Anfang September (s.u.)!
Termine:
  • Sa., 5. September, 10 – 13 Uhr: Ackertag „Obsternte“
    Streuobstwiesen erhalten durch Nutzung: Wir pflücken das Tafelobst und schütteln die Früchte für den leckeren Apfelsaft herunter.
    Anmeldung erforderlich: https://terminplaner.dfn.de/PBoDQ48QP53kXTYt
  • Sa., 12. September, 10 – 13 Uhr: Ackertag „Obsternte“
    Anmeldung erforderlich: https://terminplaner.dfn.de/PBoDQ48QP53kXTYt
  • So., 27. September, 11 Uhr: Hofrundgänge zum Erntedank
    Heu- und Getreideernte sind getan, im Gemüsebau beginnt die große Herbsternte des Lagergemüses - traditionell ein Zeitpunkt um Dank zu sagen für die Früchte des Sommers.
    Wir bieten am So., 27. September parallel mehrere
    Hofrundgänge in kleinen Gruppen an - für einen Blick hinter die Kulissen des heilen Lebens auf dem Lande. Es gibt Hintergrundwissen zu unserer Wirtschaftsweise und einen Bericht von den Herausforderungen und Freuden dieses Anbaujahres.
    Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und
    eine verbindliche Anmeldung zwingend erforderlich: https://terminplaner.dfn.de/JFNPHg68EdAR4MJG

Donnerstag, 21. März 2019

Hofbrief: KW 12


Am Mittwoch begann astronomisch betrachtet der Frühling vom Wetter passt es!
Die
Wintergemüsevorräte im Lager und auf dem Feld schwinden und manche lieb gewonnene oder auch verhasste Gemüseart wird man demnächst verabschieden dürfen. Rettich und Zwiebeln sind verbraucht, Rosen- und Grünkohl nur noch in Kleinstmengen für das eine oder andere Depot verfügbar, und auch von Feldsalat und Postelein müssen wir uns bald verabschieden.
Die Vielfalt der Milchprodukte mehrt sich aber bereits wieder – immer mehr Lämmer sind alt genug, um von Heu allein satt zu werden, sodass der Hofkäserei von Tag zu Tag mehr Milch zur Verfügung steht. Außerdem sind noch einige Jungschafe aus dem Vorjahr übrig – es wird also noch einige Male Fleisch geben.
Die
Folientunnel sind reich bepflanzt mit Frühjahrskulturen wie Stielmus, Spinat, Mangold, Salate, Radies, Kohlrabi, Fenchel und Spitzkohl. Das Anzuchtgewächshaus ist voll mit tausenden von Setzlingen für die ersten Pflanzungen auf dem Acker. Auch wenn der Boden noch recht feucht ist von den Niederschlägen der letzten Wochen, wollen wir spätestens Ende des Monats mit Pflanzungen und Aussaaten im Freiland starten; bis dahin müssen aber noch einige Bearbeitungsschritte passieren:
Die winterlichen Pflugschollen werden mit Egge und Schleppe zerkleinert und der Acker eingeebnet. Einige Flächen sind ungepflügt in den Winter gegangen, was jetzt eilends nachgeholt werden muss. Wo sich der Boden durch die Winterniederschläge zu sehr gesetzt hat, lockern wir ihn mit dem Grubber wieder auf. Außerdem ziehen die Pferde den Miststreuer, um noch die letzten Wiesen mit reifem Gartenkompost zu düngen.
Eine Besonderheit im biologisch-dynamischem Anbau sind die Präparate:
Diese Woche wurde das selbst hergestellte Hornmistpräparat ausgebracht – zur ersten Bodenbearbeitung auf die Felder, zum Vegetationsbeginn auf die Wiesen.
Mit einfachen technischen Mitteln, möglichst wenig Energieaufwand (unbeheizte Folientunnel) und
einem sich ergänzenden Angebot aus Pflanzenbau und Tierhaltung versuchen wir also die Fastenzeit zu überbrücken.
Termine:
  • Sa., 23. März, 10 Uhr: ACHTUNG – NEUER TERMIN! Mitmachtag „Schaukel aufstellen“
    Für den Kinderspielplatz beim Hofladen benötigen wir starke helfende Hände
    Anmeldung:
    mail@entrup119.de
  • Sa., 23. März, 16 Uhr: Mitgliederversammlung der Initiative Entrup 119 e.V.
    Rückblick und Aktuelles zu Bildungsarbeit, Baumaßnahmen und Hofkauf
  • Fr., 29. März, 17:30 – 18:30 Uhr: Hofführung
    mit Rainer Roehl und direkt im Anschluss:
  • Fr., 29. März, 19 Uhr: „Die Weisheit des Misthaufens“ - Expeditionen in die biodynamische Landwirtschaft
    Lesung mit Christian Göldenboog
    Mit anschließender Diskussion: Die permanente Aufrüstung der Landwirtschaft und wie es auch anders geht – Warum es wichtiger ist, den allgemeinen Geschmack zu verändern als Meinungen – Die neue Welt der Bioweine und warum immer mehr biodynamisch wird
    und Kostproben aus der hofeigenen Bäckerei und Käserei
    Anmeldung:
    mail@entrup119.de , Kostenbeitrag: 8 €
  • Sa., 30. März, 16 Uhr: Vogelkundliche Wanderung über die Hofwiesen
    bitte Fernglas mitbringen, Anmeldung: mail@entrup119.de

Mittwoch, 21. November 2018

Hofkäseschule: Workshop am Sa., 24. November um 18:30 Uhr

Am Samstag, dem 24. November lädt die Initiative Entrup 119 e.V. zur Hofkäse-Schule ein. Ab 18:30 Uhr verarbeiten die TeilnehmerInnen an kleinen Kesseln unter fachkundiger Anleitung frische Milch zu Weichkäse, der anschließend auch mitgenommen werden darf.

Während die Milch dickgelegt wird und säuert gibt es für die Gäste spannende Fakten aus der Welt der Milch sowie Hintergrundwissen zur Käseherstellung von Hofkäserin Angela Heimen. Und weil das Appetit auf Mehr macht, können die TeilnehmerInnen sich am Käsebuffet durch die ganze Vielfalt der Entruper Schafskäsespezialitäten probieren – einen passenden Wein gibt es auch dazu.

Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich bis Freitag, 23. November;
der Teilnahmebeitrag beträgt 45 € p.P.
24. November 2018
18:30 bis 22:00 Uhr
Entrup 119
48341 Altenberge

weitere Informationen gibt es bei
Angela oder Christiane
Tel.; (02505) 3361
mail@entrup119.de

Donnerstag, 8. November 2018

Hofbrief: KW 45


Vergangenen Samstag haben um die 20 Menschen 350kg Weißkohl zu Sauerkraut verarbeitet. Insgesamt fünf Gärtöpfe wurden gefüllt, die jetzt in einem warmen Raum stehen und uns immer wieder mit einem lustigen „Blubb“ anzeigen, dass die Milchsäuregärung bereits begonnen hat.
Nach getaner Arbeit gab es noch die Gelegenheit zu einem netten Plausch bei einem gemeinsamen Mittagessen. Kalt gestartet zeigte sich der Novembertag von seiner sonnigen Seite, sodass wir sogar draußen tafeln konnten.
Termine:
  • Sa., 10. November, 15 Uhr:
    Mitglieder
    versammlung der Gärtnerhof Entrup e.G.
    Aktuelle Entwicklung in Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung; Vorstellung des Hof-Teams; finanzielle Situation des Betriebes; Ziele für das kommende Wirtschaftsjahr
  • So., 11. November, 11 – 17 Uhr:
    Martinsmarkt
    in den Camphill-Werkstätten Steinfurt-Sellen,
    Aktionen für die ganze Familie, Live-Musik, Keramik, Seilerei, Glasbläser, Laternenumzug… Wir bereichern d
    ie Marktmeile mit leckerem Schafkäse und wärmenden Lammfellen.
  • Mi., 21. November, 20 Uhr:
    Film- und Diskussionsveranstaltung
    im „Leo:16“, Herwarthstr. 7, Münster, gezeigt wird der Film „Solidarische Landwirtschaft – Ökologisch-gemeinschaftliche Lebensmittelproduktion vor unserer Haustür“: Mehrere private Haushalte tragen die Kosten eines bäuerlichen Betriebs, wofür sie im Gegenzug den Ernteertrag erhalten. Durch den persönlichen Bezug zueinander erfahren sowohl die Erzeuger*innen als auch die Verbraucher*innen die vielfältigen Vorteile einer nicht-industriellen, marktunabhängigen Landwirtschaft.
    Anschließend darf mit Menschen vom Hof
    und den Filmemachern von der Zwischenzeit e.V. über Alltags­praxis und Perspektiven der stark wachsenden SoLaWi-Bewegung diskutiert werden.
  • Sa., 24. November, 18:30 – 22:00 Uhr:
    Hofkäse-Schule

    An kleinen Kesseln verarbeiten die Teilnehmer unter fachkundiger Anleitung
    Milch zu Weichkäse, der anschließend auch mitgenommen werden darf. Dazu gibt es ein Käsebuffet mit hofeigenen Spezialitäten und einem guten Glas Wein. Anmeldung erforderlich, Kostenbeitrag 45€

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Hofbrief: KW 41


Notizen aus der Käserei
Draußen im Garten sind die Jahreszeiten deutlich zu spüren und zu beobachten: Im Frühjahr erntet man als Erstes Blattgemüse, Sommer ist Fruchtgemüsezeit und im Herbst kocht man sich gerne eine warme Suppe aus Wurzelgemüse.
Drinnen, in der Käserei ist das anders. Dort zeichnet sich der Lauf des Jahres hauptsächlich durch wenig, viel oder gar keine Milch aus.
Während es im Frühjahr erst zögerlich losgeht, weil die Lämmer ihren Eigenbedarf anmelden, kommt dann ganz plötzlich sehr viel Milch. Im Hochsommer fällt die Milchmenge langsam wieder ab, bis sie irgendwann im Herbst ganz drastisch zurückgeht. Innerhalb dieser Zeit kann es dann auch noch zu kurzfristigen Schwankungen kommen, weil es unseren Schafdamen z.B. zu nass oder zu heiß ist. Dieses Jahr waren sie schon besonders früh in Herbststimmung, sodass es ab Mitte August mit sinkender Milchmenge auf die Winterpause zuging.
Was sich auch stetig über die Melksaison verändert, ist die Beschaffenheit der Milch. Da unsere Damen alle im gleichen Zeitraum ihre Lämmer bekommen und brünstig und trächtig werden, verändert sich die Milch im Jahresverlauf deutlich in ihrer Zusammensetzung. Solche Feinheiten machen sich nur beim handwerklichen Käsen bemerkbar und vielleicht schmeckt Ihr es auch beim Genuss des Endprodukts.
Einer der wenigen Momente, in denen es auch der Käserin deutlich wird, wie die Zeit vergeht, ist wenn der erste Bergkäse ausgeliefert werden kann. Unser Bergkäse wird erst produziert, wenn nach der Winterpause genug Schnitt-, Weich- und Hirtenkäse hergestellt ist und davon in Keller und Kühlhaus wieder ein Vorrat liegt, und reift mindestens drei Monate. Dieses Jahr war der Begkäse Ende September „erntereif“ und wird sicher bald seinen Weg auch zu jedem CSA-Mitglied gefunden haben.
Diesen Samstag (14. Oktober) feiert unser nächster Bio-Nachbar, der Biolandhof Hilge in Hansell von 11 bis 17 Uhr sein 10jähriges Hofbestehen. Auch die mobile Saftpresse ist vor Ort. Mehr Infos unter: www.hof-hilge.de

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Hofbrief: KW 40


In unserer Milchschafherde macht sich Herbststimmung breit. Die Tiere ziehen etwas unruhig über die Weide und versuchen noch eine Stelle mit frischem Gras zu finden. Bei den kurzen Tagen und kühlen Temperaturen wächst aber wenig Frisches auf.
Deshalb ist auch die
Milchmenge spürbar zurück gegangen. Ab Oktober können wir deshalb nur noch zwei Milchprodukte pro Ernteanteil ausliefern.
Herbst ist Kürbiszeit. Vergangene Woche haben wir unser großes Kürbisfeld abgeerntet. Wer am Wochenende auf dem Hof war, hat vielleicht schon die fünf Großkisten vor dem Hofladen stehen sehen.
Kürbisse lagern am längsten bei 15 bis 20° C. Auf dem Hof haben wir jedoch keinen entsprechenden Lagerraum.
Wir liefern die geernteten Früchte deshalb relativ zügig aus. Es bietet sich an, sie zuhause zu lagern, ob auf dem Küchenschrank oder als Hingucker oder „Zierkürbis“ an einem Ehrenplatz im Wohnzimmer. Wer gerade keinen riesigen Appetit auf Kürbis hat, kann die Herbstfrüchte auch noch gut bis Ende Dezember, teilweise auch länger liegen lassen. Regelmäßig kontrollieren sollte man sie aber schon; wenn eine weiche Stelle auffällt, sollte man sie rausschneiden und den Kürbis zügig verbrauchen.
Termine:
  • Sa., 7 Oktober, 10:30 Uhr: Wir ernten ein letztes Mal Obst auf der Streuobstwiese in Kümper – Geplant ist dieses Jahr, das Obst zu pflücken und nach und nach als Tafel- oder Kochobst auszuliefern. Zu Saft wird nur eine kleine Menge verarbeitet. Wer miternten möchte, meldet sich bitte bis Freitag an.
  • Mi., 11. Oktober, 10 bis 16 Uhr: Präparatetagder Demeter-Regionalgruppe Münsterland – Zusammen mit Landwirten und Gärtnern aus der Region stellen wir fünf der insgesamt acht biologisch-dynamischen Präparate her, die die Humusentwicklung unserer Böden besonders fördern und dafür sorgen, dass biodynamische Lebensmittel für die menschliche Ernährung außergewöhnlich gut geeignet sind.
    Wer also schon immer wissen wollte, was es mit diesen Präparaten so auf sich hat, ist herzlich eingeladen.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Alles Käse? - Modernisierung unserer Hofkäserei


ein Beitag von Christiane Bez, Rainer Roehl, Angela Heimen
Liebe Mitglieder der CSA-Gemeinschaft,
liebe Mitglieder der Genossenschaft und
liebe Freunde unseres Gärtnerhofes,
unser Antrag beim Leader-Programm zur Förderung ländlicher Räume für die dringend nötige Modernisierung unserer Käserei wurde leider abgelehnt. Das hat uns hart getroffen, denn in die Käserei ist lange Zeit nichts mehr investiert worden und vieles muss erneuert werden. Die Käserei soll den heutigen Standards entsprechen und so gestaltet sein, dass sich in ihr wirklich guter Käse herstellen lässt.
Aber positiv denken gehört zu unserer Philosophie und wir sagen voller Elan:
ALLES KÄSE! Wir werden unsere Käserei ohne staatliche Fördermittel umbauen.
Vieles haben wir im Winter schon geschafft aber neben einer funktionierenden Kühlung für den Keller und einer Belüftung in der Käserei ist es vor allem der Käsekessel, der erneuert werden muss. Der jetzige Kessel ist für das Pasteurisieren von Trinkmilch angelegt, inzwischen über 20 Jahre alt und viel zu groß, da er für Kuhmilchmengen angeschafft wurde. Für unsere eher kleinen Schafmilchmengen verbrauchen wir so unnötig viel Wasser, Energie und Reinigungsmittel.
Durch die Höhe des Kessels muss Angela, unsere Käserin, außerdem wahre Kunststücke beim Käsen vollbringen. So kann der Bruch beim Weichkäse beispielsweise nicht mit dem nötigen Fingerspitzengefühl bearbeitet werden und das Verschöpfen ist eine echte Strapaze. Insgesamt ist das Arbeiten mit dem jetzigen Kessel ergonomisch nicht vertretbar.
Eine moderne und effiziente Käserei ist eine wichtige Investition in die Zukunft unseres Hofes. Nachdem wir 2012 einen neuen Schafstall gebaut haben und 2015 die Heutrocknung in Betrieb genommen wurde, wird durch die Modernisierung der Käserei erreicht, dass die quantitative und qualitative Verbesserung unserer Milch voll ausgeschöpft werden kann.
Damit schaffen wir außerdem einen langfristig sicheren und sinnvollen Arbeitsplatz.
Welche Möglichkeiten haben wir, um 20.000,- Euro zusammen zu bekommen? Die beiden mit Abstand wichtigsten Maßnahmen:
  1. Wir begeistern weitere Menschen für eine Mitgliedschaft in unserer Genossenschaft.
  2. Bestehende Mitglieder unserer Genossenschaft erwerben weitere Anteile.
Außerdem verkaufen wir viele weitere Exemplare unseres Kochmagazins ERNTE ESSEN.
Und schließlich werden wir verschiedene Veranstaltungen rund um unseren Käse und unsere Käserei anbieten.
Mit diesen Maßnahmen sollten wir doch das erforderliche Geld zusammen bekommen.
ein Beitag von Christiane Bez, Rainer Roehl, Angela Heimen

Dienstag, 13. Dezember 2016

Hofbrief: KW 50


Warum halten wir Nutztiere? Für die Einen ist es ganz selbstverständlich – zu einem Bauernhof gehören auch Tiere, zu einer vielfältigen Ernährung auch leckere Milchprodukte und Fleisch. Andere stellen angesichts der bunten Vielfalt an der Obst- und Gemüsetheke und der ganzjährigen Verfügbarkeit der meisten Lebensmittel das Althergebrachte in Frage: Müssen wir noch Tiere halten oder geht eine ausgewogene Ernährung auch vegetarisch oder vegan?Was man isst, darf und soll natürlich Jeder für sich entscheiden.
Zur biologisch-dynamischen Landwirtschaft gehört die Tierhaltung auf jeden Fall dazu. Langjährige Anbauversuche zeigen, dass die Düngung der Ackerböden mit hofeigenem tierischem Dünger die
Bodenfruchtbarkeit auf Dauer am besten erhält und auch vermehrt.
Es gibt aber noch einen ganz anderen Aspekt in der Mensch-Tier-Beziehung: Jeder weß, wie fasziniert Kinder auf Tiere reagieren, sei es im Zoo oder auch im Schafstall ihres kleinen Lieblingshofs. Und auch Erwachsene kommen schon mal ins Staunen: Ist es nicht etwas Wunderbares, wenn die Wiederkäuer zähes Gras in Milch verwandeln? Ist es nicht erstaunlich, dass man zur Schafweide geht, ruft, und die Tiere folgen Einem nach? Dass starke Kaltblutpferde auf ein leises Schnalzen des Fuhrmanns hin einen schweren Pflug oder Wagen ziehen – ohne Murren, sogar mit Freude?!
Wer erschöpft und gestresst ist, der setze sich hin ins Heu und lausche dem rhythmischen Wiederkäuen der Schafe, dem genüsslichen Mampfen der Pferde. Und wenn man Sorge hat, die Tiere auszunutzen, dann kraule man sie hinterm Ohr oder unterm Kinn. Mit Sicherheit gibt es einen verliebten Blick zurück!

Dienstag, 22. März 2016

Hofbrief: KW 12


Vergangenen Sonntag hat astronomisch betrachtet der Frühling begonnen.
Die
Wintergemüsevorräte im Lager und auf dem Feld schwinden und manche lieb gewonnene oder auch verhasste Gemüseart wird man demnächst bis zum nächsten Herbst verabschieden dürfen. Grünkohl und Zwiebeln sind verbraucht, Rosenkohl und Rote Bete nur noch in Kleinstmengen für das eine oder andere Depot verfügbar, und auch Feldsalat und Wirsing sind nicht mehr so schön und reichlich vorhanden, wie noch vor einigen Wochen.
Kommt also spätestens jetzt die Fastenzeit für all Jene, die sich überwiegend saisonal mit Lebensmitteln vom eigenen Biohof ernähren möchten?
Zur Antwort können wir nur ein eindeutiges Jein geben. Natürlich ist die Auswahl im Augenblick vergleichsweise gering.
Schon jetzt mehrt sich aber die Vielfalt der Milchprodukte – immer mehr Lämmer sind alt genug, um von Heu allein satt zu werden, sodass der Hofkäserei von Tag zu Tag mehr Milch zur Verfügung steht. Außerdem hatten wir selten Mitte März noch so viele Jungschafe aus dem Vorjahr übrig – es wird also noch einige Male Fleisch geben. Auf dem Acker steht noch unangetastet der Winterlauch – Erntebeginn ab nächster Woche. Die Folientunnel sind reich bepflanzt mit Frühjahrskulturen wie Stielmus, Spinat, Salate, Radies, Kohlrabi, Fenchel, Spitzkohl, Broccoli – Erntebeginn teilweise schon in drei Wochen. Das Anzuchtgewächshaus steht voll mit tausenden von Setzlingen für die ersten Pflanzungen auf dem Acker – wenn möglich wollen wir schon diese Woche die Saison im Freiland eröffnen.
Mit einfachen technischen Mitteln, möglichst wenig Energieaufwand (unbeheizte Folientunnel) und einem sich ergänzenden Angebot aus Pflanzenbau und Tierhaltung versuchen wir also die Fastenzeit erträglicher zu gestalten. Wir hoffen, dass unser Konzept auch Euch überzeugt.
Zum diesjährigen Osterfeuer möchten wir hiermit herzlich einladen. Angezündet wird am Samstag, dem 26. März um 16.00 Uhr auf der Obstwiese hinter dem Haupthaus. Wie in den Vorjahren bitten wir um einen Beitrag zum gemeinsamen Buffet. Wir bauen auch einen Grill auf und stellen Getränke bereit.
Wegen der Osterfeiertage sind die Freitagsmärkte (Ökomarkt und Burgsteinfurt) auf Donnerstag, den 24. März vorverlegt, ebenso die Abholung in den Depots in Billerbeck und Nottuln. Der Hofladen und das Hofdepot öffnen nur am Samstag ihre Türen, allerdings verlängert von 9.30 bis 16.00 Uhr.
Eine Erinnerung zum Abschluss: Versucht Ech bitte bei der Abholung der Lebensmittel genauer an die empfohlen Mengen zu halten. Es häuft sich in letzter Zeit leider, dass die Mitglieder, die spät abholen, im Nachteil sind und nicht mehr alle Produkte in ausreichender Menge vorfinden.
Als Hilfsmittel gibt es Waage und Abhackliste – es funktioniert aber nur, wenn Alle mitmachen.