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Freitag, 2. Juli 2021

Hofbrief: KW 26 - Vorausschauend denken...

Eben war erst Sommeranfang, wir bereiten aber schon die Gemüseversorgung für den Herbst vor. Auf unserer Pachtfläche in Nordwalde sind bereits Weiß- und Rotkohl, Rosenkohl und Wirsing gepflanzt.
Weil Wasser der wichtigste Nährstoff im Pflanzenbau ist und auf regelmäßige Niederschläge leider kein Verlass ist, verlegen wir nach der Pflanzung an jede Pflanzreihe sogenannte
Tropfschläuche. Dieses Bewässerungssystem ist Standard im Gewächshausanbau, weil es das Wasser direkt an die Pflanzenwurzel bringt und der Wasserbedarf wesentlich geringer ist als bei gewöhnlicher Beregnung. Nun erproben wir die Tropfbewässerung im Freilandanbau. Nach dem Verlegen der Schläuche wird zwischen den Gemüsepflanzen eine Mulchschicht ausgebracht, um die Bodenoberfläche vor Austrocknung zu schützen und auf Hacken und Jäten verzichten zu können.

Die vergangenen drei „Ackertage“ waren unterschiedlich gut besucht. Während sich am ersten Samstag noch zehn Teilgeber durch das Dickicht in Broccoli, Blumenkohl und Kürbis jäteten, waren es eine Woche später bei den Möhren nur noch drei Menschen. Am letzten Samstag schafften es nur zwei HelferInnen zum Pflanzen der 6000 Rote-Bete-Setzlinge. Da fühlt man sich schon allein auf weiter Flur…
Jetzt bitten wir um Eure Rückmeldungen.
Was hindert Euch daran, samstags zum Hof zu kommen und mitzuackern? Bitte schreibt uns eine kurze Mail, ruft an oder sprecht uns direkt an.
Auch wenn wir gerade recht kurzfristig zum Ackertag aufrufen, könnt Ihr sicher sein, dass es genug zu tun gibt und die Arbeit für Alle reicht. Sprecht uns gerne an, wenn ein anderer Wochentag für Euch passender ist.
Bei der warmen Witterung wächst uns das Unkraut nach jedem größeren Schauer davon. Wir können und wollen keine Saisonarbeiter aus Osteuropa beschäftigen, die für uns die Drecksarbeit machen.
Letztlich profitieren wir Alle, wenn die Gemüsekulturen gut gejätet sind, von einem wesentlich höheren Ertrag und der besseren Qualität. Seid Ihr am nächsten Samstag dabei?

Donnerstag, 4. März 2021

Hofbrief: KW 9 - Nestbau, Nährstoffkreislauf, Lehrlingsausbildung

 

Die Schneeglöckchen und Krokusse blühen und auch die ersten Narzissen treiben aus. Die Zugvögel kommen wieder. Das Tageslicht bleibt spürbar länger, das sonnige Wetter vertreibt die Winterstarre.

Wir haben die letzten Februartage genutzt, um wuchernde Hecken zu stutzen und Kopfweiden zu schneiden. Ab März sind die Sträucher tabu, weil die Vögel wieder mit dem Nestbau beginnen und dabei ungestört bleiben sollen.

So ein Mist! So wie Landwirte umgangsprachlich für dumm und ungebildet gelten, so wird auch keiner beim Anblick eines Misthaufens an einen Schatz oder an ein kostbares Vermögen denken. Nicht so die Biobauern.
Wir streben im landwirtschaftlichen Betrieb einen
geschlossenen Kreislauf an:
Die Tiere bekommen hauptsächlich betriebseigenes Futter, der Winterstall sollte möglichst mit eigenem Stroh eingestreut werden und die Felder werden mit Mist von den eigenen Tieren gedüngt.
Eigentlich ist das ziemlich zeitgemäß, cradle to cradle heißt das heute. Die Nitratproblematik im Grundwasser haben wir wegen der Futterimporte aus Übersee und der industriellen Kunstdünger.
Ein guter Mist von Wiederkäuern ist mit ausreichend Einstreu vermengt,
welche die Sickersäfte auffängt, und er stinkt nicht, d.h. er emittiert deutlich weniger klimarelevante Gase, als das gerne mal pauschal für jegliche Art von Mist in den Statistiken genannt wird. Mist zählt zu den organischen, heißt lebendigen Düngern. Er düngt nicht unmittelbar die Nutzpflanzen, sondern vermehrt die Bodenfruchtbarkeit. Bestenfalls bauen wir Humus auf, der Kohlenstoff aus der Atmosphäre bindet.
Wer jemals die
„magische“ Düngewirkung von Mist erlebt hat, wird mit Sicherheit den Misthaufen ganz anders anschauen.

Ende Februar stand ein Wechsel bei den Auszubildenden an.
Mariele hat ihr erstes Lehrjahr bei uns im Gemüsebau beendet und wechselt für die nächsten zwei Ausbildungsjahre vom sonnigen Münsterland auf einen Gärtnerhof in der fruchtbaren Soester Börde. Wir danken für Deinen Einsatz, deine professionelle Herangehensweise und das außergewöhnliche Interesse. Alles Gute!
Ab März beginnt Maron seine dreijährige Ausbildung und ergänzt unser Gärtnereiteam. Er hat bereits Erfahrungen gesammelt auf mehreren Höfen mit Gemüsebau und Pferdearbeit. Einen guten Start...

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Hofbrief: KW 50 - Schafschur, tolle Wolle

Als Vorbereitung auf die Lammzeit wurden unsere Milchschafe geschoren. Einmal im Jahr kommt ein professioneller Schafscherer zu uns – er ist sehr geübt und erfahren und schert die Tiere viel schneller als unsereiner.

Ausruhen ist aber auch nicht drin – die Schafe müssen nach Farbe sortiert, nachgetrieben und für die Schur hingesetzt werden. Außerdem schneiden wir nach der Weidesaison die Klauen der Tiere, damit sie auch im Winter gut zu Fuß bleiben.
Beim Sortieren der frisch geschorenen Wolle
hatten wir auch dieses Jahr Unterstützung von fleißigen Teilgeber/innenen, die als Lohn eine sanfte Wollfett-Kur für ihre Hände bekommen haben.
Die vorsortierte Rohwolle wird in der Wollmanufaktur Filges in Wallenhorst
zu Heilwolle weiterverarbeitet. Aus den stark verunreinigten Partien werden Wollpellets hergestellt, die wir als lange wirksame Düngemittel im Gemüsebau einsetzen können.

Dienstag, 25. August 2020

Hofbrief: KW 35 - Düngung, Lebensmittel vom Tier, Obsternte


Die alten Landwirte wussten es noch: Die Wiese ist die Mutter des Ackers. Als wesentliches Merkmal der biodynamischen Landwirtschaft wird der möglichst geschlossene Betriebskreislauf angestrebt – die flächengebundene Tierhaltung liefert den Dünger für den Ackerbau. Zum Gärtnerhof Entrup gehört die Milchschafherde. Und zu jedem Milchschaf gehören auch die Lämmer. Die Milch als Rohstoff für die leckeren Schafkäsesorten gibt es nur, wenn die Schafe im Frühjahr neue Lämmer bekommen.
Damit wären wir beim Thema: Zur Milcherzeugung gehört die Fleischerzeugung unmittelbar dazu – bei uns auf dem Hof nicht als schnelle Mast mit Getreide, sondern als wesensgemäße Haltung auf der Weide.
Während die Milchprodukte nach wie vor reißenden Absatz finden, haben wir zunehmend
Schwierigkeiten, das Lammfleisch zu einem kostendeckenden Preis zu vermarkten.
Was tun? Sollen wir die Aufzucht der Lämmer über den Käsepreis subventionieren? Oder die Tierhaltung abschaffen und damit unsere Düngungsgrundlage?
Gerne diskutieren wir mit Euch darüber – z.B. bei den Hofrundgängen an Erntedank (s.u.).
Die ersten Birnen werden reif – sowohl am Hof als auch auf unserer Streuobstwiese in Kümper. Gerne dürft Ihr zum Pflücken kommen. Am Hof gibt es eine Leiter und auch Obstpflücker mit Stiel, in Kümper ist eine Leiter zur freien Verfügung im großen Schuppen deponiert.
Beachtet bitte auch die Ackertage Anfang September (s.u.)!
Termine:
  • Sa., 5. September, 10 – 13 Uhr: Ackertag „Obsternte“
    Streuobstwiesen erhalten durch Nutzung: Wir pflücken das Tafelobst und schütteln die Früchte für den leckeren Apfelsaft herunter.
    Anmeldung erforderlich: https://terminplaner.dfn.de/PBoDQ48QP53kXTYt
  • Sa., 12. September, 10 – 13 Uhr: Ackertag „Obsternte“
    Anmeldung erforderlich: https://terminplaner.dfn.de/PBoDQ48QP53kXTYt
  • So., 27. September, 11 Uhr: Hofrundgänge zum Erntedank
    Heu- und Getreideernte sind getan, im Gemüsebau beginnt die große Herbsternte des Lagergemüses - traditionell ein Zeitpunkt um Dank zu sagen für die Früchte des Sommers.
    Wir bieten am So., 27. September parallel mehrere
    Hofrundgänge in kleinen Gruppen an - für einen Blick hinter die Kulissen des heilen Lebens auf dem Lande. Es gibt Hintergrundwissen zu unserer Wirtschaftsweise und einen Bericht von den Herausforderungen und Freuden dieses Anbaujahres.
    Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und
    eine verbindliche Anmeldung zwingend erforderlich: https://terminplaner.dfn.de/JFNPHg68EdAR4MJG

Donnerstag, 14. November 2019

Hofbrief: KW 46


In den Folientunneln ist der Wechsel von den Sommerkulturen zu den überwinternden Gemüsesorten geschafft. Die Hälfte der Fläche ist mit Feldsalat in acht Sätzen bepflanzt – für eine zeitlich versetzte Ernte. Die restlichen Beete teilen sich die üblichen Verdächtigen: Petersilie und Mangold, Postelein, bunter Schnittsalat und Rucola. Diese frostfesten Sorten ermöglichen uns im Winter auch aus dem unbeheizten Gewächshaus eine kontinuierliche und vielfältige Ernte.
Die Felder, auf denen nächstes Jahr der Kohl gepflanzt werden soll, bedürfen einer besonderen Vorbereitung. Die Kohlsorten sind Starkzehrer, haben also hohe Nährstoffansprüche.
Deshalb wurde dieses Jahr eine Kleegrasmischung darauf angebaut – Klee lebt in Symbiose mit bestimmten Bakterien, die den Stickstoff aus der Luft pflanzenverfügbar machen und somit den Boden für die Folgefrucht aufdüngen.
Jetzt im Herbst haben wir die Flächen mit Schafmist gedüngt – über Winter wird der Mist von den Bodenlebewesen zu fruchtbarer Humussubstanz umgebaut; wenn wir im Frühjahr den Boden bearbeiten, werden die Nährstoffe für die jungen Setzlinge verfügbar.
Schließlich bringen wir noch eine dünne Schicht kohlensauren Kalk auf die Beete, um der Bodenversauerung entgegenzuwirken.
Viel Aufwand also für die Kohlgewächse – die Pflanzenfamilie ist unglaublich vielfältig
(Kohlrabi, Broccoli, Blumenkohl, Wirsing, Rosenkohl etc.) und es ist für jeden Geschmack etwas dabei – der Aufwand lohnt sich!
Termine:
  • Sa., 16. November, 15 Uhr:  
    Generalversammlung der Gärtnerhof Entrup e.G.
    Aktuelle Entwicklung in Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung;
    Darstellung der finanziellen Situation des Betriebes; Ziele für das kommende Wirtschaftsjahr
  • Sa., 30. November, 11 – 17 Uhr: Adventsbasar an der Freien Waldorfschule in Münster-Gievenbeck
    Kunsthandwerk, Puppen, Bücher, Edelsteine und viele andere schöne Dinge; in den Cafés und Bistros leckere Köstlichkeiten; für Kinder Aktivitäten wie Bastelstube, Bienenwachskerzen Ziehen oder Moosgärtlein Basteln.
    Der Hof ist mit einem Informations- und Verkaufsstand vor Ort.

Donnerstag, 22. August 2019

Hofbrief: KW 34


Im Gemüsebau sind die letzten Freilandpflanzungen abgeschlossen. Was jetzt nicht im Boden ist, wird dieses Jahr auch nicht mehr groß – so seltsam das auch klingt bei den sommerlichen Temperaturen. Man kann schon jetzt gut beobachten, wie das Pflanzenwachstum langsamer wird, weil die Sonne mittags nicht mehr so hoch steigt und der Tag deutlich kürzer ist, als zur Sonnenwende vor zwei Monaten.
Wenn wir Beete abernten versuchen wir möglichst noch eine Gründüngung oder Kleegras als Schaffutter fürs nächste Jahr einzusäen. Der Ackerboden sollte bewachsen in den Winter gehen, damit möglichst wenig Nährstoffe- ausgewaschen werden und die Bodengare erhalten bleibt.
Termine:
  • Sa., 24. August, 15 – 17 Uhr: Hofbegehung
    Gärtnerei im Spätsommer: Fülle, Reife, bunte Vielfalt; Milchschafe in Hochzeitsstimmung
  • Fr., 06. September, 15:30 – 17:30 Uhr: Natur erkunden
    mit Heike Maria Schwahn
    Für Familien mit Kindern ab dem Laufalter bis 8 Jahren. Familienpreis 15 €.
    Anmeldung bis 12 Uhr am Veranstaltungstag:
    heikemariaschwahn@online.de

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Hofbrief: KW 41


Den Feiertag am 3. Oktober hat das Hofteam für den lange geplanten und immer wieder aufgeschobenen Betriebsausflug genutzt. Zu Weihnachten 2016 und 2017 haben ganz viele CSA-Mitglieder zusammengelegt und uns mit einem großzügigen Geldgeschenk bedacht. So konnten alle Hofmitarbeiter und -bewohner bei schönstem Herbstwetter eine ausgiebige Kanutour auf der Werse unternehmen. Zum Ausklang gab es dann noch heiße Schokolade und Waffeln mit Kirschen. Vielen Dank für diesen schönen Tag!

Vergangenen Samstag nutzen wir für Gewässerpflege in Hofnähe. Wir befreiten zwei Teiche vom übermäßigem Bewuchs durch Rohrkolben und Schilf, um den Nährstoffeintrag zu verringern und die Wasserqualität zu verbessern. Außerdem wurden die Ufer entbuscht.
Mit den Herbst- und Winterniederschlägen kann jetzt das Wasser wiederkommen. Wir erhoffen uns von den durchgeführten Maßnahmen mehr Artenvielfalt an und in den Tümpeln. Außerdem muss bei alljährlich wiederkehrender Frühjahrstrockenheit und insbesondere in trockenen Jahren wie diesem der Wasserhaushalt der Landschaft zunehmend Aufmerksamkeit bekommen.
Termine:
  • Sa., 3. November, 10 Uhr: Mitmachtag „Sauerkraut“ – Gemeinsam verarbeiten wir frisch geernteten Weißkohl. Waschen, hobeln und würzen stehen auf dem Programm. Die Mischung füllen wir in spezielle Gärtöpfe und stampfen sie so lange, bis Kohlsaft austritt. Die natürliche Milchsäuregärung macht das Kraut haltbar, bekömmlich und besonders schmackhaft.

Donnerstag, 20. September 2018

Hofbrief: KW 38


Am vergangenen Samstag fand in unserem Veranstaltungsraum ein Workshop für Erwerbsgärtner statt zum Thema Saatguterzeugung.
Zusammen mit ca. 20 Teilnehmern aus NRW, Niedersachsen und Hessen nutzten Tanja und Alex aus unserer Gärtnerei die Gelegenheit, um ein breites Grundwissen über die Gemüsesaatgutvermehrung zu erwerben.
Jens Eichler, Saatguterzeuger aus Telgte, ging praxisnah und anschaulich auf folgende Fragen ein:
Wie kann der Samenbau in den gärtnerischen Alltag integriert werden und bei welchen Kulturen ist es am einfachsten? Was sollte man bei dabei beachten von der Auswahl der Pflanzen, die abblühen sollen, über die Aufbereitung der Samenträger und Saatgutreinigung bis zur Lagerung?
Es zeigte sich, dass Samenbau Aufmerksamkeit fordert und als Selbstläufer nicht funktionieren kann. Es wurde aber auch deutlich, dass die Saatgutgewinnung kein Hexenwerk ist und angesichts der enormen Konzentration auf dem weltweiten Saatgutmarkt freies, lokal angepasstes Saatgut zu verschwinden droht. Dem kann aber jeder Gärtner und Landwirt entschieden entgegentreten, indem er als Zeichen gegen Spezialisierung und Arbeitsteilung die Saatgutarbeit zumindest bei einigen Kulturen wieder selbst in die Hand nimmt.
Termine:
  • So., 30. September, 11 Uhr: Erntedankfest für alle Teilgeber, die über CSA, Genossenschaft oder Verein mit dem Hof verbunden sind – Bitte bringt eine Kleinigkeit für das leckere Sonntagsbrunch mit!
  • Sa., 6. Oktober, 10 bis 13 Uhr: Mitmachtag Landschaftspflege: Wir befreien zwei kleine Teiche vom übermäßigem Bewuchs, um den Nährstoffeintrag zu verringern und die Wasserqualität zu verbessern. Das Ufer soll entbuscht und bei niedrigem Wasserstand auch der wuchernde Rohrkolben entfernt werden.
    Bitte feste Schuhe und nach Möglichkeit Handschuhe und Gummistiefel mitbringen.
    Anmeldung erbeten unter: https://terminplaner2.dfn.de/foodle/Mitmachtag-Landschaftspflege-Sa-6-Oktober-10-13-Uhr-5ba0e82d00a98

Freitag, 2. März 2018

Hofbrief. KW 9


So ein Mist! So wie Landwirte umgangsprachlich für dumm und ungebildet gelten, so wird auch keiner beim Anblick eines Misthaufens an einen Schatz oder an ein kostbares Vermögen denken. Nicht so die Biobauern.
Wir streben im landwirtschaftlichen Betrieb einen geschlossenen Kreislauf an:
Die Tiere bekommen hauptsächlich betriebseigenes Futter, der Winterstall sollte möglichst mit eigenem Stroh eingestreut werden und die Felder werden größtenteils mit Mist von den eigenen Tieren gedüngt.
Eigentlich ist das ziemlich zeitgemäß, cradle to cradle heißt das heute. Die aktuelle Nitratproblematik im Grundwasser haben wir genau wegen der enormen Futterimporte und der Kunstdünger aus dem Sack.
Ein guter Mist von Wiederkäuern ist mit ausreichend Einstreu vermengt, die die Sickersäfte auffängt, und er stinkt nicht, sprich er emittiert deutlich weniger klimarelevante Gase, als das gerne mal pauschal für jegliche Art von Mist in den Statistiken genannt wird. Mist zählt zu den organischen, heißt lebendigen Düngern, er düngt nicht unmittelbar die Nutzpflanzen, sondern vermehrt die Bodenfruchtbarkeit. Bestenfalls bauen wir Humus auf, der Kohlenstoff aus der Atmosphäre bindet.
Wer jemals die „magische“ Düngewirkung von Mist erlebt hat, wird mit Sicherheit den Misthaufen ganz anders anschauen.
In unserem Käsekeller ist demnächst Saisonwechsel. Aus der Melksaison 2017 sind nur noch zwei Laibe Schnittkäse übrig. Mittlerweile reifen dort aber bereits über 20 neue Laibe Schnitt- und Bergkäse heran.
Das erste Mal in den letzten zehn Jahren gab es u.A. dank besonderer Sorgfalt bei der Käsepflege keinen Verderb im Reifekeller. Außerdem begann die Lammzeit und entsprechend auch die Melksaison dieses Jahr außergewöhnlich früh, sodass die käsearme Zeit dieses Jahr besonders schnell vorüber ging.
ACHTUNG: Wegen des frostigen Wetters verschieben wir den geplanten Mitmachtag „Obstbaumschnitt“ um eine Woche auf den 10. März (s.u.).
Termine:
  • Sa., 10. März, 10 bis 13 Uhr:
    Mitmachtag „Obstbaumschnitt/Obstbaumpflanzung“ – Botanisches, Werkzeugkunde, Arbeitssicherheit, Praxis – Anmeldung erleichtert die Planung
  • Sa., 17. März, 15.30 Uhr:
    Mitgliederversammlung der Initiative Entrup 119 e.V. – Rückblick und Aktuelles zu Hofkauf, Baumaßnahmen und Bildungsarbeit

Dienstag, 8. November 2016

Hofbrief: KW 45


Kalte Polarluft sorgt diese Woche für winterliches Wetter und auch die ersten Frosttemperaturen. Wie jedes Jahr gibt es um diese Zeit auf dem Hof ein paar Vorkehrungen zu treffen. Einige Gemüsesorten, die auf dem Feld stehen, müssen abgeerntet oder mit einem Schutzvlies bedeckt werden, so die Salate, Sellerie oder die Herbstkohlsorten. Oberirdisch verlegte Wasserleitungen oder Schläuche werden abgeklemmt und entleert. Spätestens jetzt ist auch warme und wasserdichte Arbeitskleidung ein Muss.
Vergangenen Samstag haben 10 bis 15 Menschen 300kg des leckeren „Filderkraut“-Weißkohls zu Sauerkraut verarbeitet. Insgesamt vier Gärtöpfe wurden gefüllt, die jetzt in einem warmen Raum stehen und uns immer wieder mit einem lustigen „Blubb“ anzeigen, dass die Milchsäuregärung bereits begonnen hat.
Etwas getrübt hat uns den Mitmach-Vormittag die eher geringe Teilnehmerzahl. Wir mussten uns sehr ranhalten, um fertig zu werden, sodass eher wenig Zeit für entspannte Gespräche blieb. Außerdem ist auch noch Kohl übrig geblieben; zwei Sauerkrauttöpfe
gehen diesen Herbst leer aus.
Für das nächste Jahr hoffen wir wieder auf regere Teilnahme...
Diese Woche wird der Schafstall für den Winter ausgemistet. Den Tretmist, eine Mischung aus Stroheinstreu und Schafsmist, der jetzt bis zu einem halben Jahr im Stall kompostiert und mit den biodynamischen Präparaten behandelt wurde, bringen wir auf diverse Wiesenflächen aus. Dort dient er den Gräsern und Kräutern als Dünger.
So schließt sich der
betriebsinterne Nährstoffkreislauf wieder: Was im Sommerhalbjahr die Schafe abgrasen oder was als Heu von den Wiesen abgefahren wird, das geben wir jetzt als Mist den Böden wieder zurück. So können wir die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten oder sogar mehren, ohne Düngemittel zukaufen zu müssen. Wir brauchen uns aber auch keine Sorgen um Überdüngung und Grundwasserbelastung zu machen, weil der Mist gut mit Stroh versetzt ist und seine Nährstoffe nur langsam an den Boden abgibt, aber auch, weil wir nur so viele Tiere halten, wie unsere Wiesen und Äcker es vertragen können.