Freitag, 11. Juni 2021

Hofbrief: KW 23 - erstes Heu, Regen-Segen, Schaffutter & Pferdefutter

Letzte Woche haben wir erfolgreich den ersten Heuschnitt von einigen Mähwiesen eingefahren. Als am Donnerstag die erste Heutrocknungsbox auf dem Dachboden rappelvoll war und Gewitterwolken über den Himmel zogen, wurden das restliche Futter zu Ballen gepresst und gewickelt. Die Silageballen liegen jetzt auf dem Hof neben der Scheune – ein solider Grundstock für die diesjährige Winterfütterung ist geschaffen.

Am Donnerstag Abend kamen dann noch einige ergiebige Regenschauer vom Himmel. Der Regen gab den frisch abgeernteten Wiesen einen neuen Wachstumsschub – das macht Schafe und Bauern glücklich!

Nach einem trüben Wochenende verspricht die Prognose wieder trockenes Wetter. Als nächstes steht jetzt der Heuschnitt auf den Naturschutzflächen am Hof an. Das sind Wiesen, die weder gedüngt noch gekalkt und teilweise auch nicht beweidet werden dürfen, um Nährstoffeinträge zu minimieren und seltenen Arten einen Lebensraum zu ermöglichen. Ein später Schnitt soll am Boden brütenden Vögeln eine erfolgreiche Aufzucht ihrer Jungen ermöglichen. Für Milchschafe ist ein Mitte Juni zum ersten Mal geschnittenes Wiesenheu nicht geeignet, weil es zu stängelig ist und zu wenig Proteine enthält, die für die Milchbildung erforderlich sind. Dafür freuen sich unsere Arbeitspferde sehr über das Naturschutzheu – für sie ist der hohe Rohfaseranteil genau richtig.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Hofbrief: KW 22 - ausführlicher Bericht vom Hof

Am vergangenen Samstag hat die digitale Jahreshauptversammlung unserer Genossenschaft „Gärtnerhof Entrup eG“ stattgefunden. Folgendes wurde vom Hof berichtet:

Die Lammzeit war dieses Jahr sehr lang – bis Ende Mai – und es gab sehr viel Nachwuchs, u.a. 17 Drillingsgeburten. Die meisten Lämmer sind mittlerweile auf den Weiden außerhalb des Hofs. 100 Muttertiere werden gemolken. Durch das kühle, feuchte Wetter hat sich das Wachstum auf den Wiesen etwas verzögert. Das erste Heu wurde erst am 29. Mai geschnitten. Der Winterfuttervorrat hielt dank der Futterrüben bis in den Mai hinein. Aufgrund dieser guten Erfahrung werden auch dieses Frühjahr Futterrüben als Ergänzungsfutter gepflanzt.

Nach einem reichen Gemüse-Erntejahr gab es bis Ende Mai 2021 noch Lagergemüse. Es wurden 50 verschiedene Gemüsekulturen angebaut. Ein weiterer Anzuchttunnel wurde angeschafft, sodass mehr Jungpflanzen professionell angezogen werden können und weniger zugekauft werden muss. Um die Bewässerung zu modernisieren, soll eine neue Anlage mit zeitgemäßer und sparsamer Technik und einem Regenwasserspeicher realisiert werden. Planungen sind in vollem Gange.

Nach fünf Jahren hat Käserin Angela gekündigt, um auf einen anderen Hof in Thüringen zu arbeiten. Seit dem 1. Mai ist die neue Käserin Sabine im Einsatz.
Wir beziehen derzeit als Ergänzung Brote von der Bäckerei Knuf, da die Hofbackstube kurzfristig unterbesetzt ist. Am 01.09.2021 wird die ehemalige Mitarbeiterin Lea wieder als Bäckerin eingestellt. Bis dahin unterstützt Sina beim Brotbacken.
Seit Herbst 2020 ist Maya für ein Jahr als Gesellin auf dem Hof. Sie hat ihre Arbeitsschwerpunkte bei der Pferdearbeit und den Milchschafen.
Im Gemüsebau ist für diese Saison
Linda als weitere Gärtnerin eingestellt worden.

Generell ist die Arbeitssituation auf dem Hof entspannter, wenn ein*e Gesell*in die Arbeitsabläufe auf dem Hof unterstützt. Evtl. wird zukünftig dafür ein Azubi weniger eingestellt.

Aufgrund der Corona-Situation ist seit 2020 der Umsatz auf den Märkten und im Hofladen gestiegen. Die Kunden wissen das Einkaufen an frischer Luft zu schätzen. Die Atmosphäre hat sich durch das Abstand halten und Maske tragen etwas verändert. Kunden und Mitglieder haben sich aber gut mit der Situation arrangiert und das Sich-Sehen-Können auf dem Hof und an den Marktständen haben alle als wohltuend in dieser Zeit empfunden. Ein höherer Personaleinsatz wurde notwendig für den Verkauf und für die Umsetzung der Hygiene- und Abstandsregeln. Das vergangene Jahr hat der Hof und das Hofteam ohne Corona-Infektionen und ohne Ansteckungen unter der Kunden gut überstanden und die Lage toll gemeistert.

Weil ein Biogemüsestand aufgehört hat, hat sich der Umsatz an unserem Stand in Burgsteinfurt verdoppelt. Das bedeutet, dass wir eine höhere Menge an Gemüse vom Großhandel zukaufen müssen. Seit August 2020 bekommt Alex Unterstützung auf dem Markt durch unsere FÖJlerin Kim.
Der Markt in Altenberge wurde Ende 2020 aus organisatorischen Gründen aufgegeben. Es war keine einfache Entscheidung. Eine Presseerklärung wurde geschrieben und alle Altenberger eingeladen, im Hofladen einzukaufen.

Insgesamt gab es im Corona-Jahr eine sehr positive Entwicklung bei den CSA/SoLaWi-Mitgliederzahlen. Der Hof ist an einem Kapazitätslimit angelangt, eine Vergrößerung ist nicht geplant, da der Fokus auf der guten Versorgung der CSA-Gemeinschaft und Kundschaft liegen soll. Aufnahmestopp wird bei 220 Haushalten festgelegt. Wenn jemand aufhört, kann er entweder selbst jemanden benennen, oder ein Haushalt aus der Warteliste rückt nach. Es zeigt sich, dass die kleinen Einheiten stark nachgefragt sind: 2020 – 96 volle und 86 halbe Ernteanteile; 2021 – 91 große und 126 kleine Ernteanteile