Donnerstag, 23. Februar 2017

Ernteeinheit im Februar mit Steckrübe

Hurra! Beim Abholen meiner Einheit am Dienstag war es um halb sechs noch hell! Da ich mir die Einheit teile und nur jede zweite Woche abhole, fiel mir das besonders auf. Die Tage werden endlich wieder länger und wärmer, sind aber derzeit sehr nass und windig.

Diese Februar-Einheit hatte alles, was es für eine Familienmahlzeit braucht: Die Fleischesser freuen sich über ein herzhaftes Gulasch mit Kartoffeln und Feldsalat. Für die Vegetarier gibts Feldsalat, Pellkartoffeln mit Tsaiziki, Spiegelei und Rote-Bete-Salat, zubereitet nach dem Rezept von Silke aus unserem Entrup119-Kochmagazin ERNTE ESSEN. Das Mehrkornbrot mit dem köstlichen Frischkäsetaler haben wir sofort am Abend gegessen. Die knackigen Möhren, die wieder einmal im Vergleich mit ihren Verwandten aus dem Supermarkt um Klassen besser schmecken, sind der Hit und bei den Kids ein beliebter Pausensnack.

Bleibt noch die Steckrübe zu erwähnen – ein Klassiker aus Omas Küche. Die habe ich selbst aber noch nie verarbeitet - ich meine die Steckrübe ; ). Ich könnte mir Rösti gut vorstellen. Ist ein Rezept in ERNTE ESSEN?

Dienstag, 21. Februar 2017

Hofbrief: KW 8


Im Schafstall gibt es fast täglich neue Lämmer.
Mittlerweile lammen auch die ersten Jungtiere. Die Jungschafe sind schon in ihrem ersten Sommer geschlechtsreif. Wir lassen sie erst im Herbst, etwas später, als die Altschafe, zum Bock, sodass sie erst Ende Februar bis Ende April ablammen.
Erstlammende müssen sich bei der Geburt etwas mehr anstrengen, als die älteren Tiere, und sind auch im Umgang mit ihren Lämmern unsicherer, auch wenn der Instinkt Mutter und Kinder am Ende meist gut zusammenbringt. Allemal braucht es hier unsere besondere Aufmerksamkeit.
In der Gärtnerei geht es im Februar noch ruhiger zu. Es bleibt Zeit für Reparaturen und Gerätebau.
Jan baut die durchgerostete Pritsche vom Gartentraktor neu auf: So mancher Transport von Jungpflanzen zum Acker oder von schwerem Gemüse zum Hof wird somit erleichtert. Christoph bestückt das pferdegezogene Hackgerät mit neuen Werkzeugen, um im Sommer das Beikraut zwischen den Gemüsereihen besser in den Griff zu bekommen. Außerdem setzen wir ein Frühbeet aus Betonfertigteilen für die warme Jungpflanzenanzucht zusammen.
In den Gewächshäusern stehen die ersten Frühjahrspflanzungen an: Salat, Kohlrabi und Spitzkohl in dieser Woche, Fenchel in der nächsten. Außerdem ist jetzt schon die Zeit, um Paprika und Auberginen für die Pflanzung Mitte Mai auszusäen.
Eine Beobachtung für Alle, die das Wintergrau und den ewigen Nieselregen satt haben: Der Februar war bis jetzt außergewöhnlich trocken, auch insgesamt haben sich Herbst und Winter 2016/17 bei uns eher von der trockenen Seite gezeigt. Ende letzter Woche waren die Pflugschollen auf unserem Pappelacker mit seinem oft klebrigen, schweren Tonboden trocken und krümelig, wie sonst eher Ende März.

Sonntag, 19. Februar 2017

Pastinaken-Cremesuppe

sehr schnell, vegetarisch auch vegan möglich (Sahne ersetzen)

Zutaten: 2 mittelgroße Pastinaken , 700ml Wasser, ½ Essl. Gemüsebrühe ( Erntesegen hefefrei), 100ml Sahne, Pfeffer schwarz aus der Mühle, Salz, 2 Stängel Petersilie
Zubereitung: Pastinaken schälen und in ca 2-3 cm große Würfel zerschneiden, mit dem Wasser und der Gemüsebrühe ca. 8 min kochen, Sahne zufügen und mit dem Pürierstab fein aufrühren. Ggf. mit Salz und Pfeffer nach Geschmack nachwürzen, Petersilie klein hacken und nach dem Servieren drüberstreuen.

Dienstag, 14. Februar 2017

Hofbrief: KW 7


Liebe Freunde von Entrup119!

Der Termin für unseren „Tag des Schafes“ steht fest:
14. Mai 2017
Inzwischen hat sich ein kleines Organisationsteam zusammengefunden. Unser Plan ist, dass wir dieses Jahr unser Projekt Entrup119 mit seinen Mitgliedern etwas mehr in den Mittelpunkt stellen.
Dass heißt nicht nur, dass wir mehr aus eigener Produktion anbieten wollen, sondern auch dass Ihr als Träger des Hofes eingeladen seid, Euch und das was Ihr gerne macht mit darzustellen oder anzubieten.
Das könnten z.B. Kurzvorträge, Workshops, Musik oder kleine Theateraufführungen sein, gerne auch Ideen zur Bereicherung des Kinderprogramms. Es können aber auch selbst gemachte Dinge, ein besonderes Handwerk oder Bastelaktionen angeboten werden.
Wer eine Hofführung anbieten möchte ist auch hierzu herzlich eingeladen. So können Mitglieder ihre liebsten Plätze auf dem Hof präsentieren und zeigen, was sie am meisten beeindruckt hat. Auch wenn man nicht alle Fachkenntnis hat: Landwirtschaftliche Fragen kann man später noch klären. So könnten diese Führungen interessierten Menschen zeigen, was Ihr am Hof besonders schätzt.
Bitte überlegt Euch, ob Ihr mitmachen wollt. Es muss auch nicht Jeder den ganzen Tag dabei sein.
Und natürlich - auch dieses Jahr wären Kuchenspenden toll
Bitte meldet Euch bis Mitte März per eMail an mail -at- entrup119.de. Wir koordinieren dann die Plätze und können so rechtzeitig die Plakate drucken.

Sonntag, 12. Februar 2017

Wie war das Entruper Bienenjahr 2016?

Barbara und Tina berichten:

Die Jahreszeitenuhr dreht sich unaufhaltsam weiter. Wir haben nun schon Februar, draußen liegt Schnee, die Temperaturen sind frostig. Die Bienen ziehen sich im Winter zu einer Traube zusammen, sodass im Inneren eine konstante Temperatur von 20-22 ºC gehalten werden kann. „Heizerbienen“ haben alle Flügel voll zu tun. Im Leerlauf, durch Muskelzittern der Flugmuskulatur erwärmt sich der Brustabschnitt und dient als Wärmequelle.

Wir blicken auf ein entspanntes, lehrreiches Bienenjahr. An dem Bienenstand hinter dem neuen Folientunnel haben wir zwei Völker über das Jahr hin betreut. Emsig haben die Arbeiterinnen Blüten bestäubt, Nektar und Pollen gesammelt und die beiden Königinnen unermüdlich für Nachkommen gesorgt. Es ist immer wieder faszinierend das Treiben am Flugloch zu beobachten. „Wächterbienen“ halten die Stellung und stürzen sich auf Alles, was nicht den eigenen Stockgeruch hat. Bienen mit dicken Pollenhöschen setzen zur Landung an; junge Flugbienen drehen den ersten Orientierungsflug. Jedes Volk und jede Zeit hat seine ganz eigene Stimmung.
junge Honigbiene schlüpft
                                                                                 
Wir haben 2016 weiterhin mit unserem Wachskreislauf experimentiert. Es wird empfohlen, vorgefertigte Wachstreifen als Orientierungshilfe anzubringen. Unser Ziel ist es jedoch, einen komplett eigenen Wachskreislauf zu schaffen und so haben wir mit völlig leeren Rähmchen gearbeitet. Fazit: Die Bienen haben ordentliche, wunderschöne helle Waben gebaut, in denen sie nach der Herbstdurchsicht ca. 19 kg Honig gelagert haben.
Aus einer Wabe haben wir erstmalig ein Kilo duftenden Honig geerntet und die goldgelb gefüllten Gläser der Hofgemeinschaft geschenkt.
In der konventionellen Imkerei würde einem Volk 30 kg oder mehr Honig entnommen. Wir bemühen uns, durch Beobachten und fachlichem Austausch, um weitere Schritte hin zu einer wesensgemäßen Haltung. So steht für uns zur Zeit nicht die Honiggewinnung im Vordergrund.

Da im letzten Winter ein Volk durch die Varroamilbe gestorben ist, haben wir sehr sorgsam die herbstliche Behandlung mit Ameisensäure durchgeführt. Die anschließende Schätzung der vorhandenen Milben erbrachte einen geringen Befall.

Als Schutz vor Mäusen, die es sich im Spätherbst gerne im warmen Bienenstock gemütlich machen, wurden Mäusegitter vor den Fluglöchern befestigt.

Die letzte Herbstdurchsicht hat uns allerdings heftig erschüttert. Unser „Urvolk“, welches das Hochwasser überlebt und einige Ableger erzeugt hat ist gestorben. Noch stehen wir vor einem Rätsel und forschen an der Ursache.

An dieser Stelle ist der wertvolle Kontakt zu Müfera zu erwähnen. Müfera (Melifera Münster) ist eine konstante und lockere Gruppe von Imkern, die sich praktisch und fachlich mit der wesensgemäßen Bienenhaltung beschäftigt. Wir treffen uns etwas unregelmäßig bei den Imkern privat, tauschen Tipps und diskutieren über den Bücherskorpion, Einraumbeuten, Zertifizierungen und was im Jahresverlauf ansteht. 

  Ausschau 2017


In diesem Jahr ist im Rahmen der Veranstaltungsreihe ein „Besuch bei den Bienen“ in Planung. Angedacht ist ein kurzer Überblick über das Leben des Bien und natürlich ein Kontakt auf Facettenaugenhöhe.
Termin ist der 29.04.2017

Weiterhin liegt uns die Bienenweide oder Bienentrachtpflanzen sehr am Herzen. Entrup ist schon eine Oase für bestäubende Insekten, aber vielleicht können wir die Vielfalt noch erhöhen?

Wer sich für das Wunderwerk Honigbiene interessiert und sich unserem Imkerteam anschließen möchte, ist herzlich willkommen!

Auf dem Hof ist die Lammzeit voll im Gange, unsere Bienen benötigen für ihre Flugfähigkeit eine Außentemperatur von mindestens 12 ºC – somit ist noch Winterruhe für Bienen und Imkerinnen!




Dienstag, 7. Februar 2017

Hofbrief: KW 6


Der eine oder andere Sonnentag hat schon warme Stunden gebracht und doch hat der Winter noch die Oberhand. Obwohl auch wir die warmen Tage schon sehnlichst erwarten, können wir auch dem Frost etwas Gutes abgewinnen. Die Felder und Wiesen erholen sich spürbar. Der Ackerboden krümelt schön zur ersten Bestellung im März. Die Arbeit beim Heckenschnitt, bei der Brennholzwerbung oder beim Streuen von Kompost geht bei frostigem Wetter leichter von der Hand.
Der Mitmachtag „Heckenpflege“ am vergangenen Samstag hat bei schönstem Winterwetter immerhin 10 Teilgeber auf den Hof gelockt. Mit Hilfe zweier Motorsägen und vieler, vieler Hände in dicken Lederhandschuhen konnten wir auf einer Länge von ca. 400m eine Dornenhecke zurückschneiden um stellenweise 5m Breite, die sie über den ursprünglichen Zaun gewuchert war.
Die Lammsaison verläuft in diesem Jahr besonders ruhig, es gibt kaum Komplikationen bei den Lammungen; die meisten Mutterschafe und ihre Lämmer sind wohlauf.
Wir führen das u.A. auf die konsequente Heufütterung in der Winterstallsaison zurück – Heu ist besonders wiederkäuergerecht und fördert somit die Gesundheit der Tiere.
Die Vielfalt im Gemüsesortiment nimmt jetzt spürbar ab. Einige Sorten wie Chinakohl, Radicchio oder Schmelzkohlrabi haben die Grenze der Haltbarkeit erreicht. Bei Kartoffeln und Möhren kooperieren wir traditionellerweise mit unserem Naturland-Nachbarn Heiner Wening und dem biodynamischen Knollmannshof. Dort gab es im letzten Jahr wegen zu viel Regen im Juni und zu wenig Regen im restlichen Sommer erhebliche Ernteausfälle. Die Vorräte sind schon jetzt aufgebraucht. Da wir aber nicht auf diese beiden Grundnahrungsmittel verzichten wollen, werden wir in der nächsten Zeit die CSA-Anteile mit Bio-Kartoffeln von einem regionalen Anbauer und Möhren vom Bio-Großhandel ergänzen.
Jetzt erweist es sich sehr zum Vorteil, dass unser Hof neben dem Gemüseanbau auch auf die Tierhaltung setzt: Im zeitigen Frühjahr ist die Gemüseauswahl gering („Saure-Gurken-Zeit“), die Milch wird aber wieder mehr und die Milchprodukte somit vielfältiger. Außerdem sind die Lämmer vom letzten Jahr jetzt ausgewachsen und liefern nach und nach vorzügliches Fleisch.
Vielleicht passt es ja auch ganz gut zum Winter, mehr tierische Lebensmittel zu essen. Die Vorfreude auf das frische Grün des Frühlings ist dann umso größer. Die ersten Salate und Kohlrabi sind bereits gesät, Samstag folgt die Radieschenaussaat.

Dienstag, 31. Januar 2017

Hofbrief: KW 5


Täglich werden im Schafstall neue Lämmer geboren. Besonders die älteren Schafe lammen meist selbstständig und kümmern sich sofort um ihren Nachwuchs. Beeindruckend ist jedes Mal, wie sicher die Tiere ihrem Instinkt folgen: Wenn die Wehen einsetzen, wird das Schaf unruhig, läuft herum, sucht sich im Stall eine ruhige Ecke und legt sich dann hin, wenn es nötig ist. Kaum sind die Lämmer da, werden sie schnellstens trocken geschleckt und zum Aufstehen ermuntert. Keine halbe Stunde und die jungen Schafstallbewohner sind auf den Beinen. Sie suchen schon Mutters warme Milch und bekommen auch, wenn nötig, mit gezielten Kopfstupsern den Weg zum Euter erklärt. Dort stellen sich die Bocklämmer meist etwas ungeschickter an, als ihre Schwesterchen, was bei uns Menschen ja auch oft nicht anders ist. Aber keine Schafmutter kann eher ruhen, bis die Lämmchen auch wirklich genug von der Erstmilch getrunken haben. Bei den Erstlammenden ist das schon ein bißchen anders: Die Lammungen dauern oft länger und es gibt die eine oder andere junge Mutter, die mit ihrer neuen Rolle erst warm werden muss. Für solche Fälle gibt es dann erstmal ein „Familienzimmer“, wo Schaf und Lämmer sich ungestört kennen lernen können.
Zweifelsohne muss aber gesagt werden, dass
eine zurückhaltende Geburtsbegleitung und im Ernstfall auch aktive Geburtshilfe so manches Lämmer- und auch Schafsleben gerettet hat. Und immer wieder muss ein Lämmchen mit der Milchflasche gefüttert werden, bis es fest im Leben ankommt. Also frühmorgens raus, spätabends raus in den Schafstall für einen Kontrollblick!

Am Montag gab es übrigens eine Vierlingsgeburt. Drillinge gibt es immer wieder, während es Mehrlinge das letzte Mal 2008 gab – einige von Euch kennen noch die Postkarte mit den fünf Lämmern an der Milchbar.

Am Samstag ist wieder Mitmachtag: Heckenpflege steht auf dem Programm.
Auf einer Grünlandfläche wächst die Schlehenhecke seit Jahren in die Breite und überwuchert die Wiese immer mehr. Hier wird deutlich – wir leben in einer Kulturlandschaft. Ohne beherztes Hand-Anlegen verbuscht eine Wiese, die wir für ein natürliches Biotop halten, und wird nach und nach zum Wald.
Wir wollen also die Säge schwingen und das Gebüsch wieder in die Schranken weisen. Das abgesägte Holz kommt dem Osterfeuer zugute.
4. Februar, 10 Uhr, Mittagessen um 13 Uhr inklusive, Anmeldung erwünscht
Samstag laden wir noch zu einer weiteren Veranstaltung. Dorit und Luz von der Zwischenzeit e.V. berichten von ihren Reisen nach Südmexiko und zeigen ihren Film „Wenn das Land zur Ware wird – Von der Zerstörung der Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung in Chiapas“. Mehr Infos gibt es auch im Post unter http://entrup119.blogspot.com/2017/01/wenn-das-land-zur-ware-wird-04022017.html
4. Februar, 14 Uhr im Hofcafé, Eintritt frei