Dienstag, 6. Dezember 2016

Hofbrief: KW 49


Seit 2007 wird unser Hof von der Gärtnerhof Entrup e.G. bewirtschaftet. Das „e.G.“ steht dabei für eingetragene Genossenschaft. Diese Rechtsform wurde gewählt, um der ideelen Ausrichtung des Hofes als „Gemeinschaftshof“, die die Menschen von der Initiative Entrup 119 e.V. schon 1996 durch den Hofkauf auf den Weg gebracht haben, auch im Wirtschaftsleben einen passenden Rahmen zu geben.
Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von Personen, die gemeinsam und gleichberechtigt ein Unternehmen unterhalten. Die Genossenschaft ist die demokratischste Rechtsform, denn Entscheidungen werden gemeinsam und per Abstimmung getroffen. Jeder Genosse hat nur eine Stimme, ganz egal, ob er einen oder zwanzig Anteile gezeichnet hat. Die Genossenschaft ermöglicht Selbstverwaltung und damit ein Weniger an Bürokratie. Zugleich schafft sie mit einem hohen Maß an Selbstbestimmung die Voraussetzungen für die gemeinsame Hofentwicklung.
Ende November hat die UNESCO die Idee und Praxis der Genossenschaften in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Die Liste umfasst 336 immaterielle kulturelle Ausdrucksformen aus allen Weltregionen. Darin verzeichnet sind der argentinische und uruguayische Tango, die tibetische Oper in China und die Manden Charta in Mali, die als älteste Verfassung der Welt gilt. Weitere Beispiele sind das mongolische Naadamm-Festival, die Heilig-Blut-Prozession im belgischen Brügge, der kolumbianische "Carnaval de Negros y Blancos" und die Pfeifsprache El Silbo von der spanischen Kanareninsel La Gomera.
Die Genossenschaften fanden in der Liste Eingang, weil hier bürgerschaftliches Engagement jenseits von privaten und staatlichen Wirtschaftsformen zum Ausdruck kommt. Die Menschen begegnen sich als Miteigentümer am gemeinsamen Projekt auf Augenhöhe. Das fordert und fördert Engagement, Gestaltungswillen und Solidarität.

Montag, 5. Dezember 2016

Genossenschaften sind Immaterielles Kulturerbe


Der Zwischenstaatliche Ausschuss der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe hat am 30. November in Addis Abeba die Idee und Praxis der Genossenschaft als ersten deutschen Beitrag in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Die Genossenschaft ist eine allen offen stehende Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, ein Modell der kooperativen Selbsthilfe und Selbstverantwortung.
Weltweit wirken etwa 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in über 100 Ländern an ihrer Umsetzung und der Weitergabe des Wissens rund um diese Organisationsform mit, 21 Millionen davon in Deutschland. Die hohe Anzahl von Genossenschaftsmitgliedern in Deutschland und die rechtliche Absicherung ihrer Grundsätze durch ein Genossenschaftsgesetz sind im internationalen Vergleich Besonderheiten.
Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt: „Genossenschaften gibt es auf der ganzen Welt. Ihre Arbeit ist eine Antwort auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Sie leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung beispielsweise durch Armutsreduzierung über lokale Beschäftigung und soziale Integration. Ich freue mich sehr, dass diese erste deutsche Nominierung das Völkerverbindende in den Vordergrund stellt. Die Kulturform der Genossenschaften verbindet uns mit Menschen auf der ganzen Welt!“
Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters: „Die Genossenschaftsidee und -praxis ist durch ihre weite Verbreitung für uns in Deutschland eine gesellschaftsprägende Kulturform. Jeder vierte Deutsche ist Mitglied einer Genossenschaft. In der Kultur- und Kreativszene erleben Genossenschaften in den letzten Jahren einen wahren Gründungsboom: von Kinos und Filmverleihen über Theater, Orchester, künstlerische Proberäume, Ateliers und Soziokulturelle Zentren bis hin zu Netzwerken der Kultur- und Kreativwirtschaft. In Genossenschaften begegnen sich die Menschen als Miteigentümer am gemeinsamen Projekt auf Augenhöhe. Das fordert und fördert  Engagement, Gestaltungswillen und Solidarität.“
Claudia Bogedan, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bremens Senatorin für Kinder und Bildung: „Die Anerkennung der Genossenschaften als Immaterielles Kulturerbe belegt den Beitrag Immateriellen Kulturerbes zu sozialem Zusammenhalt. In Genossenschaften kommt bürgerschaftliches Engagement jenseits von privaten und staatlichen Wirtschaftsformen zum Ausdruck. Die Genossenschaftsfamilie verstand sich von jeher als eine an sozialen Werten orientierte Bewegung, die auf ideellen Grundsätzen wie Solidarität, Ehrlichkeit, Verantwortung, Demokratie aufbauend eine alternative Wirtschaftsform bildet.“
Prof. Dr. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission: „Die Genossenschaftsidee und -praxis ist in Deutschland eine lebendige Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Genossenschaften bringen Menschen mit gemeinsamen Interessen ohne Gewinnerzielungsabsicht zur Erreichung gemeinsamer Ziele zusammen. Das hat eine enorme kulturelle Bedeutung, die nun auch auf internationaler Ebene anerkannt wurde. Ich freue mich, dass die Aufnahme der Genossenschaftsidee und -praxis in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes das Verständnis des gelebten kulturellen Erbes erweitern wird.“

Genossenschaften in Deutschland

Eine Genossenschaft ist eine freiwillige Vereinigung von Menschen mit gleichen Interessen, die individuelles Engagement und Selbstbewusstsein fördert und soziale, kulturelle und ökonomische Partizipation ermöglicht. Mitglieder werden durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen zu Miteigentümern. Ihre von der Zahl der erworbenen Anteile unabhängige Stimme sichert ihnen Mitbestimmung und die Möglichkeit der aktiven Mitgestaltung zu. Dies ist ein besonderer Ausdruck von Solidarität und gemeinsamer Verantwortung. Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen legten Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland wichtige Grundlagen für die heutige Genossenschaftspraxis. 

Hintergrundinformationen zum Immateriellen Kulturerbe

Der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zum Immateriellen Kulturerbe zusammen. Er entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die Listen des Immateriellen Kulturerbes. Bisher sind 336 Formen des Immateriellen Kulturerbes auf der internationalen Repräsentativen Liste eingetragen, 43 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes und zwölf gute Praxisbeispiele zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes. Kriterien für die Anerkennung sind unter anderem eine nachweisbare Lebendigkeit und eine identitätsstiftende Komponente für die Trägergemeinschaft der Kulturform, die Entwicklung von Erhaltungsmaßnahmen, eine weitreichende Beteiligung der Trägergemeinschaft und die Eintragung in ein nationales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Mit der Einschreibung verpflichten sich die Vertragsstaaten, das Immaterielle Kulturerbe auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu fördern.
Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Bis heute sind 171 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat.

Aufruf zur 7. Wir haben es satt!-Demo

Am 21. Januar demonstrieren wir – Bäuerinnen und Bauern, LebensmittelhandwerkerInnen und kritische KonsumentInnen – zum siebten Mal gemeinsam für gesundes Essen, eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und fairen Handel. Im Jahr der Bundestagswahl wollen wir die Agrar- und Ernährungswende zum zentralen politischen Thema machen. Bist du dabei?
Demonstration: 21.01.2017 | 12 Uhr | Berlin – Potsdamer Platz
Gemeinsam für gesundes Essen, bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und fairen Handel
Die bäuerliche Landwirtschaft und das regionale Lebensmittelhandwerk sind in Gefahr. Denn Agrarkonzerne und die Bundesregierung treiben die Industrialisierung der Land- und Lebensmittelwirtschaft voran. Die Folgen: Das weltweite Höfesterben schreitet rasant voran, die handwerkliche Lebensmittelherstellung wird verdrängt, hunderte Millionen Menschen leiden an Hunger oder Mangelernährung, die Artenvielfalt schwindet und die Klimakrise verschärft sich.
Wir wollen Bauernhöfe statt Agrarindustrie! Statt Bäuerinnen und Bauern weltweit durch Landnahme den Boden unter den Füßen wegzuziehen, müssen Arbeit und Perspektiven in den ländlichen Regionen geschaffen werden. Im Wahljahr 2017 wird entschieden: Weiterhin Steuermilliarden für Agrar- und Chemieindustrie, Großgrundbesitz und Tierfabriken? Oder werden die regionale Landwirtschaft und das Lebensmittelhandwerk sowie Tier- und Umweltschutz gefördert? Wir wollen eine sozial gerechte Agrarpolitik! Kleinere und mittlere Höfe müssen überleben können. Dafür brauchen wir eine Agrarwende hin zu einer bäuerlichen und ökologischeren Landwirtschaft!
Wir wollen gesundes Essen! Aber Pestizide wie Glyphosat belasten unsere Lebensmittel, Mega-Mastanlagen quälen Nutztiere und übermäßiger Gülleeinsatz verschmutzt unser Wasser. Chemieriesen versuchen neuartige Gentechniken durch die Hintertür auf die Äcker und Teller der Welt zu bringen. An diesem System verdient vor allem die Agrarindustrie – auf Kosten von Bäuerinnen und Bauern. Schluss damit: Wir brauchen verbindliche Regeln für eine Land- und Ernährungswirtschaft, die Mensch, Tier, Umwelt und Klima schützt!
Wir wollen Demokratie statt Konzernmacht! Freihandelsabkommen wie CETA, TTIP und EPAs mit afrikanischen Staaten werden die Märkte weiter liberalisieren und zu noch mehr Exportabhängigkeit führen. Bäuerinnen und Bauern müssen zunehmend für den Weltmarkt produzieren, zu noch miserableren Erzeugerpreisen. Das führt zu Dumping-Exporten und zu höherer Marktkonzentration. Megakonzerne wie Bayer-Monsanto üben immer mehr Macht über unser Essen aus – vom Saatgut bis in den Supermarkt. Verantwortlich auch hier: die Agrarpolitik in Berlin und Brüssel.
Wir Bäuerinnen und Bauern, LebensmittelhandwerkerInnen, ImkerInnen, BäckerInnen, GärtnerInnen, Tier-, Umwelt- und NaturschützerInnen, Aktive der Entwicklungszusammenarbeit, kritische VerbraucherInnen und engagierte Jugendliche fordern auf der 7. „Wir haben es satt!“-Demonstration eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft.
Wir brauchen gesundes Essen für alle! Wir lassen die Ernährungs- und Agrarwende Tag für Tag Wirklichkeit werden und machen sie zum zentralen politischen Thema im Wahljahr. Die Politik muss sich jetzt ändern, damit Konzerne nicht länger über unser Essen bestimmen

Gemeinsam fordern wir im Wahljahr 2017:

Bauernhöfe statt Agrarindustrie!

  • Subventionen an Agrarkonzerne stoppen und die Agrarwende konsequent fördern: Jährlich 500 Millionen Euro mehr in bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft investieren. Anreize für besonders artgerechte Tierhaltung und umweltschonendere Bewirtschaftung schaffen!
  • Vielfalt der Bauernhöfe erhalten: Kleine und mittlere Betriebe fördern!
  • Bauernhöfe stärken: Bis 2020 mindestens 50 % der öffentlichen Beschaffung aus regionaler und ökologischer Landwirtschaft!

Gesundes Essen statt Umweltverschmutzung und Tierleid!

  • Für gesundes Essen und besonders artgerechte Tierhaltung: Tierschutzgesetz ohne Ausnahmen umsetzen! Bis zum Jahr 2020 Antibiotika um mindestens 50 % reduzieren! Antibiotikamissbrauch sofort stoppen und Reserveantibiotika in der Tierhaltung verbieten!
  • Wasser und Klima schonen: Überdüngung stoppen, Obergrenzen für Viehbestand einführen und Tierzahl an die Fläche binden!
  • Artenvielfalt erhalten und Bienensterben stoppen: Pestizideinsatz massiv reduzieren! Keine Gentechnik durch die Hintertür!

Demokratie statt Konzernmacht!

  • Konzernmacht beschränken: TTIP, CETA und EPAs verhindern! Megakonzerne im Landwirtschafts- und Lebensmittelsektor aufbrechen und keine weiteren Fusionen zulassen! Kennzeichnungspflicht für Tierhaltung, Gentechnik im Futter und Herkunft bei allen Lebensmitteln!
  • Für mehr globale Gerechtigkeit: Agrarexporte reduzieren, bäuerliche Erzeugung und regionale Märkte weltweit stärken und Entwicklungszusammenarbeit agrarökologisch ausrichten!
  • Für faire Erzeugerpreise: Überschussproduktion durch Marktregulierung beenden! Heimisches Eiweißfutter fördern!

People4Soil: Unterzeichne die Bürgerinitiative für den Bodenschutz in Europa!


(ein Beitrag von Jakob Sehmsdorf)
Heute ist Weltbodentag. Aber es gibt noch kein europäisches Gesetz, dass den Boden schützt!
Damit sich das ändert, haben sich über 400 Organisationen in ganz Europa vereint und eine Europäische Bürgerinitiative gestartet. Sie trägt den Titel People4Soil.
Landwirtschaft – auch solidarische Landwirtschaft – kann auf Dauer nur gelingen, wenn wir um unsere Böden Sorge tragen.
Daher ist auch das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft Mitträger von People4Soil.
Bitte unterzeichne auch du noch heute die Bürgerinitiative und RETTE DEN BODEN MIT DEINER UNTERSCHRIFT!
Du findest die Petition
und weitere Informationen unter https://people4soil.eu/deDas Unterschriftenliste zum Ausdrucken und Auslegen gibt es unter https://drive.google.com/file/d/0B4Yr47bijFX-LTFwSzUxZTVEazg/view?usp=sharing.
Liebe Grüße,
Jakob

PEOPLE4SOIL

Der Boden ist eine wesentliche, begrenzte, nicht-erneuerbare und unersetzbare Ressource: Das Wohl der jetztigen und der zukünftigen Generationen hängt von der Gesundheit des Bodens ab. People4soil ist ein freies und offenes Netz von europaischen NGOs, Forschungsinstituten, Bauernverbänden und Umweltschutzgruppen. Wir wollen, dass Europa den Boden als ein wesentliches Gemeingut für unser Leben anerkennt.

Dienstag, 29. November 2016

Hofbrief: KW 48


Die Adventszeit beginnt mit winterlich-klaren Nächten. Unsere unbefestigten Feldwege, zuletzt durch die vielen Novemberniederschläge zu Schlammpisten ausgeschwemmt, sind jetzt steif gefroren und auch mal ohne Gummistiefel begehbar. Auch die Blumenbeete und die abgeernteten Ackerflächen, die vor ein paar Tagen noch traurig, welk, unordentlich aussahen, sind jetzt mit einem Vorhang aus Raureif bedeckt und leuchten in den Farben der Morgensonne.
Als Hofgemeinschaft feiern wir den Advent als ruhige, melkfreie Zeit. Der Eine oder Andere hat einen Kranz aus Immergrün gebunden. Zur täglichen Arbeitsbesprechung morgens um 09:00 singen wir ein Adventslied. Und wir beschenken uns schon jetzt: Das Wichteln hat wieder angefangen. Alle kleinen und großen Kinder haben in einem Losverfahren einen Namen gezogen und überraschen jetzt ihren Wichtelpartner mit kleinen Präsenten, die plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen. Bei der Weihnachtsfeier wird der Spuk dann aufgelöst und man erfährt endlich, wenn man es nicht schon erraten hat, von wem man denn die ganze Zeit beschenkt worden ist.
Am Samstag, dem 3. Dezember, laden wir um 10:00 Uhr zum mittlerweile traditionellen Nikolausfrühstück ins Hofcafé ein.
Während die Erwachsenen gemütlich Beisammen sitzen, können die Kinder eine Kleinigkeit backen, Weihnachtsgeschichten lauschen, basteln oder die Schafe im Stall besuchen.
Anmeldung ist ausdrücklich erwünscht, bitte per Telefon oder E-Mail bis Freitag, 12:00 Uhr!
Ein Beitrag zum Frühstücksbuffett wäre bereichernd.

Mittwoch, 23. November 2016

Bundesweiter Wettbewerb „Wir tun was für Bienen!“

(ein Beitrag von der Initiative "Deutschland summt!")

Das ist der noch nie da gewesene, bienenfreundlichste und gemeinschaftlichste Wettbewerb aller Zeiten:
für die Bienen, für das Leben, für unsere Zukunft!

Wenn wir JETZT nicht gemeinsam handeln, riskieren wir das Verschwinden der so wichtigen Bestäuberinsekten. Verschieben gilt nicht :-)
Deshalb gibt es jetzt diesen großen Mobilisierungs-Wettbewerb:
  • Wir machen mobil und bepflanzen Deutschland - und zwar bienenfreundlich! Jeder darf. Jeder kann.
  • Pollen und Nektar satt - für unsere Wild- und Honigbienen.
  • Wunderschöne Augenweiden für uns selbst.
  • Tolle Gemeinschaftserlebnisse. Sind auch Sie dabei?
  • Wir erleben dabei die Jahreszeiten:
    "Herbstsummen 2016", "Frühjahrssummen 2017" und "Sommersummen 2017"
Wir laden also hier und heute alle Menschen ein - groß und klein, im privaten oder beruflichen Umfeld - etwas für unsere Bienen zu tun. Besonders unsere 560 Wildbienenarten sind stark bedroht. Aber auch die Honigbienen hungern, vor allem auf dem Land.

Preise:
Jede Etappe hat ihre Gewinner. Neben Geldpreisen gibt es viele Gutscheine zu gewinnen, die auch für Gruppen interessant sind. Von Carsharing bis Ökostrom, von Büroartikeln bis Lebensmittel, von Gartenmöbeln, Spielmaterialien bis Sportsachen ist alles dabei.

Warum fehlt das Summen?
Viele Gärten und Parks sind geprägt von sterilen Flächen aus Schotter, Rasenflächen, Thujahecken und Zierpflanzen. Auf dem Land sieht man kaum einen Blühstreifen geschweige denn ein buntes Feld mit Mohn, Kamille und Kornblume. In ihren schrumpfenden und vergifteten Lebensräumen finden die Bienen immer weniger Nahrung und Strukturen, um ihre Eier abzulegen.

Unter dem Motto „Be happy! Make a bee happy.” ruft die Initiative Deutschland summt! in einem bundesweiten Wettbewerb dazu auf, gemeinschaftlich naturferne Flächen für unsere Bienen und die Natur zurückzuerobern. Die Vision: In jeder Stadt und Gemeinde finden sich viele Menschen, die sich am innovativen Wettbewerb beteiligen. Es werden Gruppen aller Art prämiert, die sich gemeinsam für die Bienen, die biologische Vielfalt und damit für unsere Zukunft einsetzen. Ob Firmenkollegen, Vereinsmitglieder oder Flüchtlingsgruppen, ob Kitas oder Sportler, alle dürfen mitmachen. Von Privat-, Schul- oder Unternehmensgärten bis hin zu kommunalen Parks – überall sollen heimische Pflanzen erblühen und Nektar und Pollen spenden!

Der Wettbewerb wird in drei Etappen durchgeführt: Herbstsummen 2016, Frühjahrsummen 2017 und Sommersummen 2017. Ein Einstieg in den Wettbewerb ist jederzeit möglich und alle Etappen sind mit attraktiven Preisen ausgestattet. Die einzelnen Aktionen werden von den Teilnehmern auf der Plattform www.wir-tun-was-fuer-bienen.de hochgeladen. Dort finden sich ausführliche Informationen zum Wettbewerb sowie Tipps und Tricks zum Bienenschutz.

Daniela Schadt, Schirmherrin von Deutschland summt!, unterstützt den Wettbewerb: „Jeder kleine Beitrag zum Schutz der Wildbienen kann helfen, ihren Lebensraum zu erhalten. ‚Wir tun was für Bienen!‘ – in diesem Bewusstsein ermutigen wir uns gegenseitig in einem Wettbewerb, der unsere Ökosysteme und so jeden einzelnen von uns bereichern wird.“


Hintergrundinformationen:
Die Initiative Deutschland summt! (www.deutschland-summt.de) der gemeinnützigen Stiftung für Mensch und Umwelt (www.stiftung-mensch-umwelt.de) möchte Aufmerksamkeit für die Bienen, die Stadtnatur und unsere Abhängigkeit von einem funktionierendem Ökosystem schaffen. Am Beispiel der Bienen kann man den Menschen die Dramatik des Rückgangs der biologischen Vielfalt ganz plastisch vor Augen führen und sie andererseits inspirieren und mobilisieren, selbst etwas dagegen zu unternehmen.
Deutschland summt! stellt das Thema „Bienen“ in unterschiedlicher Art und Weise in den Fokus, agiert öffentlichkeitswirksam und vernetzend. Aus Berlin summt!, Startpunkt der Gesamtinitiative und gegründet im Jahr 2010, wurde schnell ein Skalierungsprojekt, dem sich Engagierte aus (bisher) elf weiteren Städten anschlossen: Hamburg, Frankfurt am Main, München, Hannover, Eichstätt, Schweinfurt, Pfaffenhofen a.d. Ilm, Vierkirchen, Ingolstadt, Neuenhagen und Mühlacker.

Warum sind die Bienen so schützenswert?
Den Bienen geht es schlecht! Sie finden in unseren aus- und aufgeräumten Landschaften immer weniger Nahrung und Nistmöglichkeiten. Zudem werden sie durch Pestizide schwer geschädigt. Mehr als die Hälfte unserer heimischen Wildbienenarten stehen schon auf der Roten Liste. Das alles geht uns direkt an, sind doch die Wildbienen sowie unsere Honigbiene wegen ihrer immensen Bestäubungsleistung notwendig für das Fortbestehen zahlreicher heimischer Pflanzenarten. Für unzählige Lebewesen, einschließlich uns Menschen, stellen Pflanzen bzw. die Früchte und Samen, die sie hervorbringen, die Nahrungsgrundlage dar. Es ist also dringend notwendig, die 560 bei uns heimischen Bienenarten zu unterstützen. Zum Glück ist es ganz leicht, den sympathischen Summern unter die Flügel zu greifen, und es macht zudem großen Spaß!

(ein Beitrag von der Initiative "Deutschland summt!")

Dienstag, 22. November 2016

Hofbrief: KW47


Unsere Milchschafe sind seit Montag in Mutterschutz.
Nachdem sie den letzten Monat nur noch einmal täglich gemolken worden sind, dürfen sie sich die nächsten Wochen erholen und auf die kommende Lammzeit vorbereiten.
Unter anderem stehen ein Friseur- und ein Pediküretermin an – sprich die Wollschur und die Klauenpflege.
Mit den ersten Lammungen rechnen wir Anfang Januar. Die frischen Milchprodukte wie Quark oder Frischkäsetaler gibt es dann wieder im Februar, wenn die ersten Lämmer groß genug sind, sodass Milch zum Verkäsen übrig bleibt.
Bei den sechs Ziegen, die wir zusätzlich zu den ca. 100 Schafen halten, tickt die biologische Uhr etwas anders. Während die Schafe nur von Januar bis Mitte November Milch geben und das auch nur, wenn sie im Frühjahr gelammt haben, können die Milchziegen bis zu drei Jahre am Stück durchgemolken werden, ohne dass die Milchleistung stark nachlässt.
Diesen Winter
haben die behornten Meckertanten aber ihre Freude am Besuch von Ziegenbock Rakas und wir dürfen uns im Frühjahr auf die süßen frechen Zicklein freuen.
Morgens ist es auf dem Hof ruhiger ohne das Brummen der Melkmaschine, tagsüber aber heult jetzt häufiger die Kettensäge. Aus den Windschutzhecken werden einzelne überstehende Bäume gefällt und auch in dem kleinen Wäldchen am Hof liegt noch Sturmholz, das zu Brennholz aufgesägt und gespalten werden muss. Frisches Holz sollte mindestens zwei Jahre lagern, bis es verfeuert wird – somit bereiten wir uns jetzt also auf den Winter 2018 vor.
Auch wenn die Holzarbeit körperlich anstrengend ist, so ist sie doch bei allen Mitarbeitern beliebt, weil sie eine willkommene Abwechslung zur landwirtschaftlichen Routine darstellt und weil man immer im Team zusammenarbeitet. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir
einen großen Teil unseres Bedarfs an Warmwasser und Heizung einschließlich des Spülwassers in Melkstand und Käserei bis hin zum Erwärmen der Milch beim Käsen aus dem nachwachsendem regionalen Energieträger Holz decken.