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Donnerstag, 10. Dezember 2020

Hofbrief: KW 50 - Schafschur, tolle Wolle

Als Vorbereitung auf die Lammzeit wurden unsere Milchschafe geschoren. Einmal im Jahr kommt ein professioneller Schafscherer zu uns – er ist sehr geübt und erfahren und schert die Tiere viel schneller als unsereiner.

Ausruhen ist aber auch nicht drin – die Schafe müssen nach Farbe sortiert, nachgetrieben und für die Schur hingesetzt werden. Außerdem schneiden wir nach der Weidesaison die Klauen der Tiere, damit sie auch im Winter gut zu Fuß bleiben.
Beim Sortieren der frisch geschorenen Wolle
hatten wir auch dieses Jahr Unterstützung von fleißigen Teilgeber/innenen, die als Lohn eine sanfte Wollfett-Kur für ihre Hände bekommen haben.
Die vorsortierte Rohwolle wird in der Wollmanufaktur Filges in Wallenhorst
zu Heilwolle weiterverarbeitet. Aus den stark verunreinigten Partien werden Wollpellets hergestellt, die wir als lange wirksame Düngemittel im Gemüsebau einsetzen können.

Freitag, 2. März 2018

Hofbrief. KW 9


So ein Mist! So wie Landwirte umgangsprachlich für dumm und ungebildet gelten, so wird auch keiner beim Anblick eines Misthaufens an einen Schatz oder an ein kostbares Vermögen denken. Nicht so die Biobauern.
Wir streben im landwirtschaftlichen Betrieb einen geschlossenen Kreislauf an:
Die Tiere bekommen hauptsächlich betriebseigenes Futter, der Winterstall sollte möglichst mit eigenem Stroh eingestreut werden und die Felder werden größtenteils mit Mist von den eigenen Tieren gedüngt.
Eigentlich ist das ziemlich zeitgemäß, cradle to cradle heißt das heute. Die aktuelle Nitratproblematik im Grundwasser haben wir genau wegen der enormen Futterimporte und der Kunstdünger aus dem Sack.
Ein guter Mist von Wiederkäuern ist mit ausreichend Einstreu vermengt, die die Sickersäfte auffängt, und er stinkt nicht, sprich er emittiert deutlich weniger klimarelevante Gase, als das gerne mal pauschal für jegliche Art von Mist in den Statistiken genannt wird. Mist zählt zu den organischen, heißt lebendigen Düngern, er düngt nicht unmittelbar die Nutzpflanzen, sondern vermehrt die Bodenfruchtbarkeit. Bestenfalls bauen wir Humus auf, der Kohlenstoff aus der Atmosphäre bindet.
Wer jemals die „magische“ Düngewirkung von Mist erlebt hat, wird mit Sicherheit den Misthaufen ganz anders anschauen.
In unserem Käsekeller ist demnächst Saisonwechsel. Aus der Melksaison 2017 sind nur noch zwei Laibe Schnittkäse übrig. Mittlerweile reifen dort aber bereits über 20 neue Laibe Schnitt- und Bergkäse heran.
Das erste Mal in den letzten zehn Jahren gab es u.A. dank besonderer Sorgfalt bei der Käsepflege keinen Verderb im Reifekeller. Außerdem begann die Lammzeit und entsprechend auch die Melksaison dieses Jahr außergewöhnlich früh, sodass die käsearme Zeit dieses Jahr besonders schnell vorüber ging.
ACHTUNG: Wegen des frostigen Wetters verschieben wir den geplanten Mitmachtag „Obstbaumschnitt“ um eine Woche auf den 10. März (s.u.).
Termine:
  • Sa., 10. März, 10 bis 13 Uhr:
    Mitmachtag „Obstbaumschnitt/Obstbaumpflanzung“ – Botanisches, Werkzeugkunde, Arbeitssicherheit, Praxis – Anmeldung erleichtert die Planung
  • Sa., 17. März, 15.30 Uhr:
    Mitgliederversammlung der Initiative Entrup 119 e.V. – Rückblick und Aktuelles zu Hofkauf, Baumaßnahmen und Bildungsarbeit

Dienstag, 12. Januar 2016

Hofbrief: KW 2


Auf dem Schafstalldach arbeiten im Augenblick zwei Monteure bei Wind und Wetter, um eine Photovoltaikanlage zu installieren.
Die Anlage ist relativ klein gehalten und soll Strom zum Eigenverbrauch auf dem Hof produzieren. Wir hoffen dadurch die hohen Stromkosten aus Bäckereiofen, Kühlhäusern und Melkanlage zu senken.
Finanziert wird die Photovoltaikanlage zu einem nicht unerheblichen Teil über Genossenschaftsanteile – Einlagen in die Gärtnerhof Entrup e.G., welche für über das Alltagsgeschäft hinaus gehende Investitionen verwendet werden.
Auch Lehrlingsausbildung bedeutet zunächst eine Investition. Als Ausbilder investiert man Zeit in Anleitung und Erklärung und manchmal auch Geld, wenn die erste Rückwärtsfahrt mit Schlepper und Anhänger zu nah an einer Hausecke vorbei führt.
Meistens macht sich Ausbildung aber bald bezahlt. Junge Menschen sind motiviert und bringen neue Ideen in den Alltagstrott ein. Wer motiviert ist, lernt schnell und nimmt seine Rolle im Zusammenspiel aller auf dem Hof Tätigen dankbar ein – die Arbeit läuft!
Wir besetzen im Augeblick vier Ausbildungsstellen, zwei im Bereich Landwirtschaft und zwei im Bereich Gemüsebau. 80 Prozent der Ausbildungszeit verbringen die Lehrlinge auf dem Betrieb, die restliche Zeit nehmen sie bei der staatlichen Ausbildung am Berufschulunterricht teil, während bei der Freien Ausbildung der Unterricht wechselnd auf verschiedenen Demeter-Höfen der Region stattfindet.
Die Freie Ausbildung wird vom Demeter-Verband organisiert und legt, anders als die staatlich organisierte Ausbildung, besonderen Wert auf die Besonderheiten in einem biologisch-dynamischem Betrieb: Die Betriebskreislauf-Idee, das enge Zusammenwirken von Pflanzenbau und Tierhaltung, der wesensgemäße Umgang mit den Nutztieren und der konsequente Einsatz von biodynamischen Präparaten werden vermittelt.
Spätestens nach zwei Jahren heißt es für die Auszubildenden aber, den Betrieb zu wechseln, um in der Lehre vielfältige Einblicke zu bekommen. Wir entlassen die lieb gewordenen Mitarbeiter mit einem lachenden und einem weinenden Auge und fangen wieder von Neuem an.

Termine:

Samstag, 16. Januar, ab 10.00 Uhr: Mitmachtag auf dem Hof – Heckenpflege und Aufräumen im Obstgarten
Samstag, 30. Januar, ab 18.00 Uhr: Benefizessen für die Initiative Entrup 119 e.V.
Samstag, 6. Februar, ab 10.00 Uhr: Mitmachtag auf dem Hof – Heckenpflege
Samstag, 6. Februar, ab 15.00 Uhr: Generalversammlung der Gärtnerhof Entrup e.G.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Hofbrief: KW 51


Die Motorsäge heult wieder. Oder jault. Oder singt. Je nach Empfinden.
Wenn im Winterhalbjahr die Arbeit auf den Feldern und in den Ställen weniger wird, nutzen wir die Zeit, um
Brennholz zu machen für unseren Holzofen.
Die meisten Wohnräume auf dem Hof werden mit Holz beheizt.
Aber auch das heiße Wasser in den Leitungen, das zum Pasteurisieren der Milch in der Käserei und zum Spülen der Rohre im Melkstand verwendet wird, erhitzen wir mit Holzenergie.
Der Ofen im Keller ist ein recht effizienter Holzvergaser, der die Energie besser ausnutzt, als ein gewöhnlicher Kaminofen, und weniger Wärme zum Schornstein raus befördert. Dennoch verheizen wir im Jahr eine ganze Menge der auf 75cm zugesägten Holzscheite, u.A. auch, weil das Wohngebäude relativ schlecht isoliert ist.
Demeter-Betriebe streben einen möglichst geschlossenen Betriebskreislauf an, es soll zum Beispiel auch möglichst wenig Energie von Außerhalb eingeführt werden. Beim Thema Heizen sind wir mit dem zentralen Holzofen einen guten Schritt weiter gekommen. Allerdings können wir aus unseren drei Hektar Wald nicht so viel Holz entnehmen, wie wir verheizen.
Glücklicherweise sind unsere hofnahen Wiesenflächen umsäumt von Hecken und Feldgehölzen, die, alle paar Jahre auf den Stock gesetzt, einiges zur Brennholzversorgung beitragen.
Alle Jahre wieder heult die Motorsäge. Oder singt.

Termine:

Samstag, 16. Januar: Mitmachtag auf dem Hof – Heckenschnitt und Aufräumen im Obstgarten
Samstag, 30. Januar, ab 18.00 Uhr: Benefizessen für die Initiative Entrup 119 e.V.Ein 5-Gänge-Überraschungsmenü von Piet Ammann – mit Lebensmitteln vom Hof / inkl. Getränke
„Gemeinsam Gutes bewirken – Essen kann so schön sein
Genießen Sie ein 5-gängiges Überraschungsmenü – gekocht mit „Herz, Esprit und Gewürz“
aus eigenen Hofprodukten und unterstützen Sie damit unseren Demeter-Hof Entrup 119. Der Erlös des Abends kommt der Gebäudeerhaltung wie z.B. der Sanierung der Bäckerei zugute.
Karten für 65,-/Person (alles inkl.) sind ab sofort im Hofladen und an unseren Markts
tänden erhältlich. Allerdings nur 40 Stück und nur bis zum 20. Januar. Ein besonderes Weihnachtsgeschenk für liebe Menschen, mit denen man gerne Zeit verbringen möchte.“