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Donnerstag, 22. April 2021

Hofbrief: KW 16 - Wenn die Schwalben wiederkommen, bleibt wenig Zeit zum schreiben...

Letzte Woche sind die ersten Schwalben bei uns angekommen.
Noch ist für die fleißigen Vögel wenig Nahrung vorhanden: Die Heerscharen von Mücken und Fliegen schlüpfen und kriechen erst aus ihren Winterquartieren, wenn es etwas wärmer wird.

Jeder Tag beginnt mit einem fröhlichen Vogelkonzert. Die Farben von Gras, jungem Laub und Himmelblau leuchten im Sonnenlicht. Auf den Wiesen und an Wegrändern blühen Löwenzahn, Taubnessel und Gundermann. In den Obstbäumen wird fröhlich gebrummt und Nektar gesammelt.

Die Milchschafherde futtert sich genüsslich durch die jungen Triebe der Gräser und Kräuter. Die kühlen Temperaturen in diesem Frühjahr finden die Schafe sowieso sehr angenehm. Der Spätwinter hat etwas mehr Feuchtigkeit im Boden hinterlassen, als in den vergangenen Jahren. Hoffentlich gibt das einen üppigen Aufwuchs auf den Weiden!

Auf den Feldern ist der Futterhafer gekeimt und wächst jetzt los. Auf dem Gemüseacker pflanzen wir Zwiebeln und diverse Kohlsorten. In den Folientunneln werden demnächst die ersten Sommersalate reif, dazu Stielmus und Spinat. Nächste Woche pflanzen wir schon die ersten Zucchini, Bohnen und Gurken.

Donnerstag, 28. Mai 2020

Hofbrief: KW 22 - Blüten, Trockenheit, Beikräuter, insektenschonende Mähtechnik


Ende Mai ist‘s schon. Die Rosen blühen und auch der Holunder kommt schon in die Vollblüte. Das Gras, wo es nicht gemäht wurde, steht in seiner ganzen Frühlingsstärke da. Für die biologisch-dynamischen Präparate können Kamillenblüten und Brennnesseltriebe mit den ersten Blüten gesammelt werden. Dort, wo noch Feuchtigkeit im Boden verblieben ist, wächst es üppig und rasant, meistens macht sich aber eher die anhaltende Frühjahrstrockenheit bemerkbar.
Auf den Gemüsefeldern erschwert die Trockenheit anstehende Pflanzungen und auch Hackarbeiten. Besonders auf den lehmigeren Böden können die Werkzeuge kaum in den verkrusteten Boden eindringen. Wurzelunkräuter wie Ampfer und Distel fühlen sich wohl – sie profitieren von ihrem tiefreichenden Wurzelsystem, holen das Wasser aus tieferen Schichten und wachsen fröhlich weiter, während drumherum das Wachstum stagniert.
Dass das Gras für Heu heutzutage nicht mehr mit der Sense geschnitten wird, ist wahrscheinlich den Meisten bekannt. Landarbeiter sind rar und teuer und auch die Technik hat Fortschritte gemacht. Gemäht wird mit speziellen Anbaugeräten für den Traktor.
Oft mäht für uns ein Lohnunternehmer aus Greven
– mit großer Arbeitsbreite hat er einen Hektar Wiese schnell gemäht und ist deshalb auch recht preisgünstig.
Eingesetzt werden meistens
Trommel- oder Scheiben-Mähwerke, ähnlich einem haushaltsüblichen Rasenmäher, nur viel größer. Neben einem hohen Leistungsbedarf haben sie fatale Auswirkungen auf die Insektenfauna. Die Geräte erzeugen einen Sog, das Gras wird darin mit schnell rotierenden Klingen abgeschlagen – die meisten Insekten überleben das nicht. Die Empfehlung, in den frühen Morgenstunden oder bei bedecktem Himmel zu mähen, kann im stressigen Betriebsalltag nicht immer umgesetzt werden. Also zurück zur Sense?
Glücklicherweise hat in den letzten Jahren die
Doppelmesser-Mähtechnik Fortschritte gemacht. Ein solches Mähwerk benötigt auch bei großer Arbeitsbreite nur einen relativ kleinen Traktor. Das Gras wird sauber abgeschnitten und wächst schneller wieder nach. Die meisten Insekten lässt eine solche Mahd unbeschadet.
Deshalb haben wir bei einem Hersteller vom Niederrhein ein solches Mähwerk ausprobieren dürfen – zusammen mit einem biologischen Nachbarbetrieb haben wir diese Anschaffung ins Auge gefasst. Der Artenvielfalt auf unseren Wiesen wird es hoffentlich zugute kommen.
Termine:
Den nächsten öffentlichen Termin, den Mitmachtag im Juni, lassen wir ausfallen.
D
ie CSA-Jahresversammlung findet wahrscheinlich als Videokonferenz statt – da arbeiten wir gerade an einem Konzept und auch die Technik ist für die meisten Menschen vom Hof Neuland.
An dieser Stelle bekommt Ihr sofort Bescheid, wenn wir G
enaueres wissen.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Hofbrief: KW 19 - Heuwetter, Bodenfröste, Gemeinschaft trotz sozialer Distanz


Das Wetter passt: Am Dienstag hen wir den ersten Kleegrasacker für ein schmackhaftes Heu. Heuwender, -schwader und Ladewagen sowie die Fördertechnik zum Heuboden haben ihren ersten Einsatz in diesem Jahr nach der langen Winterpause. Alle Geräte werden durchgeschaut und abgeschmiert, damit beim Einlagern – voraussichtlich am Donnerstag – alles reibungslos gelingt.
Die warmen und wolkenlosen Tage Anfang Mai bringen die gefürchteten Bodenfröste mit sich. Zwar sind die meisten Gemüsesorten bei -1°C nicht gefährdet. Jedes Jahr gibt es aber eine Zitterpartie mit den ersten Zucchini und dem Zuckermais: Wir pflanzen die beliebten Sorten möglichst schon Ende April, was meistens gut geht. Letztes und dieses Jahr war es aber dann doch zu kalt – ärgern hilft leider nicht, also säen wir ein zweites Mal aus und müssen uns mit der Ernte ein paar Wochen länger gedulden.
Die meisten Menschen aus dem Hofteam sind nicht nur Arbeitskollegen, sondern wohnen auch auf dem Hof. Wenn im Augenblick Aktivitäten im öffentlichen Leben stark reglementiert sind, aber auch Bildungsveranstaltungen ausfallen und von Reisen abgeraten wird, verbringen wir gewollt oder ungewollt mehr Zeit miteinander. Auch wenn hier auf dem Land viel Platz ist, um sich bei Bedarf aus dem Weg zu gehen, müssen wir doch Wege finden, um Bedürfnisse nach Privatsphäre und sozialer Distanz zu erfüllen und gleichzeitig ein gutes Gemeinschaftsgefühl zu erhalten. Nicht so einfach...
Termine:
Die nächsten öffentlichen Termine lassen wir ausfallen. Betroffen sind zunächst das „Natur erkunden für Familien“ und die Mitmachtage im Mai.
Auch
das traditionelle Hoffest, der „Tag des Schafes“ findet dieses Jahr nicht statt.
An dieser Stelle bekommt Ihr sofort Bescheid, wenn wir wieder Veranstaltungen durchführen können!

Dienstag, 8. Januar 2019

Hofbrief: KW 2


Zum Weihnachtsfest wurden wir reich beschenkt. Viele von Euch haben zusammengelegt, um dem Hofteam eine Freude zu machen. Es ist total gelungen da kamaber ganz schön was zusammen! Feierlich wurde uns ein Umschlag mit herzlichen Festtagsgrüßen und einem stolzen Sümmchen übergeben.
Vielen Dank dafür!
Wir freuen uns schon darauf, mit der ganzen Belegschaft im Herbst einen schönen Betriebsausflug zu unternehmen.
Ein Nachruf auf 2018 aus dem Bereich der Statistik: Das vergangene Jahr hat ja seinen Ruf weg als „Dürrejahr“. Auf dem Hof notieren wir täglich die Tiefst- und Höchsttemperaturen und auch die Niederschlagsmenge. Jetzt haben wir die Niederschlagsmengen mal zusammengerechnet. Tatsächlich waren die Sommer- und Herbstmonate außergewöhnlich trocken. Weil aber der Januar und der Dezember ausreichend bis überdurchschnittlich viel Regen gebracht haben, kommen wir auf eine Jahresmenge von guten 580l/m² – das langjährige Mittel für eine nahegelegene Wetterstation liegt bei 780l/m².
Fehlende 200l/m² machen also den Unterschied zwischen einem trockenen Sommer mit nur einem Heuschnitt und einem „normalen“ Sommer mit drei bis vier Ernten von den Wiesen. Erstaunlich...
Termine:

Dienstag, 10. April 2018

Hofbrief: KW 15


Die Wiesen und Weiden werden jetzt sichtbar dunkler, grüner – das Gras wächst wieder, es wird Frühling. Die Schafherde und auch die Pferde freuen sich darauf, wieder aus ihren Ställen raus zu kommen.
In der Umgewöhnungszeit von Heufütterung auf Weidegang dürfen die Tiere allerdings nur für wenige Stunden raus. Für die Verdauung bedeutet es nämlich eine grundlegende Umstellung. die nur Schritt für Schritt vollzogen werden darf.
Wenn die ersten Frühjahrssätze Gemüse gepflanzt sind, müssen wir uns die Zeit nehmen und unserem Ackerboden und seinen Bewohnern etwas Gutes tun.
Nur ein kleiner Teil der Gemüsebeete ist schon jetzt bepflanzt, viele Flächen liegen noch kahl da. Kürbisse, Sellerie und Zuckermais pflanzt man zum Beispiel erst Mitte Mai, weil sie die eiskalten Nächte, die es vorher noch geben kann, nicht überleben würden. Auch das Lagergemüse für den Winter wird erst im Frühsommer gepflanzt. Der Boden braucht aber eine Bedeckung als Schutz vor Trockenheit, vor Wind und starken Niederschlägen, um dauerhaft lebendig und fruchtbar bleiben zu können.
Deshalb säen wir zur Begrünung sogenannte Zwischenfrüchte oder Gründüngungsmischungen aus – schnellwachsende Pflanzen wie Buchweizen, Phacelia oder Malve, aber auch Klee, Erbsen oder Wicken. Sie schützen nicht nur die Ackerkrume vor Erosion, sondern durchdringen den Boden auch mit ihren tief reichenden Pfahl- oder den vielen Feinwurzeln. Oft sind auch Blütenpflanzen dabei, die unser Auge erfreuen und diversen Insekten als Nahrung dienen.
Zwei
bis vier Wochen vor der Gemüsepflanzung müssen wir die Gründüngungen dann mulchen und in den Boden einmischen – aus der sich zersetzenden Pflanzenmasse baut sich dann Humus auf. Das Gemüse profitiert von dem fruchtbaren und lockeren Boden.
Termine:
  • Sa., 14. April, 16 Uhr:
    Vogelkundliche Wanderung über die Hofwiesen mit Manuela Liebold, max. 15 Teilnehmer, bitte Fernglas mitbringen, Anmeldung erforderlich
  • Sa., 21. April, 15-17 Uhr:
    Hofbegehung eine gute Gelegenheit, sich über den Stand der Dinge auf den Gemüsefeldern zu informieren und die mittlerweile schon recht großen kleinen Lämmchen persönlich kennenzulernen
  • Di., 24. April, 17:30-19:30 Uhr:
    Wiesendips“ – Kräuterspaziergang über den Hof mit Silke Flotho-Westrup, max. 15 Teilnehmer, 10 €, Anmeldung über info@gierschundco.de

Donnerstag, 18. Mai 2017

Hofbrief: KW 20


Am Sonntag haben wir mit vielen vielen Besuchern unser großes Hoffest, den „Tag des Schafes“ gefeiert. Petrus war uns freundlich gesinnt und so gab es gute Stimmung bei Groß und Klein, viele interessierte Nachfragen bei den Gärtnereiführungen, aufmerksame Zuhörer bei der Märchenstunde und neugierige Wasserforscher beim Keschern im Hofteich. Viel Aufmerksamkeit erregte das Pflügen mit den Kaltblutpferden; daraufhin legten 15 tatkräftige Kinder mit dem einen oder anderen Erwachsenen selbst Hand an, um den Pflug durch den Ackerboden zu ziehen. Pünktlich zum Hoffest wurde hinter der Scheune ein Barfußpfad eröffnet, der uns mittelfristig erhalten bleibt. Und auch der jüngst aus eigenem Lehm erbaute Holzofen überzeugte im Dauereinsatz mit den leckersten Flammkuchen.
Ohne die Mithilfe von vielen Mitgliedern und Freunden an diversen Stationen oder auch im Hintergrund wäre ein Fest in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen – herzlichen Dank Euch Allen dafür!
Mitte Mai, die letzten Nachtfröste sind höchstwahrscheinlich vorbei, und der Frühling zeigt sich wieder von seiner warmen Seite. Die letzten Bäume entfalten ihr Laubkleid und das Gras auf den Wiesen wächst wieder schneller. Wir nutzen die sonnigen Tage und mähen den ersten Heuschnitt dieses Jahres. Der April war eher kalt und trocken, weshalb keine riesigen Erntemengen zu erwarten sind. Um für das Winterhalbjahr ausreichende Futtervorräte anzulegen, würden wir uns über einen nicht allzu trockenen Sommer freuen.
Termine:
  • 28. Mai, 14 – 17 Uhr: Kräuterseminar „Unter dem Hollerbusch“; unter der Anleitung von Biologin Dr. Silke Flotho-Westrup erkunden die Teilnehmer das Gelände des Gärtnerhofs Entrup und erfahren Vieles rund um den Holunder und seine wilden Nachbarn. Anschließend werden die Fundstücke zu kulinarischen Köstlichkeiten verarbeitet.
    Die Wanderung findet auch bei Regen statt. Bitte feste Schuhe
    und ein dicht verschließbares Glas (ca. 1 Liter) mitbringen. Es wird eine Teilnahmegebühr von 25 Euro pro Teilnehmer erhoben. Die Teilnehmerzahl ist auf 10 begrenzt; verbindliche Anmeldung per Email an info@gierschundco.de oder unter 0176-54274469 (SMS mit Kontaktdaten).

Dienstag, 13. Dezember 2016

Hofbrief: KW 50


Warum halten wir Nutztiere? Für die Einen ist es ganz selbstverständlich – zu einem Bauernhof gehören auch Tiere, zu einer vielfältigen Ernährung auch leckere Milchprodukte und Fleisch. Andere stellen angesichts der bunten Vielfalt an der Obst- und Gemüsetheke und der ganzjährigen Verfügbarkeit der meisten Lebensmittel das Althergebrachte in Frage: Müssen wir noch Tiere halten oder geht eine ausgewogene Ernährung auch vegetarisch oder vegan?Was man isst, darf und soll natürlich Jeder für sich entscheiden.
Zur biologisch-dynamischen Landwirtschaft gehört die Tierhaltung auf jeden Fall dazu. Langjährige Anbauversuche zeigen, dass die Düngung der Ackerböden mit hofeigenem tierischem Dünger die
Bodenfruchtbarkeit auf Dauer am besten erhält und auch vermehrt.
Es gibt aber noch einen ganz anderen Aspekt in der Mensch-Tier-Beziehung: Jeder weß, wie fasziniert Kinder auf Tiere reagieren, sei es im Zoo oder auch im Schafstall ihres kleinen Lieblingshofs. Und auch Erwachsene kommen schon mal ins Staunen: Ist es nicht etwas Wunderbares, wenn die Wiederkäuer zähes Gras in Milch verwandeln? Ist es nicht erstaunlich, dass man zur Schafweide geht, ruft, und die Tiere folgen Einem nach? Dass starke Kaltblutpferde auf ein leises Schnalzen des Fuhrmanns hin einen schweren Pflug oder Wagen ziehen – ohne Murren, sogar mit Freude?!
Wer erschöpft und gestresst ist, der setze sich hin ins Heu und lausche dem rhythmischen Wiederkäuen der Schafe, dem genüsslichen Mampfen der Pferde. Und wenn man Sorge hat, die Tiere auszunutzen, dann kraule man sie hinterm Ohr oder unterm Kinn. Mit Sicherheit gibt es einen verliebten Blick zurück!