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Donnerstag, 11. März 2021

Hofbrief: KW 10 - Hofbäckerei wird renoviert, Hecke wird gepflanzt

Wir renovieren die Hofbäckerei. Neben Fliesen legen, verputzen und streichen bleibt leider kein Platz fürs Backen. Deshalb enthält der Ernteanteil diese und auch noch nächste Woche ein Brot vom Knufbäcker aus Voltlage bei Osnabrück. Markus Knuf verbäckt mit seinem Team Biogetreide aus regionaler Erzeugung.

Wenn das Wetter am Samstag mitspielt, pflanzen wir auf unserer Pachtfläche in Nordwalde eine neue Hecke dreireihig, 150m lang, aus verschiedenen heimischen Sträuchern: Heckenkirsche, Faulbaum, Traubenholunder, Kreuzdorn, Hundsrose, Schlehe, Schneeball, Ohr- und Purpurweide und Weißdorn.
Heckenpflanzen dienen vielen Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum. Im Schatten der Sträucher siedeln sich vielfältige Pflanzen an – über viele Monate im Jahr finden sich dort Blühpflanzen. In der Hecke finden Vögel Nahrung und einen Nistplatz – ihr Gesang tut gut bei der Feldarbeit. Gehölzstreifen bremsen den Wind und sorgen für ein gemäßigtes Mikroklima auf der Ackerfläche.
In den ersten Jahren ist von der Hecke noch nicht viel zu sehen. Erst wenn die Sträucher sich etabliert haben, größer und dichter gewachsen sind, kann die schützende Umzäunung abgebaut werden und die Hecke wird ihrer Wortbedeutung gerecht: „hegga“ hieß im althochdeutschen einhegen, umzäunen.

Dienstag, 9. April 2019

Hofbrief: KW 15


Der Frühling verwandelt den Hof; das Gras grünt mehr und mehr, die Wildkräuter sprießen und die Blumenbeete erstrahlen im vielen Frühlingslicht.
Der Lenz hat es wieder eilig – nach den Schneeglöckchen verblühen jetzt auch die Narzissen; die ersten Tulpen wurden bereits gesichtet, dazu Löwenzahn- und Kirschblüte und die ersten Apfelblüten.
Auch die Wiesen und Weidern werden jetzt sichtbar dunkler, grüner – das Gras wächst wieder. Die Schafherde und auch die Pferde freuen sich drauf.
In der Umgewöhnungszeit von Heufütterung auf Weidegang dürfen die Tiere allerdings nur für wenige Stunden raus. Für die Verdauung bedeutet es nämlich eine grundlegende Umstellung. die nur Schritt für Schritt vollzogen werden darf.
Am vergangenen Mitmachsamstag haben 8 Teilgeber die diesjährigen Frühkartoffeln gepflanzt. Die Erde war noch feucht und kalt von den winterlichen Niederschlägen und die Kartoffeldämme nicht besonders krümelig, weil es noch zu viele Grassoden vom letztjährigen Kleegras gab. Davon haben wir uns nicht die Laune verderben lassen und tapfer weiter gearbeitet, bis auch die letzte Knolle gepflanzt war. Geschafft aber zufrieden ging es danach zum verdienten Mittagessen an den großen Tisch in der Hofküche.
Termine:
  • Sa., 27. April, 11 Uhr:
    Workshop „Naturkosmetik selber machen: Vegane Seifen sieden“
    mit Sabine Wilhelmy-Gergs
    75 € incl. Materialkosten, Schutzbrille und Handschuhe werden gestellt, jeder Teilnehmer erhält ein ausführliches Skript
    Anmeldung:
    info@so-pure-angelcosmetics.de
  • Sa., 27. April, 15 – 17 Uhr: Hofbegehung
    Frühjahr: Milchschafe genießen das frische Grün, Lämmer wachsen und gedeihen, die Gemüsefelder füllen sich, in den Gewächshäusern beginnt die Tomatensaison

Donnerstag, 4. April 2019

Hofbrief: KW 14


Bericht von der vogelkundlichen Wanderung über die Hofwiesen
Am letzten Samstag im März trafen sich 19 interessierte Personen auf unserem Hof. Sie hatten alle ein Fernglas mit, um die verschiedenen Vogelarten zu beobachten. Manuela Liebold hatte, wie schon im letzten Jahr, zu diesem Rundgang eingeladen und war bestens vorbereitet und mit einem Vogelkundebuch und einem Spektiv ausgestattet.
Bei bestem, sonnigen und recht warmem Wetter fingen wir erst auf dem Hofplatz an, die Vögel zu bestimmen und dann ging es am Wald vorbei, auf die Schafsweide – die mittlerweile dann schon wieder leer war, weil die Schafe zum Melken in den Stall getrieben worden waren – und zurück zum Hof, wo wir auch einen Blick auf die neu angepflanzten Obstbäume werfen konnten.
Dieses Jahr konnten wir tatsächlich 26 Vogelarten hören und sehen, drei nur hören, aber leider nicht sehen und drei Feldhasen wegrennen sehen. Das fand ich schon erstaunlich, da wir im letzten Jahr fast einen Monat später unterwegs waren und es „nur“ 27 verschiedene Vogelarten waren.
Ich schreibe sie mal nach der Reihe auf, wie wir sie sahen:
Kohlmeise, Buchfink, Bachstelze, Haussperling, Grünfink, Blaumeise, Sumpfmeise, Ringeltaube, Kleiber, Zilpzalp, Dohle, Stockente, Goldammer, Star, Rotkehlchen, Amsel, Kanadagans, Singdrossel, Kiebitz, Silberreiher, Hohltaube, Feldsperling, Stieglitz
Nicht gesehen, aber um so deutlicher gehört haben wir den Specht (wahrscheinlich ein Buntspecht), eine Heckenbraunelle und einen Fasan.
Zum Ausklang gab es für die beiden besten „Schätzer“ der von uns vorraussichtlich bestimmten Vogelartenzahl noch einen Schokoladen-Marienkäfer als Belohnung.
Zufrieden und mit anderen Eindrücken von der Umgebung vom Hof Entrup 119 fuhren wir alle nach Hause.
Karen aus Billerbeck
Termine:
  • Sa., 06. April, 10-13 Uhr:
    Mitmachtag „Kartoffel pflanzen“

    Im Frühjahr gepflanzt, im Sommer geerntet – ein Highlight (nicht nur) für Kinder, die Früchte der eigenen Arbeit nach Hause zu tragen
    Anmeldung:
    https://terminplaner4.dfn.de/A6z4tvRuU9O7rJBZ
  • Di., 09. April, 17:30 – 19:30 Uhr:
    Kräuterspaziergang „Die jungen Wilden“

    mit Silke Flotho-Westrup,
    max. 15 Teilnehmer, 10 €,
    Anmeldung:
    info@gierschundco.de

Dienstag, 10. April 2018

Hofbrief: KW 15


Die Wiesen und Weiden werden jetzt sichtbar dunkler, grüner – das Gras wächst wieder, es wird Frühling. Die Schafherde und auch die Pferde freuen sich darauf, wieder aus ihren Ställen raus zu kommen.
In der Umgewöhnungszeit von Heufütterung auf Weidegang dürfen die Tiere allerdings nur für wenige Stunden raus. Für die Verdauung bedeutet es nämlich eine grundlegende Umstellung. die nur Schritt für Schritt vollzogen werden darf.
Wenn die ersten Frühjahrssätze Gemüse gepflanzt sind, müssen wir uns die Zeit nehmen und unserem Ackerboden und seinen Bewohnern etwas Gutes tun.
Nur ein kleiner Teil der Gemüsebeete ist schon jetzt bepflanzt, viele Flächen liegen noch kahl da. Kürbisse, Sellerie und Zuckermais pflanzt man zum Beispiel erst Mitte Mai, weil sie die eiskalten Nächte, die es vorher noch geben kann, nicht überleben würden. Auch das Lagergemüse für den Winter wird erst im Frühsommer gepflanzt. Der Boden braucht aber eine Bedeckung als Schutz vor Trockenheit, vor Wind und starken Niederschlägen, um dauerhaft lebendig und fruchtbar bleiben zu können.
Deshalb säen wir zur Begrünung sogenannte Zwischenfrüchte oder Gründüngungsmischungen aus – schnellwachsende Pflanzen wie Buchweizen, Phacelia oder Malve, aber auch Klee, Erbsen oder Wicken. Sie schützen nicht nur die Ackerkrume vor Erosion, sondern durchdringen den Boden auch mit ihren tief reichenden Pfahl- oder den vielen Feinwurzeln. Oft sind auch Blütenpflanzen dabei, die unser Auge erfreuen und diversen Insekten als Nahrung dienen.
Zwei
bis vier Wochen vor der Gemüsepflanzung müssen wir die Gründüngungen dann mulchen und in den Boden einmischen – aus der sich zersetzenden Pflanzenmasse baut sich dann Humus auf. Das Gemüse profitiert von dem fruchtbaren und lockeren Boden.
Termine:
  • Sa., 14. April, 16 Uhr:
    Vogelkundliche Wanderung über die Hofwiesen mit Manuela Liebold, max. 15 Teilnehmer, bitte Fernglas mitbringen, Anmeldung erforderlich
  • Sa., 21. April, 15-17 Uhr:
    Hofbegehung eine gute Gelegenheit, sich über den Stand der Dinge auf den Gemüsefeldern zu informieren und die mittlerweile schon recht großen kleinen Lämmchen persönlich kennenzulernen
  • Di., 24. April, 17:30-19:30 Uhr:
    Wiesendips“ – Kräuterspaziergang über den Hof mit Silke Flotho-Westrup, max. 15 Teilnehmer, 10 €, Anmeldung über info@gierschundco.de

Donnerstag, 20. Juli 2017

Hofbrief: KW 29


Wir sind mitten im Hochsommer angekommen – Ferien- und Urlaubszeit. Das Thermometer meldet 25°C, die Sonne strahlt. Das Getreide ist reif zum Drusch.
Die größten Pflanzungen auf den
Gemüsefeldern sind abgeschlossen, sogar der Grünkohl als letzte Wintergemüsesorte ist bereits gepflanzt. Am Donnerstag haben wir die letzten Aussaaten für das Freiland gemacht den 10. Satz Kohlrabi und den 13. Satz Salat. Mitte Juli gesät, Mitte August gepflanzt, das sind die spätesten Termine, die an unserem Standort noch sichere Ernte im Herbst erwarten lassen.
Fürs Erste wird die Arbeit aber nicht weniger. Rote Bete, Möhren und Pastinaken sind tief im Unkraut versunken und müssen
gejätet werden. Andere Gemüsekulturen werden laufend gehackt – zwischen den Reihen mit der pferdegezogenen Hacke, in der Reihe mit der Handhacke. Je früher wir die Beikräuter erwischen, desto erfolgreicher ist das Hacken – man kann aber leider nicht überall zugleich sein.
In den Folientunneln brachen Tomaten und Gurken viel Aufmerksamkeit. Wöchentlich muss man hier die wachsenden Triebe hochbinden, ausgeizen und welke Blätter entfernen, um ein Gleichgewicht von Blatt- und Fruchtwachstum herzusetellen.
Die Jungschafe weiden den Sommer über ganztägig auf unserem angepachteten Grünland, das teilweise über 10km von der Hofstelle entfernt ist. Mehrmals die Woche bekommen die Tiere eine neue Weide zugewiesen, damit sie stets gut satt werden. Das heißt für uns mehrmals die Woche Zaunbau mit einem mobilen Stecksystem und frisches Wasser zur Verfügung stellen. Ein Schattenplatz unter Bäumen ist für die Schafe zu dieser Jahreszeit unerlässlich.

Donnerstag, 6. April 2017

Hofbrief: KW 14


Die ersten Frühjahrsboten kamen dieses Jahr nach vielen Kälteperioden relativ spät. Dafür hat der Lenz es aber diesmal besonders eilig – nach den Schneeglöckchen verblühen jetzt auch die Narzissen und die ersten Tulpen wurden bereits gesichtet, dazu Löwenzahn- und Kirschblüte schon Ende März und jetzt auch die ersten Apfelblüten.
Wer am Samstag vor zwei Wochen bei der Wildkräuterwanderung die ganzen essbaren Kräuter am Wegesrand für sich entdeckt hat, wird jetzt die ganze Vielfalt in Hülle und Fülle vorfinden; es sprießt und wächst unglaublich schnell.
Wir sind gespannt, wie sich der außergewöhnlich trockene und warme Frühling auf das Wachstum der Gemüsekulturen und der Gräser und Kräuter auf den Schafsweiden auswirken wird.
Termine:
  • 7. April, 18:30 Uhr: Infoveranstaltung zum Kaffee-CSA Projekt in Brasilien https://teikeicoffee.org/. Herrmann Pohlmann, der dieses Projekt initiiert hat und auch bei der Gründung unserer CSA beteiligt war, kommt um über das Projekt zu berichten.
    Veranstaltungsort ist die SolaWi Lindenhof, Brauckstr. 154, 45892 Gelsenkirchen
  • 13. April: Ökomarkt wegen Karfeitag vorverlegt auf einen Donnerstag, ebenso die Abholung beim Ökomarkt-Depot
  • 15. April: Hofladen wegen Karfreitag nur am Samstag geöffnet, ebenso das Hof-CSA-Depot
  • 15. April, 19:30 Uhr: Osterfeuer

Dienstag, 17. November 2015

Hofbrief: KW 47

Dank der milden Temperaturen der letzten Wochen sind die Wiesen noch grün und das Gras wächst langsam aber stetig nach. Morgens nach dem Melken werden die Milchschafe raus gelassen, bewegen sich ausgiebig und weiden das herbstliche Gras ab.
Gut gepflegte, sprich sauber abgefressene oder nachgemähte Wiesen danken dem Landwirt mit einer dichten Grasnarbe. Der Tritt der Schafe sorgt dafür, dass die Bodenoberfläche sich ein wenig verfestigt, sodass der Frost weniger Schäden an den Wiesenpflanzen anrichten kann. Man darf sich auf einen schöneren Aufwuchs im nächsten Jahr freuen und wird auch mehr Heu von solch einer Wiese ernten können.Trotz ihrer dicken Wolle genießen die Tiere es aber, über Nacht im trockenen Stall bleiben zu dürfen. Wir füttern dort das aromatische Heu aus der neuen Heutrocknungsanlage, das noch den Duft und die Wärme des Frühsommers in sich trägt, und als Leckerbissen eine Portion Apfeltrester, sprich der Pressrückstände von der Saftgewinnung.
Die Gemüseäcker haben sich zusehends geleert. Außer den Winterkohlsorten (Grünkohl, Wirsing und Rosenkohl), die noch bis Ende März auf dem Acker überdauern und nach und nach beerntet werden, wachsen nur noch zwei Herbstsalatsorten – Radicchio und Zuckerhut – auf den Freilandflächen.
Dennoch ist die
Gemüseauswahl noch relativ groß, weil viele Sorten eingelagert sind – das Kühlhaus platzt aus allen Nähten. Außerdem können wir in den vier unbeheizten Folientunneln den Herbst und Winter über fast durchgehend frisches Grünzeug ernten, nur längere Frostperioden lassen das Wachstum von Feldsalat, Postelein, Mangold und Co. zum erliegen kommen.