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Donnerstag, 16. März 2023

Unsere Baustellen...

Hofbrief: KW 11 

Zum vergangenen Wochenende gab es reichlich Regen und Schnee. Die aus dem Winterschlaf erwachende Natur freut sich nach einem eher trockenen Winter die Wasserreserven etwas auffüllen zu können. Unsere Baustellen beim Bewässerungsteich und bei der neuen Scheune müssen derweil ruhen, bis der Untergrund ausreichend abgetrocknet ist.

Ein paar Meter weiter können die Arbeiten bei frühlingshaften Temperaturen weiter gehen. Am Montag haben die Dachdecker mit der Sanierung der alten Scheune begonnen. Die alten Dachziegel und auch die Lattung kommen runter, dann werden marode Sparren und Pfetten ausgetauscht oder verstärkt, bis schließlich eine neue Eindeckung das Dach wieder dicht macht.

Hinter dem Hofladengebäude bauen wir in der Zwischenzeit einen fünften großen Folientunnel auf. Das ist der alte Tunnel, der letzten Herbst dem Bauplatz für die neue Scheune weichen musste. Am neuen Standort wird er um einige Segmente verlängert, um die Ackerfläche optimal auszunutzen. Zu Ende April planen wir somit mit insgesamt knapp 1300qm Fläche in geschütztem Anbau. Vor zwei Jahren waren es noch 800qm. Durch die Flächenvergrößerung können wir endlich, wie im Freiland schon lange üblich, auch im Folientunnel Gründüngungspflanzen anbauen und in die Bodenfruchtbarkeit investieren. Die arbeitsaufwendige Bepflanzung der Randbeete können wir dagegen zurückfahren und damit unsere Zeit etwas effizienter nutzen.

Die ersten Lämmer, im Januar geboren, sind jetzt alt genug um von den Müttern entwöhnt zu werden. Sie ziehen in den kleinen Stall mit Auslauf in der Hofmitte, bis im April die Weidesaison beginnen kann. Werden Lämmer abgesetzt, haben wir natürlich mehr Milch für die Käserei übrig, sodass auch hier in den nächsten Wochen das Angebot wachsen wird.

Termine:

  • Sa., 25. März, 11.00 Uhr:
    Mitgliederversammlung der Initiative Entrup 119 e.V.

    Bei einer Hofführung sehen wir den aktuellen Stand der Baumaßnahmen – Renovierung Scheune, Neubau Maschinenunterstand und Bewässerungsteich. Dazu gibt es einen Blick in die Folientunnel, den Stall und vielleicht auch schon auf die erste Obstblüte. Wir berichten von der Entwicklung in der Landwirtschaft und von der Bildungsarbeit im letzten Jahr. Gäste sind herzlich willkommen!

  • So., 14. Mai, 11.00 – 17.00 Uhr:
    Hoffest zu Muttertag –
    Vorführungen zu Schafschur und Arbeitspferden auf dem Gemüseacker, Rundgänge durch die Gärtnerei, Live-Musik, buntes Kinderprogramm mit Schminken, Hofolympiade, Stockbrot, Kräutersalz herstellen
    Infostände: Vamos!, Grüner Weiler
    für das leibliche Wohl: Spezialitäten vom Hofgrill, Kaffee und selbsgebackener Kuchen, leckere Biolimo
    für die Anreise: Fahrradtour von Münster zum Hof

Mittwoch, 13. April 2022

Von hohen Zäunen und tiefen Gräben...

Hofbrief: KW 15 

Die trockenen warmen Frühlingstage sind wieder da. Mitte der Woche müssten die Ackerflächen wieder trocken genug sein und dann gibt es ganz viel zu pflanzen und zu säen. Möhren und Zwiebeln, Bohnen, diverse Salate und Kohlsorten sind schon ganz ungeduldig. Um den Boden gut vorzubereiten eggen wir noch einmal die gepflügten Beete und legen kleine Dämme an. Dazu bringen wir das biologisch-dynamische Hornmistpräparat aus.

Bis dahin beschäftigt uns mal wieder der Tiefbau. Um das Regenwasser vom Scheunendach für die Bewässerung der Gewächshäuser nutzen zu können, verlegen wir neue Leitungen von der Zisterne zu den Tunneln. In den Tunneln selber bauen wir neue Düsen ein und eine kleine Bewässerungssteuerung, die uns in Zukunft hoffentlich viel Arbeitszeit beim Beregnen der Gewächshausbeete ersparen werden. Das ist zugleich eine Vorübung für das Projekt, das wir uns für den Sommer vorgenommen haben: Die Freilandgemüseflächen am Hof sollen dann mit neuen größeren Wasserleitungen versorgt werden.

Zu Beginn der Weidesaison gibt es Neuerungen bei den Zäunen, die uns einiges an Arbeitszeit abverlangen. Weil auch in unserer Gegend mittlerweile Wölfe gesichtet worden sind und weiter westlich am Niederrhein auch Wolfsrudel nachgewiesen wurden, müssen wir alle Zäune um einen halben Meter aufstocken und mehr Zaundrähte installieren. Nur so können wir guten Gewissens die Tiere auf die Weide lassen.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Hofbrief: KW 41 - Ertrag, Effizienz und Zuwendung

Ist es die Ackerfläche? Die verfügbare Menge an Dünger? Stickstoff, Phosphor, Kali? Ist es das Wasser? Die Temperatur, die Anzahl der Sonnenstunden? Was begrenzt den Ertrag in der Landwirtschaft? Wann ist Landbau besonders effizient? Wie viele Menschen kann ein Hektar Land ernähren?

Fragen, die im Zusammenhang mit dem Wachstum der Weltbevölkerung an Brisanz gewinnen. Landwirtschaftliche Nutzflächen verarmen durch Misswirtschaft oder gehen durch Überbauung unwiederbringlich verloren. Ackerböden sollen nicht nur die Ernährung sichern, sondern auch die Futtertröge der Nutztiere in der Intensivmast füllen und auch „nachhaltige“ Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren liefern. Das Land wird knapp. Immer effizientere Maschinen und neu gezüchtete Hochleistungssorten sollen es richten und aus dem knappen Land das Maximum rausholen – leider nicht zum Vorteil unserer Umwelt und der auf dem Land arbeitenden Menschen.

Betrachten wir den Faktor Zeit: Die ist heutzutage überall knapp und wird mit Gold aufgewogen. Besonders in der Landwirtschaft ist es wichtig, Aussaat, Düngung, Pflegemaßnahmen zur richtigen Zeit zu tun. Oft sieht man beim schönen Fahrradausflug am Sonntag die Bauern auf dem Feld arbeiten (heutzutage im Traktor mit dem Nachwuchs auf dem Beifahrersitz). Selbstverständlich arbeiten die Bauern auch an Sonn- und Feiertagen! Das Wetter richtet sich nicht immer nach unseren Wünschen. Eine Sorge weniger, wenn die Getreidesaat im Boden ist oder der Mist gestreut ist – morgen und die nächsten Wochen könnte es zu nass sein für die Heuernte oder zu trocken für die Keimung der Saat, oder nicht windig genug und das rausgestriegelte Beikraut wächst wieder an und und und…
Mit den großen Maschinen schafft ein Mensch viel Arbeit pro Zeiteinheit. Und immer weniger Menschen arbeiten noch im Landbau und sollen trotzdem das Land bebauen und die Ernte einbringen. Also weiter aufrüsten?

Schauen wir in den globalen Süden, wo die Menschen noch vielerorts das Land in Handarbeit oder mit Zugtieren bewirtschaften. Ähnlich unseren Privatgärten, in denen wir gerne viel Zeit verbringen, kümmern sich die Kleinbauern mit Hingabe um jedes kleinste Fleckchen Land. Jede Ecke, jeder Hang wird bebaut, wo niemals eine Maschine arbeiten könnte. In den Beeten wird Mischkultur betrieben und die Fläche doppelt und dreifach genutzt, wenn die Bohnen den Mais mit Nährstoffen versorgen und zusammen mit den Kürbissen an den hohen Maisstangen empor klettern. In den Hecken wachsen Obststräucher, Nüsse und Obstbäume. Das ist effiziente Flächennutzung, angepasst an den natürlichen Standort und angewiesen auf viel bäuerliches Wissen und vor allem Zeit. Ein solcher Arbeitsplatz in der Landwirtschaft ist mit seiner Vielfalt wesentlich attraktiver für Berufsanfänger und gleichzeitig viel ertragstabiler. Gelingt die eine Frucht nicht, bringt die andere um so mehr Ertrag ein. Vielfalt braucht Zuwendung und Zeit, und wer Zeit investiert, wird die beste Ernte einfahren.

Termine:

  • Sa., 16. Oktober, 10 Uhr:
    Ackertag „Möhrenernte
    Acht Reihen Lagermöhren stehen noch auf dem Feld. Wir graben die knackigen Wurzeln mit dem Spaten aus, drehen das Laub ab und packen die Möhren mit reichlich Erde in große Lagerkisten. Das macht großen und kleinen TeilgeberInnen Freudeund naschen ist natürlich erlaubt!
    Anmeldung erforderlich:

    https://terminplaner.dfn.de/qjkc5QUtFJPpyL3C

  • Sa., 06. November, 10 oder 12 Uhr:
    Ackertag „Sauerkraut“
    Gemeinsam verarbeiten wir den frisch geernteten Weißkohl, waschen, hobeln und würzen. Die Mischung wird in speziellen Gärtöpfen so lange gestampft, bis Kohlsaft austritt. Die natürliche Milchsäuregärung macht das Kraut haltbar, bekömmlich und besonders schmackhaft.
    Erfahrungsgemäß brauchen wir ca. vier Stunden mit Vor- und Nachbereitung. Deshalb unser Vorschlag: Die Frühaufsteher kommen um 10, die Ausgeschlafenen um 12 Uhr. Niemand muss den Vier-Stunden-Marathon mitmachen und trotzdem sind am Ende noch ausreichend Menschen zum Aufräumen da.
    Bitte verbindlich anmelden:
    https://terminplaner.dfn.de/zysnxMqpIZF8hV2y

Freitag, 4. August 2017

Hofbrief: KW 30


Wie auf der CSA-Mitgliederversammlung angekündigt, planen wir in und um unsere Käserei einige Umbaumaßnahmen, um die Arbeitsqualität zu verbessern.
Gerade wurde die aufwendigste Maßnahme angegangen. Der alte Tank für die Milchverarbeitung wird durch einen richtigen
Käsekessel ersetzt, der nächste Woche geliefert und eingebaut wird.
Dafür müssen diverse Milch-/Wärme-/Kühl- und Stromleitungen angepasst werden. Unter Anderem wird ein neuer Wärmetauscher verbaut, um die Heizenergie unserer holzbeschickten Heizungsanlage effizienter für das Erhitzen der Milch nutzen zu können.
Die Umbaumaßnahmen werden ca. 20.000,- € kosten. Die Hälfte davon ist bereits über neu gezeichnete Genossenschaftsanteile von Euch finanziert vielen Dank dafür! Aber auch bei der anderen Hälfte sind wir noch auf Eure Unterstützung angewiesen. Ein Genossenschaftsanteil beträgt 250 €. Denkt doch mal darüber nach, ob Ihr damit zusätzlich Euren CSA-Hof unterstützen könnt.
Bei Fragen bitte Christiane kontaktieren.
Am Samstag, dem 5. August, ist wieder Mitmachtag.
Das neue Vordach zwischen Schafstall und Melkstand soll mit Dachziegeln eingedeckt werden. Wer also höhenfest ist, kann auf Dachlatten stehend Ziegel an den Dachdecker weiterreichen – eine schöne Gemeinschaftsaktion, eine gute Hilfe und die Gelegenheit, den Hof aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu betrachten.
Wer lieber auf dem Boden bleibt, kann gerne auch beim
Jäten unterstützen. Auf dem Acker wird eine hilfebedürftige Gemüsekultur von aufdringlichen Nachbarn befreit. Die Arbeit ist eher ruhig und bietet viel Gelegenheit zu Gesprächen. Nebenbei lernt man viel über die kleinen Dinge: Boden, Insekten, junge Pflänzchen…
Für die beiden Mitmachaktionen bitten wir um
Anmeldung. u.A. auch für die Essensplanung.

Dienstag, 2. August 2016

Hofbrief: KW 31


Die GartenCoop Freiburg, eine sehr engagierte SoLaWi-Initiative im Raum Südbaden, gibt regelmäßig Einblicke in ihre Arbeit, unter anderem mit dem Film „Die Strategie der krummen Gurken“, den wir im Februar im Hofcafé zeigen durften.
Nun ist ein Bericht darüber erschienen,
wie die Lebensmittel vom Hof zu den teilnehmenden Haushalten gelangen: Für die Verteilung sind die Mitglieder selbst zuständig, die dafür eine Arbeitsgruppe gegründet haben. Die Hofprodukte werden mit einem carsharing-Transporter zu einem zentralen Umschlagplatz in Freiburg gefahren, wo sie dann mit eigens entwickelten Fahrradanhängern auf die einzelnen Abholstellen/Depots im Stadtgebiet verteilt werden. Der Link: http://www.gartencoop.org/tunsel/node/4232
Auf unserer Obstwiese in Kümper gibt es Sommeräpfel und Pflaumen, die jetzt reif werden - ein Genuss für die Daheim-Gebliebenen und ein Willkommensgruß für Alle, die aus dem Urlaub zurück kehren.Eine Anfahrtsskizze zur Streuobstwiese mit Wegbeschreibung vom Parkplatz hat netterweise Steffen für uns gezeichnet (kann beim Hof angefordert werden).
Der neue Heizkessel in der Tenne ist seit Mitte letzter Woche in Betrieb und versorgt im Zusammenspiel mit einer Solarthermieanlage auf dem Dach die Käserei, den Melkstand und die Haushalte auf dem Hof mit warmem Wasser aus erneuerbaren Energien – zu einem großen Teil Scheitholz aus dem eigenen Wald und aus den Hecken, die unsere Felder und Wiesen säumen. Auch die neuen Wohnräume, die derzeit über dem Hofladen entstehen, sollen von dem neuen Ofen aus beheizt werden.
Auch wenn sich die Heizung im winterlichen Dauer-Volllastbetrieb noch bewähren muss, so merken wir doch schon jetzt, dass deutlich weniger Asche anfällt, als bei dem alten System. Weniger Verbrennungsrückstände bedeuten eine bessere Ausnutzung der im Holz gespeicherten Energie – der Verbrauch sinkt.

Freitag, 29. Januar 2016

Feuerstättenmuseum in Asbeck (Beitrag von Karen)

(ein Beitrag von Karen Ebrecht, Billerbeck)

Bericht über den Besuch des Feuerstätten-Museums

am 23.Januar 2016 in Asbeck, ermöglicht durch Hans Hoffmeister


Im Hofbrief von der KW 3 war ein netter, kleiner Aufruf zum Besuch des Feuerstätten-Museums zu lesen, welchen ich erst am Samstag um kurz nach 13.00 Uhr las. Legden-Asbeck liegt 25 km westlich von Altenberge. Kurzentschlossen fuhr ich mit unserer Tochter Emilia hin und traf dort unter dem markanten Bogen des Torhauses auf Alex, Christiane, Paula und Lina.

Gemeinsam mit Herrn Hoffmeister, zu dessen Sammlung über 140 Öfen und ca. 500 dazugehörige Ausstellungsstücke gehören, vom Pottofen bis zur Kochmaschine und sogar Kaffeeröstmaschinen, verbrachten wir ca. 3,5 Stunden in den Räumen des Museums, die in Asbeck im Torbogenhaus und zwei Speichern zu bewundern sind.

Die Ausführungen über die Entwicklung der menschlichen Kultur in Zusammenhang mit dem Feuer, das eine ganz wesentliche Rolle spielte und spielt – als Energie - waren höchst interessant und Herr Hoffmeister verstand es sehr gut, die Kinder miteinzubeziehen und es sehr anschaulich zu erzählen.

Ich kann gar nicht alles wiedergeben, aber wir alle haben eine ganze Menge gelernt, vertieft und ganz neue Einblicke erlangt.
Die Effizienz der Öfen von früher hat mich sehr beeindruckt ("Brennwertöfen") und unter ökologischem Gesichtspunkt fragt man sich wirklich manchmal, warum die heutige Industrie nicht schonender mit den Natur-/Brennmaterialien umgeht.

Wer neugierig geworden ist, kann jederzeit das Museum besuchen, unter www.feuerstaettenmuseum.de gibt’s die Infos dazu.

Zum Schluß stellte Herr Hoffmeister noch in Aussicht, evtl. einen Kochtisch zu Dekozwecken für den Hofladen und einen Ofen für das Hofcafé als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen. Das wurde erstmal positiv aufgenommen und wird im Hofteam besprochen.

Zum Hoffest am 1. Mai wird Herr Hoffmeister uns auf jeden Fall einen Ofen incl. einliegendem Waffeleisen zum Waffelbacken zur Verfügung stellen, von dem frische, lecker duftende Waffeln verkauft werden.

(ein Beitrag von Karen Ebrecht, Billerbeck)