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Donnerstag, 21. Dezember 2023

Prüfung bestanden

Hofbrief: KW 51 

Unser Gemüsebau-Auszubildende Lennart, der die vergangenen zwei Lehrjahre bei uns verbracht hat, hatte letzte Woche seine Abschlussprüfung.  

Zwei erfahrene Gemüsegärtner kamen dazu auf den Hof. Lennarts Aufgabe war es, die Struktur von Entrup 119 zu erklären und unter Beweis zu stellen, dass er nicht nur das Handwerk beherrscht, sondern auch den biologisch-dynamischen Betriebsorganismus verstanden hat: 

Wie hängen die einzelnen Betriebszweige – Pflanzenbau, Tierhaltung, Verarbeitung und Vermarktung – miteinander zusammen? Wie funktioniert der betriebsinterne Düngerkreislauf? Wie steht der Betrieb wirtschaftlich da? Wie sind die sozialen Strukturen, wie werden Entscheidungen getroffen? Warum wird in Eigentumsfragen so viel Wert auf Gemeinschaft gelegt? Und warum ist neben der Lebensmittelerzeugung auch immer wieder die Bildungsarbeit im Fokus der Bemühungen? 

Außerdem stellte Lennart sein „Gesellenstück“, die Jahresarbeit, vor. Im letzten Ausbildungsjahr beschäftigen sich die Absolventen der Biodynamischen Ausbildung intensiv mit einem Herzensthema, das sich aus ihrer Arbeit auf den Betrieben ergibt.
Lennarts Anliegen war es dabei, eine Verarbeitungsküche für Gärtnerhöfe zu planen, um Übermengen zu konservieren, gemeinschaftlichen Kochaktionen einen Raum zu geben und die Produktpalette zu erweitern. Mal schauen, ob und wie wir das Projekt irgendwann umsetzen können.  

Fürs Erste gratulieren wir Lennart von Herzen zu bestandenen Prüfung und sind auch ein wenig stolz, seine Ausbildung nach bestem Wissen begleitet zu haben. 

Donnerstag, 8. September 2022

das Schlaraffenland und das rechte Maß

Hofbrief: KW 36 

Aktuell bekommen wir von Vielen die Rückmeldung zur Größe der CSA-Gemüseanteile, dass man "kaum dagegen ankommen kann".
Zwei Mai haben wir bereits 100kg Zucchini an die Steinfurter Tafel gespendet, 110kg haben wir an
zwei Aktionstagen zu Chutney verarbeitet. Zwei von fünf Reihen Zucchini werden aktuell gar nicht geerntet und dürfen zu "Gartenkürbissen" ausreifen - vielleicht für eine Verarbeitungsaktion im Herbst.
Natürlich werde
n wir in der nächsten Saison etwas weniger Zucchini anbauen und auch sonst versuchen, etwas weniger Sommergemüse und mehr lagerfähige Sorten anzubauen.
Wir müssen uns aber auch vor Augen führen, das aktuell die gemüsereichste Zeit des Jahres ist. Gemüseanbau bleibt trotz der Klimaveränderung in Mitteleuropa fürs Erste ein Saisongeschäft mit einem Höhepunkt im August-September und einem Tiefpunkt im April-Mai. Die Vermarktung über eine Solidarische Landwirtschaft macht es uns Gärtnern möglich, die Fülle des Sommers großzügig zu verteilen anstatt Stunden über Stunden mit dem Verkauf von Ernteüberschüssen zu ver(sch)wenden.
Wenn es im eigenen Gemüsegarten viel zu ernten gibt, atmet man tief durch, freut sich dann doch irgendwie darüber, und es wird halt geerntet, gekocht, gegessen oder konserviert – oder eben an Freunde verschenkt. Und einige Wochen später sieht es schon ganz anders aus…

Termine:

  • Sa., 10. September, 15-17 Uhr:
    Hofbegehung im Rahmen der „Aktionstage Ökolandbau NRW“
    Kurz vor der großen Herbsternte gibt es viel zu sehen auf den Gemüsefeldern. Ein Besuch bei den Schafen ist natürlich auch eingeplant.
    Dabei begegnet uns unendlich viel Gesprächs- und Diskussionsstoff: Wie reagiert ein Biohof auf die Klimaveränderung? Was tun wir für den Artenschutz und warum ist der Wolf trotzdem eine Bedrohung? Kann Solidarische Landwirtschaft eine Inspiration für unser Wirtschaftssystem sein? Anmeldung: mail@entrup119.de oder 02505-3361

  • So., 25. September, 12 Uhr:
    Erntedankfest für CSA-Mitglieder und Interessierte
    mit thematischen Hofrundgängen, einem kleinen Kinderprogramm, mit Ausblicken auf unsere nächsten Bauprojekte, und natürlich mit Raum für nette Begegnungen am leckeren Mitbringbuffet. Leider kommen wir auch nicht umhin, mit Euch über Zahlen und Preise zu reden – damit wir auch im nächsten Jahr noch mit Euch zusammen Erntedank feiern können.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Hofbrief: KW 41 - Ertrag, Effizienz und Zuwendung

Ist es die Ackerfläche? Die verfügbare Menge an Dünger? Stickstoff, Phosphor, Kali? Ist es das Wasser? Die Temperatur, die Anzahl der Sonnenstunden? Was begrenzt den Ertrag in der Landwirtschaft? Wann ist Landbau besonders effizient? Wie viele Menschen kann ein Hektar Land ernähren?

Fragen, die im Zusammenhang mit dem Wachstum der Weltbevölkerung an Brisanz gewinnen. Landwirtschaftliche Nutzflächen verarmen durch Misswirtschaft oder gehen durch Überbauung unwiederbringlich verloren. Ackerböden sollen nicht nur die Ernährung sichern, sondern auch die Futtertröge der Nutztiere in der Intensivmast füllen und auch „nachhaltige“ Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren liefern. Das Land wird knapp. Immer effizientere Maschinen und neu gezüchtete Hochleistungssorten sollen es richten und aus dem knappen Land das Maximum rausholen – leider nicht zum Vorteil unserer Umwelt und der auf dem Land arbeitenden Menschen.

Betrachten wir den Faktor Zeit: Die ist heutzutage überall knapp und wird mit Gold aufgewogen. Besonders in der Landwirtschaft ist es wichtig, Aussaat, Düngung, Pflegemaßnahmen zur richtigen Zeit zu tun. Oft sieht man beim schönen Fahrradausflug am Sonntag die Bauern auf dem Feld arbeiten (heutzutage im Traktor mit dem Nachwuchs auf dem Beifahrersitz). Selbstverständlich arbeiten die Bauern auch an Sonn- und Feiertagen! Das Wetter richtet sich nicht immer nach unseren Wünschen. Eine Sorge weniger, wenn die Getreidesaat im Boden ist oder der Mist gestreut ist – morgen und die nächsten Wochen könnte es zu nass sein für die Heuernte oder zu trocken für die Keimung der Saat, oder nicht windig genug und das rausgestriegelte Beikraut wächst wieder an und und und…
Mit den großen Maschinen schafft ein Mensch viel Arbeit pro Zeiteinheit. Und immer weniger Menschen arbeiten noch im Landbau und sollen trotzdem das Land bebauen und die Ernte einbringen. Also weiter aufrüsten?

Schauen wir in den globalen Süden, wo die Menschen noch vielerorts das Land in Handarbeit oder mit Zugtieren bewirtschaften. Ähnlich unseren Privatgärten, in denen wir gerne viel Zeit verbringen, kümmern sich die Kleinbauern mit Hingabe um jedes kleinste Fleckchen Land. Jede Ecke, jeder Hang wird bebaut, wo niemals eine Maschine arbeiten könnte. In den Beeten wird Mischkultur betrieben und die Fläche doppelt und dreifach genutzt, wenn die Bohnen den Mais mit Nährstoffen versorgen und zusammen mit den Kürbissen an den hohen Maisstangen empor klettern. In den Hecken wachsen Obststräucher, Nüsse und Obstbäume. Das ist effiziente Flächennutzung, angepasst an den natürlichen Standort und angewiesen auf viel bäuerliches Wissen und vor allem Zeit. Ein solcher Arbeitsplatz in der Landwirtschaft ist mit seiner Vielfalt wesentlich attraktiver für Berufsanfänger und gleichzeitig viel ertragstabiler. Gelingt die eine Frucht nicht, bringt die andere um so mehr Ertrag ein. Vielfalt braucht Zuwendung und Zeit, und wer Zeit investiert, wird die beste Ernte einfahren.

Termine:

  • Sa., 16. Oktober, 10 Uhr:
    Ackertag „Möhrenernte
    Acht Reihen Lagermöhren stehen noch auf dem Feld. Wir graben die knackigen Wurzeln mit dem Spaten aus, drehen das Laub ab und packen die Möhren mit reichlich Erde in große Lagerkisten. Das macht großen und kleinen TeilgeberInnen Freudeund naschen ist natürlich erlaubt!
    Anmeldung erforderlich:

    https://terminplaner.dfn.de/qjkc5QUtFJPpyL3C

  • Sa., 06. November, 10 oder 12 Uhr:
    Ackertag „Sauerkraut“
    Gemeinsam verarbeiten wir den frisch geernteten Weißkohl, waschen, hobeln und würzen. Die Mischung wird in speziellen Gärtöpfen so lange gestampft, bis Kohlsaft austritt. Die natürliche Milchsäuregärung macht das Kraut haltbar, bekömmlich und besonders schmackhaft.
    Erfahrungsgemäß brauchen wir ca. vier Stunden mit Vor- und Nachbereitung. Deshalb unser Vorschlag: Die Frühaufsteher kommen um 10, die Ausgeschlafenen um 12 Uhr. Niemand muss den Vier-Stunden-Marathon mitmachen und trotzdem sind am Ende noch ausreichend Menschen zum Aufräumen da.
    Bitte verbindlich anmelden:
    https://terminplaner.dfn.de/zysnxMqpIZF8hV2y

Dienstag, 27. September 2016

die nordstory / "Das Phänomen Heckenbeck – Dorf macht glücklich"


(ein Beitrag von Karen, Billerbeck)
Ich habe gestern abend im NDR einen Film gesehen:
die nordstory / "Das Phänomen Heckenbeck – Dorf macht glücklich"
Schaut ihn euch in der Mediathek gerne an, es geht unter anderem auch über die solidarische Landwirtschaft.
Kirsten Rübe betreibt einen Gartenbaubetrieb und versorgt viele Heckenbecker mit frischem Gemüse.
Meine Schwester mit Familie macht dort auch seit der Gründung vor ein paar Jahren mit.
(ein Beitrag von Karen, Billerbeck)