Ist
es die Ackerfläche? Die verfügbare Menge an Dünger? Stickstoff,
Phosphor, Kali? Ist es das Wasser? Die Temperatur, die Anzahl der
Sonnenstunden? Was begrenzt den Ertrag in der Landwirtschaft? Wann
ist Landbau besonders effizient? Wie viele Menschen kann ein Hektar
Land ernähren?
Fragen,
die im Zusammenhang mit dem Wachstum der Weltbevölkerung an Brisanz
gewinnen. Landwirtschaftliche Nutzflächen verarmen durch
Misswirtschaft oder gehen durch Überbauung unwiederbringlich
verloren. Ackerböden sollen nicht nur die Ernährung sichern,
sondern auch die Futtertröge der Nutztiere in der Intensivmast
füllen und auch „nachhaltige“ Kraftstoffe für
Verbrennungsmotoren liefern. Das Land wird knapp. Immer effizientere
Maschinen und neu gezüchtete Hochleistungssorten sollen es richten
und aus dem knappen Land das Maximum rausholen – leider nicht zum
Vorteil unserer Umwelt und der auf dem Land arbeitenden Menschen.
Betrachten
wir den Faktor Zeit: Die ist heutzutage überall knapp und wird
mit Gold aufgewogen. Besonders in der Landwirtschaft ist es wichtig,
Aussaat, Düngung, Pflegemaßnahmen zur richtigen Zeit zu tun. Oft
sieht man beim schönen Fahrradausflug am Sonntag die Bauern auf dem
Feld arbeiten (heutzutage im Traktor mit dem Nachwuchs auf dem
Beifahrersitz). Selbstverständlich arbeiten die Bauern auch an Sonn-
und Feiertagen! Das Wetter richtet sich nicht immer nach unseren
Wünschen. Eine Sorge weniger, wenn die Getreidesaat im Boden ist
oder der Mist gestreut ist – morgen und die nächsten Wochen könnte
es zu nass sein für die Heuernte oder zu trocken für die Keimung
der Saat, oder nicht windig genug und das rausgestriegelte Beikraut
wächst wieder an und und und…
Mit den großen Maschinen
schafft ein Mensch viel Arbeit pro Zeiteinheit. Und immer weniger
Menschen arbeiten noch im Landbau und sollen trotzdem das Land
bebauen und die Ernte einbringen. Also weiter aufrüsten?
Schauen
wir in den globalen Süden, wo die Menschen noch vielerorts das Land
in Handarbeit oder mit Zugtieren bewirtschaften. Ähnlich unseren
Privatgärten, in denen wir gerne viel Zeit verbringen, kümmern sich
die Kleinbauern mit Hingabe um jedes kleinste Fleckchen Land. Jede
Ecke, jeder Hang wird bebaut, wo niemals eine Maschine arbeiten
könnte. In den Beeten wird Mischkultur betrieben und die Fläche
doppelt und dreifach genutzt, wenn die Bohnen den Mais mit
Nährstoffen versorgen und zusammen mit den Kürbissen an den hohen
Maisstangen empor klettern. In den Hecken wachsen Obststräucher,
Nüsse und Obstbäume. Das ist effiziente Flächennutzung, angepasst
an den natürlichen Standort und angewiesen auf viel bäuerliches
Wissen und vor allem Zeit. Ein solcher Arbeitsplatz in der
Landwirtschaft ist mit seiner Vielfalt wesentlich attraktiver für
Berufsanfänger und gleichzeitig viel ertragstabiler. Gelingt die
eine Frucht nicht, bringt die andere um so mehr Ertrag ein. Vielfalt
braucht Zuwendung und Zeit, und wer Zeit investiert, wird die beste
Ernte einfahren.
Termine:
Sa.,
16.
Oktober, 10 Uhr:
Ackertag
„Möhrenernte“
Acht
Reihen
Lagermöhren stehen
noch auf dem Feld.
Wir graben die knackigen Wurzeln mit dem Spaten aus, drehen das Laub
ab und packen die Möhren mit reichlich Erde in große Lagerkisten.
Das
macht
großen
und kleinen
TeilgeberInnen Freude
– und
naschen ist natürlich erlaubt!
Anmeldung erforderlich:
https://terminplaner.dfn.de/qjkc5QUtFJPpyL3C
Sa.,
06.
November,
10
oder
12 Uhr:
Ackertag
„Sauerkraut“
Gemeinsam
verarbeiten wir den frisch geernteten Weißkohl, waschen, hobeln und
würzen. Die Mischung wird in speziellen Gärtöpfen so lange
gestampft, bis Kohlsaft austritt. Die natürliche Milchsäuregärung
macht das
Kraut
haltbar,
bekömmlich und besonders schmackhaft.
Erfahrungsgemäß
brauchen wir ca. vier Stunden mit Vor- und Nachbereitung. Deshalb
unser Vorschlag: Die Frühaufsteher kommen um 10, die
Ausgeschlafenen um 12 Uhr. Niemand muss den Vier-Stunden-Marathon
mitmachen und trotzdem sind am Ende noch ausreichend Menschen zum
Aufräumen da.
Bitte
verbindlich anmelden:
https://terminplaner.dfn.de/zysnxMqpIZF8hV2y