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Donnerstag, 8. Dezember 2022

Eine schlammige Angelegenheit...

Hofbrief: KW 49

Als Kompensation für die Bodenversiegelung beim Bau der neuen Scheune und des Regenwassersammelbeckens legen wir demnächst eine Streuobstwiese auf dem Tüschenkamp an. Gepflanzt werden die 20 Hochstamm-Obstbäume möglichst im Herbst, sodass sie den ganzen Winter Zeit haben Wurzeln zu bilden und nächsten Sommer die Trockenheit besser überstehen. Bei guter Pflege wird die Wiese über Jahrzehnte das Landschaftsbild bereichern und viele Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäugetiere bieten. Und satt machen wird das leckere Obst uns natürlich auch.

Damit der neue Bewässerungsteich sich mit Wasser füllt, müssen wir noch einige Regenrohre von den Hofgebäudedächern umleiten, vergrößern bzw. neu verlegen. Minibagger fahren macht auch den Lehrlingen Spaß – schade nur, dass wir für solche Arbeiten im trockenen Sommerhalbjahr keine Zeit haben – jetzt im Dezember ist Erdbau eine schlammige Angelegenheit.
Als weiteren Arbeitsschritt am Projekt Bewässerung verlegen wir ein
Schutzvlies auf dem Teichgrund. Es schützt die Teichfolie vor Beschädigung und verhindert ein Abrutschen der steilen Uferböschung, solange die Folie noch nicht ausgelegt worden ist. Auch diese Arbeit würde sicherlich bei trockenen warmen Verhältnissen viel mehr Spaß machen...

Ab Dezember beliefern wir dienstags ein zusätzliches Abholdepot in MS-Gremmendorf. Wer gerne den Abholort ändern möchte, kann uns gerne wegen der Adresse ansprechen.

Termine:

  • Sa., 17. Dezember,
    08:30 – 10:45 Uhr
    oder 10:45 bis 13:00 Uhr:
    Schafschur – wir brauchen Hilfe beim Sortieren der Wolle. Bitte anmelden unter https://terminplaner6.dfn.de/p/bef4eaf776555aa3bc7634d9ea6f16f1-58948

  • Di., 27. Dezember bzw. Fr./Sa., 30./31. Dezember:
    Lieferpause – In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr gönnen wir uns eine kleine Auszeit und pausieren mit der Vermarktung. Demnach fällt ein Liefertag aus. Nach Möglichkeit werden die Anteile in den Wochen vor und nach der Lieferpause etwas größer ausfallen.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Hofbrief: KW 41 - Ertrag, Effizienz und Zuwendung

Ist es die Ackerfläche? Die verfügbare Menge an Dünger? Stickstoff, Phosphor, Kali? Ist es das Wasser? Die Temperatur, die Anzahl der Sonnenstunden? Was begrenzt den Ertrag in der Landwirtschaft? Wann ist Landbau besonders effizient? Wie viele Menschen kann ein Hektar Land ernähren?

Fragen, die im Zusammenhang mit dem Wachstum der Weltbevölkerung an Brisanz gewinnen. Landwirtschaftliche Nutzflächen verarmen durch Misswirtschaft oder gehen durch Überbauung unwiederbringlich verloren. Ackerböden sollen nicht nur die Ernährung sichern, sondern auch die Futtertröge der Nutztiere in der Intensivmast füllen und auch „nachhaltige“ Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren liefern. Das Land wird knapp. Immer effizientere Maschinen und neu gezüchtete Hochleistungssorten sollen es richten und aus dem knappen Land das Maximum rausholen – leider nicht zum Vorteil unserer Umwelt und der auf dem Land arbeitenden Menschen.

Betrachten wir den Faktor Zeit: Die ist heutzutage überall knapp und wird mit Gold aufgewogen. Besonders in der Landwirtschaft ist es wichtig, Aussaat, Düngung, Pflegemaßnahmen zur richtigen Zeit zu tun. Oft sieht man beim schönen Fahrradausflug am Sonntag die Bauern auf dem Feld arbeiten (heutzutage im Traktor mit dem Nachwuchs auf dem Beifahrersitz). Selbstverständlich arbeiten die Bauern auch an Sonn- und Feiertagen! Das Wetter richtet sich nicht immer nach unseren Wünschen. Eine Sorge weniger, wenn die Getreidesaat im Boden ist oder der Mist gestreut ist – morgen und die nächsten Wochen könnte es zu nass sein für die Heuernte oder zu trocken für die Keimung der Saat, oder nicht windig genug und das rausgestriegelte Beikraut wächst wieder an und und und…
Mit den großen Maschinen schafft ein Mensch viel Arbeit pro Zeiteinheit. Und immer weniger Menschen arbeiten noch im Landbau und sollen trotzdem das Land bebauen und die Ernte einbringen. Also weiter aufrüsten?

Schauen wir in den globalen Süden, wo die Menschen noch vielerorts das Land in Handarbeit oder mit Zugtieren bewirtschaften. Ähnlich unseren Privatgärten, in denen wir gerne viel Zeit verbringen, kümmern sich die Kleinbauern mit Hingabe um jedes kleinste Fleckchen Land. Jede Ecke, jeder Hang wird bebaut, wo niemals eine Maschine arbeiten könnte. In den Beeten wird Mischkultur betrieben und die Fläche doppelt und dreifach genutzt, wenn die Bohnen den Mais mit Nährstoffen versorgen und zusammen mit den Kürbissen an den hohen Maisstangen empor klettern. In den Hecken wachsen Obststräucher, Nüsse und Obstbäume. Das ist effiziente Flächennutzung, angepasst an den natürlichen Standort und angewiesen auf viel bäuerliches Wissen und vor allem Zeit. Ein solcher Arbeitsplatz in der Landwirtschaft ist mit seiner Vielfalt wesentlich attraktiver für Berufsanfänger und gleichzeitig viel ertragstabiler. Gelingt die eine Frucht nicht, bringt die andere um so mehr Ertrag ein. Vielfalt braucht Zuwendung und Zeit, und wer Zeit investiert, wird die beste Ernte einfahren.

Termine:

  • Sa., 16. Oktober, 10 Uhr:
    Ackertag „Möhrenernte
    Acht Reihen Lagermöhren stehen noch auf dem Feld. Wir graben die knackigen Wurzeln mit dem Spaten aus, drehen das Laub ab und packen die Möhren mit reichlich Erde in große Lagerkisten. Das macht großen und kleinen TeilgeberInnen Freudeund naschen ist natürlich erlaubt!
    Anmeldung erforderlich:

    https://terminplaner.dfn.de/qjkc5QUtFJPpyL3C

  • Sa., 06. November, 10 oder 12 Uhr:
    Ackertag „Sauerkraut“
    Gemeinsam verarbeiten wir den frisch geernteten Weißkohl, waschen, hobeln und würzen. Die Mischung wird in speziellen Gärtöpfen so lange gestampft, bis Kohlsaft austritt. Die natürliche Milchsäuregärung macht das Kraut haltbar, bekömmlich und besonders schmackhaft.
    Erfahrungsgemäß brauchen wir ca. vier Stunden mit Vor- und Nachbereitung. Deshalb unser Vorschlag: Die Frühaufsteher kommen um 10, die Ausgeschlafenen um 12 Uhr. Niemand muss den Vier-Stunden-Marathon mitmachen und trotzdem sind am Ende noch ausreichend Menschen zum Aufräumen da.
    Bitte verbindlich anmelden:
    https://terminplaner.dfn.de/zysnxMqpIZF8hV2y

Mittwoch, 28. Juni 2017

People4Soil: Unterzeichne die Bürgerinitiative für den Bodenschutz in Europa!

Wir beachten viel zu selten, was da unter unseren Füßen ist: Boden. Kaum ein Teil unserer Erde ist so wichtig für unsere Ernährung, für den Klimaschutz und für die Artenvielfalt. Kaum ein Teil ist so ungeschützt und tagtäglich durch Industrie, intensive Landwirtschaft und Siedlungsbau bedroht. 
Trotz seiner außerordentlichen Bedeutung gibt es in Europa noch immer kein Gesetz zum Bodenschutz. Nicht zu fassen! Wir brauchen Bodenschutz, um Pflanzen, Tiere und uns Menschen zu schützen. Ohne Boden gibt es keine Zukunft. 
Wir, die Bürgerinnen und Bürger Europas, fordern die Europäische Kommission auf, unsere Böden vor Versiegelung, Umweltgiften und Spekulationsgeschäften zu schützen. Zusammen mit über 400 Organisationen aus ganz Europa bilden wir das Bündnis “People4Soil”. Wir verlangen umfassenden Bodenschutz von der EU und haben eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gestartet. Mit ihr können wir Bürgerinnen und Bürger neue Gesetze verlangen. Bitte helfen Sie uns und unterzeichnen die Bürgerinitiative.
In den letzten 50 Jahren ist in Europa eine Fläche von der Größe Ungarns versiegelt worden. Das sind mehr als 13 Millionen Fußballfelder. Es wurden Städte, Straßen und Industrieanlagen gebaut. Leider wird es immer mehr. Weltweit gehen Böden in einem alarmierenden Tempo verloren. Dabei ist der Bau neuer Häuser und Straßen nur die Spitze des Eisbergs. Europas Böden sind vielfach bedroht: 
  • Mehr als 250.000 Flächen sind durch Chemikalien kontaminiert.
  • Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Böden verlieren ihren Humus und damit ihre Fruchtbarkeit.
  • Millionen von Hektar sind durch Wind und Wassererosion geschädigt.
  • In den Mittelmeerländern schreitet die Wüstenbildung voran. 
Lassen Sie uns jetzt gemeinsam aktiv werden, damit Europa die natürliche Ressource Boden endlich schützt. Mit einer Europäischen Bürgerinitiative haben wir die besten Chancen, in der EU Gehör zu finden. 
Eine EBI ist der offizielle Weg, mit dem wir Bürgerinnen und Bürger Europas die EU-Kommission zu einer Reaktion zwingen können. Sie muss mindestens Stellung nehmen. Damit eine Initiative Erfolg hat, müssen eine Million Unterschriften in mindestens sieben Mitgliedstaaten zusammenkommen.
Wenn wir Europas Böden schützen wollen, ist jeder von uns gefragt. Bitte unterstützen Sie unsere Forderung nach einem umfassenden Bodenschutz und beteiligen Sie sich an unserer Bürgerinitiative.

Montag, 5. Dezember 2016

People4Soil: Unterzeichne die Bürgerinitiative für den Bodenschutz in Europa!


(ein Beitrag von Jakob Sehmsdorf)
Heute ist Weltbodentag. Aber es gibt noch kein europäisches Gesetz, dass den Boden schützt!
Damit sich das ändert, haben sich über 400 Organisationen in ganz Europa vereint und eine Europäische Bürgerinitiative gestartet. Sie trägt den Titel People4Soil.
Landwirtschaft – auch solidarische Landwirtschaft – kann auf Dauer nur gelingen, wenn wir um unsere Böden Sorge tragen.
Daher ist auch das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft Mitträger von People4Soil.
Bitte unterzeichne auch du noch heute die Bürgerinitiative und RETTE DEN BODEN MIT DEINER UNTERSCHRIFT!
Du findest die Petition
und weitere Informationen unter https://people4soil.eu/deDas Unterschriftenliste zum Ausdrucken und Auslegen gibt es unter https://drive.google.com/file/d/0B4Yr47bijFX-LTFwSzUxZTVEazg/view?usp=sharing.
Liebe Grüße,
Jakob

PEOPLE4SOIL

Der Boden ist eine wesentliche, begrenzte, nicht-erneuerbare und unersetzbare Ressource: Das Wohl der jetztigen und der zukünftigen Generationen hängt von der Gesundheit des Bodens ab. People4soil ist ein freies und offenes Netz von europaischen NGOs, Forschungsinstituten, Bauernverbänden und Umweltschutzgruppen. Wir wollen, dass Europa den Boden als ein wesentliches Gemeingut für unser Leben anerkennt.

Dienstag, 16. August 2016

Hofbrief: KW 33


Jeder hat die Zahlen schon mal gehört: Täglich gehen der Landwirtschaft in Deutschland über 80 Hektar Land durch Umwandlung in Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren. Städte wachsen in die Breite, das Straßennetz wird ausgebaut, viel fruchtbarer Boden wird mit Asphalt und Beton versiegelt.
Unser Hof liegt 5 km von der nächsten größeren Siedlung entfernt und ist somit bisher noch nicht von der Problematik berührt worden. Allerdings bewirtschaften wir für die Winterfuttergewinnung hofferne Flächen, unter Anderem zwei kleine Wiesen am Bahnhofshügel in Altenberge.
Dort sollen im Laufe der nächsten Wochen die Bagger anrücken. Bereits im Mai hat der Rat der Stadt Altenberge dem Bau eines Kindergartens und eines Mehrfamilienhauses zugestimmt. Mittelfristig sollen auch weitere Gebäude errichtet werden.
Es ist keine große Fläche, die wir verlieren (0,8ha von 30ha Gesamtbetriebsfläche), und doch ist es schmerzhaft mitzuerleben, wenn Boden, der die Schafe über Jahre ernährt hat, überbaut wird und verloren geht.