Freitag, 20. Mai 2022
Bericht Gärtnerhof Entrup e. G.
Am 14. Mai trafen sich einige Genossenschaftsmitglieder zur Generalversammlung der Gärtnerhof Entrup e. G. bei schönem Wetter auf dem Hofplatz. Es wurde über das vergangenen Jahr in der Landwirtschaft und in der Gärtnerei berichtet. Die Vorstände Christiane und Rainer stellten die positive Entwicklung des vergangenen Wirtschaftsjahrs dar. In der Corona-Zeit war der Verkauf von Bio-Lebensmitteln außergewöhnlich hoch. Mittlerweile hat sich der Markt normalisiert und der Absatz im Hofladen und auf den Märkten fällt wieder geringer aus. Gründe hierfür wurden diskutiert. Es wurde unter anderem auch festgestellt, dass das Bio-Sortiment in den Supermärkten und Diskountern erheblich gewachsen ist. Viele Menschen denken auch, dass die Produkte im Bioladen oder auf dem Ökomarkt teurer sind als anderswo - was definitiv nicht so ist. Ideal wäre es, wenn alle CSAler nicht nur ihre Ernteeinheit abholen, sondern auch ihren Wocheneinkauf im Hofladen oder an den Martkständen tätigen würden.
Die zukünftigen Herausforderungen wurden während der Hofbegehung deutlich. Auch das Thema "zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Schafherde" durch die Investition in wolfssichere Elektro- Zäune wurde diskutiert. Weitere anstehende Modernisierungen und Sanierungen sind für eine gute Entwicklung des Hofes essentiell. Positiv hervorzuheben ist, dass einige Genossenschaftsmitglieder bereits die Gelegenheit wahrgenommen haben, ihre Anteile zu erhöhen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Realisierung der geplanten Investitionen in diesem und nächsten Jahr.
Mittwoch, 13. April 2022
Von hohen Zäunen und tiefen Gräben...
Hofbrief: KW 15
Die trockenen warmen Frühlingstage sind wieder da. Mitte der Woche müssten die Ackerflächen wieder trocken genug sein und dann gibt es ganz viel zu pflanzen und zu säen. Möhren und Zwiebeln, Bohnen, diverse Salate und Kohlsorten sind schon ganz ungeduldig. Um den Boden gut vorzubereiten eggen wir noch einmal die gepflügten Beete und legen kleine Dämme an. Dazu bringen wir das biologisch-dynamische Hornmistpräparat aus.
Bis dahin beschäftigt uns mal wieder der Tiefbau. Um das Regenwasser vom Scheunendach für die Bewässerung der Gewächshäuser nutzen zu können, verlegen wir neue Leitungen von der Zisterne zu den Tunneln. In den Tunneln selber bauen wir neue Düsen ein und eine kleine Bewässerungssteuerung, die uns in Zukunft hoffentlich viel Arbeitszeit beim Beregnen der Gewächshausbeete ersparen werden. Das ist zugleich eine Vorübung für das Projekt, das wir uns für den Sommer vorgenommen haben: Die Freilandgemüseflächen am Hof sollen dann mit neuen größeren Wasserleitungen versorgt werden.
Zu Beginn der Weidesaison gibt es Neuerungen bei den Zäunen, die uns einiges an Arbeitszeit abverlangen. Weil auch in unserer Gegend mittlerweile Wölfe gesichtet worden sind und weiter westlich am Niederrhein auch Wolfsrudel nachgewiesen wurden, müssen wir alle Zäune um einen halben Meter aufstocken und mehr Zaundrähte installieren. Nur so können wir guten Gewissens die Tiere auf die Weide lassen.
Donnerstag, 10. Februar 2022
Hofbrief: KW 6 - Schafe und Wölfe
Das Wetter grau in grau, der Sonntag verregnet zum im Bett bleiben und doch sind die Schneeglöckchen erwacht. Morgens um acht ist es schon richtig hell und am frühen Abend um fünf immer noch hell. Und die Vögel singen schon wieder viel fröhlicher. Es wird!
Seit
Jahren beschäftigt alle Schafhalter in Deutschland die
Wiedereinwanderung
der Wölfe.
In
Niedersachsen gab es Wolfsrudel, vom Niederrhein berichteten Schäfer
von Wolfsrissen. Das Münsterland blieb lange wolfsfrei. Bis
jetzt konnten wir das Geschehen aus der Ferne beobachten und uns
Gedanken machen, was wir konkret für Handlungsoptionen haben, um
unsere Weidetiere
zu schützen.
So sehr uns als Biolandwirte die Artenvielfalt am Herzen liegt,
mindestens genau so wichtig ist uns die artgerechte
Haltung unserer Schafherden auf der Weide – Tag und Nacht,
solange die Tiere draußen genug Futter finden.
Mittlerweile
sind Wölfe in unserer unmittelbaren Umgebung gesichtet worden und
das Thema Herdenschutz wird jetzt sehr akut. Bald beginnt wieder die
Weidesaison für die Milchschafe. Und die Jungtiere vom letzten Jahr
sind den ganzen Winter draußen geblieben, wo es ihnen am besten
geht.
In den nächsten Wochen müssen wir unsere festen Zäune
wolfssicher ausstatten – 1,40m hoch, mit sechs stromführenden
Drähten
ausgestattet. Parallel müssen wir ein neues System für die mobilen
Zäune der weiblichen und männlichen Jungtiere finden, damit diese
weiterhin flexibel dem Futteraufwuchs hinterher ziehen können.
Zu
klären ist, wer
diese Ausgaben finanzieren wird.
Immerhin ist Tierhaltung nicht der Bereich der Wirtschaft, in dem
Gold gescheffelt wird. Und Arbeit haben
wir
Landwirte auch
heute schon mehr als genug.

