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Donnerstag, 13. April 2023

"Der Junge muss an die Luft!"

Hofbrief: KW 15

Die diesjährigen Lämmer sind mittlerweile gar nicht mehr so ganz klein und es wird schon voll und eng im Lämmerstall. Satt kriegt man die Rabauken auch nicht. Nach gefühlt hundert Mal nachfüttern putzen sie den Trog immer noch ratzeputzeleer. Gut, dass es in den letzten Wochen so viel geregnet hat. Wenn jetzt die warme Zeit kommt, sprießt das Gras auf der Wiese so schnell, das auch das letzte Lämmchen noch satt wird.

Jetzt lernen die Tiere aber erst mal, als Herde zu laufen. Wenn es tagsüber warm genug ist, kommen sie für einige Stunden auf eine hofnahe Weide. Beim ersten Weideaustrieb mussten hatten wir noch Mühe, die Lämmergruppe zusammen zu halten. Jetzt klappt das schon viel besser. Eine Hirtin vorne, eine hinter der Herde, und alle Lämmer wissen, wo es langgeht.
Auch der Umgang mit dem Stromzaun will gelernt sein. Nicht jedes Tier versteht, dass es nur wehtut, wenn man den Draht berührt; ein Schritt zurück, und der Zaun lässt einen in Ruhe. Manche Lämmer versuchen die Flucht nach vorne – mit schmerzhaften Folgen. Deshalb sind wir am Anfang immer eine Weile bei der Lämmerherde um bei Bedarf Hilfe zu leisten.
Wenn demnächst die kalten Frostnächte hinter uns liegen, können die Jungtiere auch
ganztags auf der Weide bleiben. Schließlich geht es den großen Kleinen dort am besten!

Termine:

  • Sa., 15. April, 10.00-12.30 bzw. 13.00-15.30 Uhr:
    Mitmachtag „Dach decken am Gärtner-Schuppen“ –
    Das Schleppdach hinter der Scheune ist in die Jahre gekommen. Der Aussaattisch und das Lager für diversen Gärtnereibedarf sind vor Wind und Wetter nicht mehr sicher. Unter Anleitung eines Dachdeckers nehmen wir am Vormittag die Dachziegel und die morsche Lattung herunter. Danach ersetzen wir die Latten und decken das Dach neu ein. Windfedern und eine Regenrinne soll das neue Dach auch bekommen. Die maximale Arbeitshöhe ist ca. vier Meter. Bodenpersonal wird auch benötigt. Ein Mittagsimbiss ist vorgesehen. Anmeldungen sind für den ganzen Tag oder alternativ für die erste bzw. zweite Schicht möglich:
    https://nuudel.digitalcourage.de/B237Oooi2bjo3N1x

  • Sa., 06. Mai und Sa., 13. Mai, 10.00 – 13.00 Uhr:
    Hofverschönerungstage
    Bei den vielen Baustellen diesen Winter wurde der Hof gründlich auf den Kopf gestellt. Auch im täglichen Arbeitstrott ist die eine oder andere Ecke unaufgeräumt geblieben. An den zwei Frühlingssamstagen wollen wir fegen, Blumenbeete jäten, Fenster putzen und Platz schaffen für das Hoffest. Bitte verbindlich anmelden:
    https://nuudel.digitalcourage.de/tGXHqhwTSn3E3C55

  • So., 14. Mai, 11.00 – 17.00 Uhr:
    Hoffest zu Muttertag

Donnerstag, 16. März 2023

Unsere Baustellen...

Hofbrief: KW 11 

Zum vergangenen Wochenende gab es reichlich Regen und Schnee. Die aus dem Winterschlaf erwachende Natur freut sich nach einem eher trockenen Winter die Wasserreserven etwas auffüllen zu können. Unsere Baustellen beim Bewässerungsteich und bei der neuen Scheune müssen derweil ruhen, bis der Untergrund ausreichend abgetrocknet ist.

Ein paar Meter weiter können die Arbeiten bei frühlingshaften Temperaturen weiter gehen. Am Montag haben die Dachdecker mit der Sanierung der alten Scheune begonnen. Die alten Dachziegel und auch die Lattung kommen runter, dann werden marode Sparren und Pfetten ausgetauscht oder verstärkt, bis schließlich eine neue Eindeckung das Dach wieder dicht macht.

Hinter dem Hofladengebäude bauen wir in der Zwischenzeit einen fünften großen Folientunnel auf. Das ist der alte Tunnel, der letzten Herbst dem Bauplatz für die neue Scheune weichen musste. Am neuen Standort wird er um einige Segmente verlängert, um die Ackerfläche optimal auszunutzen. Zu Ende April planen wir somit mit insgesamt knapp 1300qm Fläche in geschütztem Anbau. Vor zwei Jahren waren es noch 800qm. Durch die Flächenvergrößerung können wir endlich, wie im Freiland schon lange üblich, auch im Folientunnel Gründüngungspflanzen anbauen und in die Bodenfruchtbarkeit investieren. Die arbeitsaufwendige Bepflanzung der Randbeete können wir dagegen zurückfahren und damit unsere Zeit etwas effizienter nutzen.

Die ersten Lämmer, im Januar geboren, sind jetzt alt genug um von den Müttern entwöhnt zu werden. Sie ziehen in den kleinen Stall mit Auslauf in der Hofmitte, bis im April die Weidesaison beginnen kann. Werden Lämmer abgesetzt, haben wir natürlich mehr Milch für die Käserei übrig, sodass auch hier in den nächsten Wochen das Angebot wachsen wird.

Termine:

  • Sa., 25. März, 11.00 Uhr:
    Mitgliederversammlung der Initiative Entrup 119 e.V.

    Bei einer Hofführung sehen wir den aktuellen Stand der Baumaßnahmen – Renovierung Scheune, Neubau Maschinenunterstand und Bewässerungsteich. Dazu gibt es einen Blick in die Folientunnel, den Stall und vielleicht auch schon auf die erste Obstblüte. Wir berichten von der Entwicklung in der Landwirtschaft und von der Bildungsarbeit im letzten Jahr. Gäste sind herzlich willkommen!

  • So., 14. Mai, 11.00 – 17.00 Uhr:
    Hoffest zu Muttertag –
    Vorführungen zu Schafschur und Arbeitspferden auf dem Gemüseacker, Rundgänge durch die Gärtnerei, Live-Musik, buntes Kinderprogramm mit Schminken, Hofolympiade, Stockbrot, Kräutersalz herstellen
    Infostände: Vamos!, Grüner Weiler
    für das leibliche Wohl: Spezialitäten vom Hofgrill, Kaffee und selbsgebackener Kuchen, leckere Biolimo
    für die Anreise: Fahrradtour von Münster zum Hof

Donnerstag, 27. Januar 2022

Hofbrief: KW 4 - Wir wollen bauen

Für das kommende Jahr haben wir uns einige Baumaßnahmen vorgenommen.

  • Das Dach unserer Scheune ist schon seit vielen Jahren mehr als undicht. Auch der eine oder andere Balken am Dachstuhl hat unter dem Regen gelitten. Jetzt soll endlich dieses Dach erneuert werden, um das Gebäude langfristig zu erhalten.

  • Am jetzigen Standort der Brennholzschuppen soll eine größere Halle entstehen, um landwirtschaftliche Maschinen geschützt unterstellen zu können. Bisher mussten einige Geräte im Regen und Schnee überwintern. Anderes musste mit viel Zeitaufwand immer wieder umgestellt werden – irgendwie steht das was man braucht immer gerne in der hintersten Ecke.

  • Die Halle würde zu viel Schatten auf einen der Folientunnel werfen. Das nehmen wir zum Anlass, um einen etwas größeren Folientunnel hinter dem Hofladengebäude aufzustellen. Gerade im zeitigen Frühjahr fehlt uns noch Anbaufläche im Treibhaus. Bis jetzt gab es im April und Mai oft zu wenig frisches Gemüse.

  • Die Planung der Bewässerungsanlage schreitet voran. Auch hier wollen wir dieses Jahr weiterkommen.

  • Zuletzt soll auch das große Wohnhaus etwas wohnlicher werden. Mittlerweile sind alle Fenster im Erdgeschoss erneuert. Im Obergeschoss heizen wir leider noch immer „zum Fenster raus“. Außerdem sind die Wände kaum gedämmt. Über den Westgiebel zieht es im Winter richtig kalt rein.

Große Pläne also. Viele der Maßnahmen (alle?!) sind lange überfällig. Weil Mittlerweile der größte Hofkaufkredit durch die Initiative Entrup 119 e.V. abbezahlt ist und auch die Gärtnerhof Entrup eG auf etwas stabileren Füßen steht, wollen wir uns an die Baustellen wagen. Die landwirtschaftliche Produktion soll natürlich möglichst wenig beeinträchtigt werden – Wir beauftragen Fachfirmen und reduzieren die Eigenleistungen aufs Schaffbare.
Wann konkret welche Baustelle angegangen wird, ist wie immer hier im Hofbrief nachzulesen!

Dienstag, 9. Februar 2021

Hofbrief: KW 6 - Wintereinbruch als Herausforderung und dazu ein Loblied auf unseren Joghurt

 

Wintereinbruch am Sonntag: Es war ja angekündigt und doch konnte man sich das nicht vorstellen – 20 oder 30 cm Neuschnee und Schneeverwehungen. Der Ostwind drückte den feinen Pulverschnee durch feine Ritzen in den Schafstall und den Folientunnel. Sogar in der Scheune mit dem reparaturbedürftigen Dach lag eine dicke Schneeschicht auf dem Kühlhaus und auf diversen Gerätschaften.

Wir hatten letzte Woche etwas vorgesorgt: Die Jungtiere wurden von den Pachtwiesen geholt und aufgestallt, Gemüse vorgeerntet und auch schon gewaschen.
Die größere Herausforderung war es, die Hoffläche und die Hofeinfahrt soweit zu räumen, damit sie wieder begehbar und auch befahrbar wurden. Unsicher war auch, wie viel Schneelast die Folientunnel aushalten. Also mussten die Dächer mehrfach freigeräumt werden – g
lücklicherweise fanden sich spontan einige Helfer zusammen, sodass wir auch am Sonntag einigermaßen durchkamen.
Aktuell bleibt eine gewisse Unsicherheit wegen der eiskalten Nächte. Es könnten noch einige Wasserleitungen mehr einfrieren auf dem Hof. Und die Milch ist auch schon mal in der Melkleitung gefroren. Werden wir den Marktverkauf diese Woche überhaupt machen können?
Dann scheint tagsüber die Sonne und die Luft in den Folientunnel erwärmt sich auf +14°C. Und es ist hell und trocken – eigentlich ganz schön!

Die Schafe geben täglich mehr Milch – die ersten Lämmer sind jetzt alt genug und werden abgesetzt. Gleichzeitig ist die Käsereistelle bis Mitte April unbesetzt. Christiane und Karlotta verarbeiten die Milch, wann immer sich ein Zeitfenster ergibt zwischen Büro, Gemüse kommissionieren, Hofladenverkauf und Studium. Zunächst gibt es vor Allem Joghurt, Weichkäsetaler und Hirtenkäse. Die Produkte erfordern vergleichsweise wenig Aufwand. Beim Joghurt gibt es außerdem die höchste Ausbeute: Aus einem Liter Vollmilch entsteht ein Liter Joghurt. Beim Weichkäse ist das Verhältnis dann schon 4 zu 1, beim Schnittkäse 8 zu 1 und beim Hartkäse sogar 10 zu 1, weil bei der Käsegerinnung viel Molke abgeht.
Solange die Milchmenge noch überschaubar ist, macht es also Sinn viel Joghurt herzustellen, damit es möglichst für jeden der 220 Haushalte ausreicht, die wir
wöchentlich versorgen. Der Joghurt ist sehr mild und gehaltvoll, ob im Müsli, als Nachtisch oder in der Salatsauce.
Und spätestens Ende April freuen wir uns
wieder auf eine größere Vielfalt, wenn die neue Käserin Sabine gut in der Hofkäserei angekommen ist!

Freitag, 4. August 2017

Hofbrief: KW 31


Obwohl es in dieser Jahreszeit auf dem Hof mehr als genug Arbeit gibt, schaffen wir uns gerade in der Käserei noch zusätzliche Beschäftigung. Es wird gesägt, gehämmert und gebohrt. Letzte Woche ist es nach mehreren Anläufen (dank versteckter Strom- und Wasserleitungen) endlich gelungen, ein Loch in die Wand zwischen Tenne und Käserei zu bohren. Von dort soll demnächst durch einen Schlauch die Milch mit natürlichem Gefälle direkt in den Käsekessel fließen. Das erspart die mühsame Schlepperei mit Milchkannen und erhält die Milchqualität besser, als jede Pumpe es könnte. Allerdings muss dafür auch noch ein Flaschenzug installiert werden, an dem der neue Milchtank in der Tenne hochgezogen werden kann.
Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die Ankunft des neuen Käsekessels. Gewünscht hätten wir uns, dass der Kessel geliefert wird, wir einen Stecker in die Steckdose stecken und alles läuft. Stattdessen wird schon seit Wochen berechnet, wieviele neue Rohre mit welchem Durchmesser verlegt werden müssen. Montag wurde in der Käserei nur ein einziges Produkt hergestellt anstatt wie üblich drei, um Dienstag alles schnell abräumen zu können. In der Tenne wurde der neue Wärmetauscher installiert. Seit Dienstag morgen waren die Elektriker in der Käserei damit beschäftigt, alte Stromleitungen abzumontieren und neue zu verlegen. Um neue Wasserleitungen kümmern wir uns. Am Nachmittag muss der alte Kessel raus – für das Hinein- und Hinaustragen der Kessel mussten letzte Woche schon die Türen und Teile der Wände auf dem Weg zur Käserei entfernt werden! Jetzt hoffen, wir das der Platz reicht und alles durchkommt.
Mittwoch kommt dann der neue Kessel. Ob mit der Technik alles klappt, steht in den Sternen. Also: Daumen drücken, dass alles funktionert und dass am Donnerstag der erste Käse im neuen Kessel gemacht werden kann!
Fortsetzung folgt.....
Am Samstag, dem 5. August, ist wieder Mitmachtag.
Das neue Vordach zwischen Schafstall und Melkstand soll mit Dachziegeln eingedeckt werden. Wer also höhenfest ist, kann auf Dachlatten stehend Ziegel an den Dachdecker weiterreichen – eine schöne Gemeinschaftsaktion, eine gute Hilfe und die Gelegenheit, den Hof aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu betrachten.
Wer lieber auf dem Boden bleibt, kann gerne auch beim
Jäten unterstützen. Auf dem Acker wird eine hilfebedürftige Gemüsekultur von aufdringlichen Nachbarn befreit. Die Arbeit ist eher ruhig und bietet viel Gelegenheit zu Gesprächen. Nebenbei lernt man viel über die kleinen Dinge: Boden, Insekten, junge Pflänzchen…
Für die beiden Mitmachaktionen bitten wir um
Anmeldung. u.A. auch für die Essensplanung.