Dienstag, 9. Februar 2021

Hofbrief: KW 6 - Wintereinbruch als Herausforderung und dazu ein Loblied auf unseren Joghurt

 

Wintereinbruch am Sonntag: Es war ja angekündigt und doch konnte man sich das nicht vorstellen – 20 oder 30 cm Neuschnee und Schneeverwehungen. Der Ostwind drückte den feinen Pulverschnee durch feine Ritzen in den Schafstall und den Folientunnel. Sogar in der Scheune mit dem reparaturbedürftigen Dach lag eine dicke Schneeschicht auf dem Kühlhaus und auf diversen Gerätschaften.

Wir hatten letzte Woche etwas vorgesorgt: Die Jungtiere wurden von den Pachtwiesen geholt und aufgestallt, Gemüse vorgeerntet und auch schon gewaschen.
Die größere Herausforderung war es, die Hoffläche und die Hofeinfahrt soweit zu räumen, damit sie wieder begehbar und auch befahrbar wurden. Unsicher war auch, wie viel Schneelast die Folientunnel aushalten. Also mussten die Dächer mehrfach freigeräumt werden – g
lücklicherweise fanden sich spontan einige Helfer zusammen, sodass wir auch am Sonntag einigermaßen durchkamen.
Aktuell bleibt eine gewisse Unsicherheit wegen der eiskalten Nächte. Es könnten noch einige Wasserleitungen mehr einfrieren auf dem Hof. Und die Milch ist auch schon mal in der Melkleitung gefroren. Werden wir den Marktverkauf diese Woche überhaupt machen können?
Dann scheint tagsüber die Sonne und die Luft in den Folientunnel erwärmt sich auf +14°C. Und es ist hell und trocken – eigentlich ganz schön!

Die Schafe geben täglich mehr Milch – die ersten Lämmer sind jetzt alt genug und werden abgesetzt. Gleichzeitig ist die Käsereistelle bis Mitte April unbesetzt. Christiane und Karlotta verarbeiten die Milch, wann immer sich ein Zeitfenster ergibt zwischen Büro, Gemüse kommissionieren, Hofladenverkauf und Studium. Zunächst gibt es vor Allem Joghurt, Weichkäsetaler und Hirtenkäse. Die Produkte erfordern vergleichsweise wenig Aufwand. Beim Joghurt gibt es außerdem die höchste Ausbeute: Aus einem Liter Vollmilch entsteht ein Liter Joghurt. Beim Weichkäse ist das Verhältnis dann schon 4 zu 1, beim Schnittkäse 8 zu 1 und beim Hartkäse sogar 10 zu 1, weil bei der Käsegerinnung viel Molke abgeht.
Solange die Milchmenge noch überschaubar ist, macht es also Sinn viel Joghurt herzustellen, damit es möglichst für jeden der 220 Haushalte ausreicht, die wir
wöchentlich versorgen. Der Joghurt ist sehr mild und gehaltvoll, ob im Müsli, als Nachtisch oder in der Salatsauce.
Und spätestens Ende April freuen wir uns
wieder auf eine größere Vielfalt, wenn die neue Käserin Sabine gut in der Hofkäserei angekommen ist!

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