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Donnerstag, 13. Juni 2019

Hofbrief: KW 24


Immer wieder hört man vom Bienen- oder Insektensterben als Indikator für einen Verlust der Biotopvielfalt, sprich der kleinteiligen und vielfältigen Lebensräume in der Natur. Als wesentliche Ursache dafür wird die Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft genannt. Die Ackerschläge werden immer größer, um große Maschinen effizient betreiben zu können, Wiesen fallen dem Maisanbau zum Opfer. Pestizide machen reinen Tisch auf dem Acker – zugunsten einer Ertragsmaximierung bei der angebauten Frucht wird die Vielfalt weggespritzt.
Selbstredend ist auch die heile Welt des Bioanbaus ein Ideal, dass wir anstreben und doch nicht erreichen. Auch unsere Gemüsefelder sind in gewisser Weise Monokulturen, wenngleich für heutige Verhältnisse sehr kleine. Auch wir mähen unser Grünland recht früh, um den Milchschafen ein eiweißreiches, „junges Futter“ bieten zu können.
Und doch muss an dieser Stelle
ein Lob auf unsere kultivierte „Unordnung“ gesungen werden. Auf den Schafwiesen wachsen nicht nur die Hochertragsgräser, sondern auch diverse Kräuter, die sich mit Sicherheit positiv auf die Gesundheit der Weidetiere auswirken. In den Gemüsebeeten bleibt – auch schon aus Zeitmangel – einiges an Beikräutern stehen. Unser Rasen ist fast nie getrimmt und es gibt in Hofnähe viele wilde Ecken – jede hat ihren eigenen Charakter und ist gewiss auch ein besonderer Lebensraum.
Am vergangenen Samstag war eine Naturschutz-Beraterin auf dem Hof. Zusammen haben wir auf Wiesen, Wegränder, Hecken, Streuobst, Kopfweiden und Teiche geschaut. Neben Lob gab es auch Anregungen, Nisthilfen für den Steinkauz und Fledermäuse aufzuhängen, bei der Wiesenmahd auch mal was stehenzulassen als Rückzugsraum für die Tierwelt, über mehrjährige Blühstreifen auf dem Gemüseacker nachzudenken oder ab und zu Heckenschnitt bewusst nicht aufzuräumen, weil ein Totholzhaufen ein toller Lebensraum sein kann!
Termine:
  • So., 16. Juni, 14 Uhr:
    CSA-Jahresversammlung

    Nach einem Rückblick auf das vergangene Wirtschaftsjahr wollen wir noch einige Themen vertiefen: Es soll unter Anderem um die Streuobstwiese in Kümper gehen und um die Abholdepots in Münster und auf dem Hof. Außerdem haben wir einen Vorschlag, um das Mitmachen auf dem Hof zu erleichtern. Für alle neuen Teilgeber gibt es die Gelegenheit, den Hof bei einer kleinen Führung kennenzulernen. Bevor es dann zum kulinarischen Teil am Mitbring-Buffet geht, möchten wir erst für die Bienen den Tisch decken und auf 2000m² eine Blühwiese einsäen. Seid dabei!
  • Mo., 24. Juni, 18 Uhr:
    Kräuterspaziergang „Magische Johanniskräuter“

    mit Silke Flotho-Westrup,
    max. 15 Teilnehmer, 10 €,
    Anmeldung:
    cafegierschundco@freenet.de oder 0176-70009604

Donnerstag, 26. Juli 2018

Hofbrief: KW 30


Der Wetterbericht verspricht für die nächsten Tage „die erste Hitzewelle dieses Sommers“. Für uns klingt das etwas zynisch, wenn doch seit Wochen oder gefühlt Monaten nur noch „schönes“ Wetter und eitel Sonnenschein herrschen. Schnell wird die Arbeitr draußen, besonders auch auf dem Heuboden oder im Gewächshaus, zu einem ganz besonderen Erlebnis – mit Interesse entdeckt man Schweißdrüsen an den entlegensten Körperstellen…
Wehmütig beobachte
ten wir am Wochenende kleinere oder größere Gewitterschauer, die aber samt und sonders an uns vorbeizogen.
Natürlich ist die
Trockenheit bei uns nicht annähernd so katastrophal, wie in manch anderen Regionen. Dennoch sind einige Beobachtungen auch bei uns alarmierend:
Das Gras auf den Wiesen und Weiden wächst schon seit Wochen wesentlich langsamer, als unsere Schafe es wegfressen. Mittlerweile ist die Melkherde nur noch nachts auf der Weide; tagsüber füttern wir im Stall Heu zu,
welches eigentlich für den Winter gebraucht wird. Wann wir das nächste Mal Heu werden ernten können, ist ungewiss, dafür muss es erst regnen, und nicht zu knapp. Heu von anderen Biobetrieben zuzukaufen wird dieses Jahr besonders schwierig, denn zumindest in Norddeutschland werden viele die gleiche Futterknappheit haben wie wir.
Es gibt deshalb die Überlegung, den Tierbestand für das kommende Jahr zu reduzieren, um die verbliebene Herde gut durch den Winter zu bekommen.
Auf den Gemüsefeldern wird ausgiebig beregnet, weshalb hier die Situation wesentlich entspannter ist. Allerdings ist Beregnung natürlich arbeits- und kostenintensiv.
Trotz der zusätzlichen Wassergaben reifen manche Sorten dieses Jahr früher, als im Jahresmittel. Die Zwiebeln waren zum Beispiel schon Mitte Juli trocken anstatt Anfang August. Auf dem Kürbisfeld sieht man schon viele Früchte dunkelorange leuchten, dabei ist die reguläre Ernte eigentlich im September.
Natürlich freut man sich über eine frühe Ernte – besonders hohe Erträge sind bei einer derart frühen Abreife aber nicht möglich.
Schön ist das sonnige Wetter natürlich trotzdem und wir versuchen reichlich Wärme und Licht zu tanken. Der nächste Winter kommt bestimmt.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Hofbrief: KW 19


Anfang Mai, höchstwahrscheinlich keine Nachtfröste mehr zu erwarten, und der Frühling zeigt sich wieder von seiner warmen Seite. Die letzten Bäume entfalten ihr Laubkleid und das Gras auf den Wiesen wächst und wächst.
Die sommerlichen Temperaturen am Wochenende haben wir genutzt, um das erste Heu zu mähen. Der frühe erste Schnitt erzeugt eine für Milchschafe besonders geeignete Futterqualität. Die relativ geringe Erntemenge wird durch höhere Erträge beim zweiten Schnitt kompensiert.
Unter dem wolkenlosen Himmel und im warmen Wind ist das Futter innerhalb von
wenigen Tagen soweit getrocknet, dass wir es einfahren konnten. In die Boxen der Heutrocknungsanlage auf dem Dachboden gelangt das Mähgut aus dem Ladewagen über ein Dosiergerät und ein Heugebläse.
Auf dem Hof duftet es wieder herrlich, wenn das Futter mit der warmen Luft, die sich unter den Dachziegeln sammelt, nachgetrocknet wird.
Die neuen Lämmer gehen mittlerweile den halben Tag auf die Weide, bewegen sich nach Herzenslust und lernen die frischen Gräser und Kräuter kennen. Auch an den Stromzaun müssen sie sich erst gewöhnen.
In den Gewächshäusern werden die Frühjahrskulturen nach und nach erntereif und machen Platz für die allseits beliebten Gurken, Tomaten und Paprika. Auf den Feldern füllen sich die Beete mit der ganzen Gemüsevielfalt und auch die Gründüngungspflanzen kommen langsam zum Vorschein.
Termine:
  • Sa., 12. Mai, 10-13 Uhr:
    MitmachtagVorbereitung für den „Tag des Schafes“ (s.u.)
    spontan vorbeikommen und mithelfen – Aufgabenliste wird ausgehängt
  • So., 13. Mai, 11-17 Uhr:
    Tag des Schafes – unser alljährliches Hoffest mit buntem Programm für Groß und Klein:
    • Pferdestärken auf Entrup
    • der Weg der Wolle
    • Führungen durch die Gärtnerei
    • Wildkräuterwanderungen
    • Flitzebogenbau
    • Stockbrot am Lagerfeuer
    • Schafsruf zum Melken
    • live-Musik: „Tangueres“ argentinischer Tango zum Tanzen und Zuhören
    • Spezialitäten vom Hofgrill, Kaffee und selbstgebackener Kuchen, Eis mit Entruper Milch

Dienstag, 29. August 2017

Hofbrief: KW 35


Wer letzte Woche Freitag den Hof besucht hat, hat es mitbekommen. Es war laut und staubig und ein bis zwei Mal die Stunde fuhr ein Traktor vor mit einem Anhänger voll Heu.
Anfang der Woche haben wir diverse Wiesen gemäht und Donnerstag bis Samstag konnte dann vom frühen
Nachmittag bis in den späten Abend vorgetrocknetes Heu in unsere Heutrocknungsanlage eingefahren werden. Jetzt sind die Heuboxen bis zur Oberkante gefüllt und wir müssen uns keine Sorgen darüber machen, dass die Tiere im Winter nicht satt werden.
Nach dem ersten Heuschnitt im Mai sah das noch ganz anders aus, weil nach einem trockenen Winter ein trockenes Frühjahr gefolgt war und wir nur sehr geringe Heumengen ernten konnten. Gut, dass jetzt im Juli und August reichlich Regen kam und wenigstens der späte Heuschnitt zufriedenstellende Erträge erbracht hat. Trotzdem konnten wir unser Heulager nur füllen, weil wir vom Demeter-Betrieb Camphill Sellen zusätzliche 8 ha für uns mähen durften. Vielen Dank dafür!
Termine:
  • Sa. 2. September, 10 Uhr: Mitmachtag Hofkäse-Schule In kleinen Gruppen stellen die Teilnehmer aus hofeigener Milch an kleinen Kesseln selbst Käse her. Tipps und Tricks dazu gibt es von unserer Hofkäserin Angela. Anmeldung erforderlich
  • Di, 5. September, 18:30 Uhr: Hofkäse-Schule An kleinen Kesseln verarbeiten die Teilnehmer alleine oder zu zweit unter fachkundiger Anleitung von unserer Käserin Angela hofeigene Schafsmilch. Der selbst hergestellte Weichkäse darf anschließend mit nach Hause genommen werden. Für jeden Teilnehmer gibt es außerdem eine kleine Käseplatte mit hofeigenen Spezialitäten und dazu ein gutes Glas Wein. Anmeldung erforderlich. Kosten: alleine Käsen – 40€ pro Person, zu zweit Käsen – 30€ pro Person
  • Sa., 16. September: Der Mitmachtag Apfelernte muss leider ausfallen, weil wegen der Spätfröste Ende April / Anfang Mai zur Zeit der Obstblüte insgesamt deutlich weniger Früchte an den Bäumen hängen. Die Mitmachtage am 23.9., 21.10. und 28.10. sollen erstmal stattfinden.
  • So, 24. September, 11:00 Uhr: Erntedankfest für alle Teilgeber aus CSA, Genossenschaft und Verein

Dienstag, 5. Juli 2016

Hofbrief: KW 27


Die ergiebigen Niederschläge, die uns der Juni beschert hat, nehmen glücklicherweise ab, sodass die landwirtschaftlichen Flächen an den langen Juli-Tagen gut abtrocknen können.
Was davon bleibt, ist eine Menge Beikraut, das in den letzten Wochen nicht gejätet werden konnte, unschöne Blumenkohlköpfchen, die einfach zu viel Wasser abgekriegt haben, und
überständiges Wiesengras, das dringend zu schmackhaftem Heu getrocknet werden muss.Nun muss Vieles aufgeholt werden: Hacken und Jäten, um den verschlämmten Boden zwischen den Gemüsereihen wieder luftig leicht zu machen; Pflanzen, was im August/September Frucht bringen soll; Boden bearbeiten, wo abgeerntet wurde...
Am vergangenen Samstag konnten wir trotz zeitweise widrigen Wetters mit einigen Teilgebern eine ganze Menge Frühkartoffeln aus dem Boden holen. Die Knollen der „Rosara“ sind rotschalig und wohlgeformt, aber leider etwas kleiner, als erhofft – zurückzuführen auf die witterungsbedingt sehr früh einsetzende Krautfäule. Auch unser Kollege Heiner Wening, von dem wir Eier, Getreide und die Lagerkartoffeln beziehen, wird wahrscheinlich nur ein Drittel des langjährigen Mittels ernten können.

Den wetterbedingt verschobenen Jäte-Mitmachtag möchten wir gerne am Samstag, dem 9. Juli, nachholen. Um 10.00 Uhr ist die Schonzeit für das Beikraut zu Ende. Lange genug haben die Wildkräuter im nassen Juni-Boden gewuchert und die Gemüsepflänzchen unterdrückt.
Der Acker wird endlich wieder trocken und wir wollen möglichst zahlreich anrücken, um der Roten Bete wieder mehr Luft und Licht zu verschaffen
bewaffnet mit Jäthäckchen und einer ordentlichen Portion agressiven Gleichmuts.
Bitte meldet Euch an.