Sonntag, 16. Juli 2017

Zucchinisalat


Zucchini waschen und in 4-5mm Scheiben schneiden. Diese in Olivenöl bei mittlerer Hitze beidseitig hellbraun braten. Auf Küchenkrepp Öl abtropfen lassen. Die Scheiben nach dem Abkühlen auf einer Platte garnieren, salzen, pfeffern, mit sehr kleingehacktem Knoblauch und feingeschnittenen Minzblättern (z.B. Marokkanischer Minze) bestreuen und mit gutem dunklen Balsamessig beträufeln. Eine Weile ziehen lassen und servieren. 
Ein herrliches Antipasti!

Samstag, 15. Juli 2017

Ernte essen 1910 vs. 2017 - Juli-Einheit


Es lohnt sich, mal ein über 100 Jahre altes Kochbuch in die Hand zu nehmen. Was man dort findet, lässt einen Staunen und Respekt für die Frau von damals empfinden. Klar: Von Emanzipation war noch keine Rede und die Arbeit in der Küche war Sache der Frauen und Mädchen, die adrett in gestärkten Schürzen, aufwändige Speisenfolgen auf den Tisch brachten. Aufgewachsen in einem 3-Generationenhaus war es selbst für mich in den 1970er Jahren keine Ausnahme, dass meine Mutter ein Sonntagessen aus Suppe, Salat, Gemüse, Fleisch und Nachtisch kochte - jede Woche! Und für den Nachmittag hatte sie noch eine Sahnetorte gebacken. Die Zeit und Mühe ist für mich heute unvorstellbar!

Also: Die Ernte-Einheit von Mitte Juli hat mich zu Omas Erbstück "Davidis Kochbuch für gewöhnliche und feinere Küche" aus dem Jahr 1910 greifen lassen. 1.932 Rezepte, die zeigen wie vielfältig die einzelnen Gemüsesorten verarbeitet werden können: Beispiel Blumenkohl: als Suppe, im Ganzen gekocht mit Rahmsoße, gebacken oder eingelegt. Ich werde erstmal die simpelste Version ausprobieren: Blumenkohl kochen (Tipp: Das Gemüse ins kochende Wasser legen - das erhält die Nährstoffe besser).  Dazu eine Soße aus Davidis Kochbuch: "Man lässt frische Butter in einem halben Esslöffel voll Mehl etwas anziehen, gibt frische Milch oder Fleischbrühe, dann noch ein Stückchen Butter, Muskat und Salz hinzu und rührt sie mit Eidotter ab. Statt Milch kann man auch Essig anwenden. Die Sauce muss dicklich sein." Da kann doch eigentlich nichts schief gehen ; ) Aber an "Spinatpudding" wage ich mich nicht heran. Wer Lust am Rezept hat, kann sich gerne melden, dann poste ich es, sobald es in der Entrup-Einheit Spinat gibt.

Dienstag, 11. Juli 2017

Hofbrief: KW 28


Juli ist die Zeit der Getreideernte. An trockenen Tagen mit viel Sonnenschein und Wind sieht man vom Vormittag an, wenn der Tau aus den Ähren getrocknet ist, bis spät in die Nacht die Mähdrescher über die Äcker fahren. Das Korn muss ausgereift und trocken sein, damit es gedroschen und eingelagert werden kann. Als erstes reifen das Wintergetreide, also Sorten, die schon letztes Jahr im Herbst ausgesät worden sind, z.B. Wintergerste, Roggen, Triticale, Dinkel oder Winterweizen. Die Sommergetreide werden im März oder April ausgesät, aber nur wenig später als die Winterungen geerntet, nämlich im August. Dazu gehören vor allem Hafer, Sommergerste und Sommerweizen.
Von den knapp 30ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, die wir bewirtschaften, können wir nur auf knappen drei Hektar Getreide anbauen. Im Rahmen einer Fruchtfolge bauen wir Triticale oder Gerste an und als humusmehrende Kultur Kleegras für Heu.
Dieses Jahr haben wir die Triticale als Futtergetreide im Anbau – eine Kreuzung aus Weizen (triticum) und Roggen (secale). Je nach Wetter ist hier in 1-2 Wochen mit der Ernte zu rechnen. Wenn das Korn dann gedroschen ist, muss das verbliebene Stroh zu großen Ballen gepresst trocken unter Dach eingelagert werden. Während die Körner die Schafe in den Melkstand locken, dient das Stroh zur Einstreu im Stall und ergibt fruchtbaren Rottemist für unsere Felder und Wiesen.
Unser großer Schafstall bietet den Tieren viel Platz und saubere Liegefläche im Winter. Allerdings ist hierfür mehr Stroh erforderlich, als wir auf unserer begrenzten Ackerfläche anbauen können. Dieses Jahr haben wir uns frühzeitig um Biostroh aus der Region bemüht, welches meist knapp ist, und über 60 Quaderballen Gerstenstroh dazugekauft. Damit ist schon einmal sicher, dass die neuen Lämmer Anfang nächsten Jahres in einem sauberen und warmen Stall geboren werden!

Samstag, 8. Juli 2017

Pitataschen mit fruchtigem Dicke Bohnen Mus



Es mag sich erstmal komisch anhören, wenn man fruchtiges Dicke Bohnen Mus hört, aber probiert es aus, es lohnt sich wirklich. Ich dachte bei der Herstellung des Mus, dass noch das gewisse Etwas fehlte und hatte zu viele reife Bananen. Aus meiner Sicht ist das Experiment gelungen :-)
Ich kann immer nur wieder alle (neuen) CSAler animieren kreativ zu werden, die Ergebnisse sind meist unglaublich lecker.


Pitataschen mit fruchtigem Dicke Bohnen Mus



4 Pitataschen

1400 g dicke Bohnen
½ Bund Petersilie
1 große Knoblauchzehe
4 EL Zitronensaft
3 EL Olivenöl
½ sehr reife Banane
1 TL Liebstöckel
Salz, etwas Chilli

175 g Quorn (Geschnetzeltes), Sojagyros o.ä.
1 große Zwiebel
Paprikapulver süß, Kurkuma, Salz
Öl zum braten

8-12 große Salatblätter (gewaschen)

Die Bohnen aus der Schote holen und ca. 15-20 Minuten kochen bis sie weich sind.
Danach kalt abschrecken und die Haut von den Bohnen lösen.

Von dem Petersilie die harten Stiele entfernen, die Knoblauchzehe und die Banane schälen und zusammen mit den Bohnen in ein hohes Gefäß geben. Zitronensaft und Olivenöl hinzugeben und mit dem Pürierstab zu einem cremigen Muß verarbeiten.
Mit den Gewürzen abschmecken.

Von der Zwiebel die Haut entfernen, vierteln und in Scheiben schneiden.
Mit dem Gyros in einer Pfanne anbraten und kräftig würzen.

Die Pitataschen toasten, mit der Bohnenpaste bestreichen und mit den Salatblättern und dem Gyros auffüllen.

Das Bohnenmus eignet sich auch super als Dip.

Dienstag, 4. Juli 2017

Hofbrief: KW 27


Manchmal braucht man nicht selbst kreativ sein. Kürzlich durften wir im Jubiläumsheft 25 Jahre Slow Food Deutschland einen „kleinen Ratgeber für jeden Tag“ entdecken, der mit wenigen Worten und viel Klarheit die Frage zu stellen wagt: „Mit jedem Bissen ein bisschen die Welt retten?“ (S. 20 ff.) Zwei Auszüge erlauben wir uns:
Erhöhen Sie Ihr Budget für Lebensmittel. – Für einen Liter besonders geschmeidiges Motorenöl für den Tiefergelegten werden in der Autowerkstatt anstandslos 20 Euro bezahlt. Beim Öl für unseren Magen darf‘s dann ein leicht ranziges Sonderangebot für 2,99 Euro sein. Nur noch gut ein Zehntel des Einkommens geben die Deutschen für Lebensmittel aus. Noch in den 1970er-Jahren war es fast ein Drittel. Machen Sie bei Preisdumping und Schnäppchenwahn nicht länger mit. Superbilligangebote schmecken nicht nur nach Billiglohn und Ausbeutung, sondern oft auch nach Kinderarbeit und fast immer nach jenen Monsterställen, in denen Eiweiß fürs Volk wie Ziegelsteine produziert wird. Die regelmäßigen Lebensmittelskandale sind die naturgesetzliche Konsequenz der ansteckenden „Billigitis“.“
Essen Sie nicht im Stehen und Gehen, essen Sie möglichst oft am Tisch mit Anderen. - Auf der Strecken geblieben sind die gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie, die den Tag stukturierten und das Zusammensein garantierten. Der Esstisch, an dem die Erziehung exekutiert und miteinander geredet wurde, ist weitgehend aus unserer Esskultur verschwunden. Jetzt essen wir vor dem Fernseher und am Computer. Und natürlich „to go“ im Gehen und Stehen – wie der Urmensch, als er noch Käferchen, Würmer und Beeren sammelte und sogleich vertilgte. Manche Zeitgenossen haben vergessen, dass man Kaffee auch im Sitzen trinken kann. Der Untergang des Familienmahls war eine Befreiung von der „Tischzucht“ und starren Zwängen. Er ist aber auch ein Verlust von Gemeinsamkeit, von Zusammenkochen, -sitzen, -genießen. Zelebrieren Sie gemeinsames Essen mit der Familie und mit Freunden, es darf auch ein lustvolles Gelage sein.“
Termine:
  • 5. Juli, 19:30 Uhr: Ethische Betrachtungen der modernen Landwirtschaft – über den Umgang mit unseren Ressourcen; Podiumsdiskussion veranstaltet vom Weltladen Billerbeck in Kooperation mit der Fair Handelsgesellschaft Münster zur Frage, wie eine zukunftsfähige Agrarpolitik 2020 aussehen kann u.A. mit dem Agrar-Ingenieur U. Oskamp von der katholischen Landvolk-Bewegung; Veranstaltungsort: Kulturzentrum „Alte Landwirtschaftsschule“, Darfelder Str. 10-12, 48727 Billerbeck
  • 8. Juli, 10:00 Uhr: Mitmachtag, 2. Versuch Wir laden herzlich zur Frühkartoffelernte ein. Drei Monate nach der Pflanzung beim April-Mitmachtag haben die ersten „sehr frühen“ Kartoffeln die Erntegröße erreicht. Wir graben und enterden die Kartoffeln mit dem pferdegezogenen Schleuderradroder, sodass sie nur noch aufgesammelt werden müssen. Anmeldung ist erwünscht.

Mittwoch, 28. Juni 2017

People4Soil: Unterzeichne die Bürgerinitiative für den Bodenschutz in Europa!

Wir beachten viel zu selten, was da unter unseren Füßen ist: Boden. Kaum ein Teil unserer Erde ist so wichtig für unsere Ernährung, für den Klimaschutz und für die Artenvielfalt. Kaum ein Teil ist so ungeschützt und tagtäglich durch Industrie, intensive Landwirtschaft und Siedlungsbau bedroht. 
Trotz seiner außerordentlichen Bedeutung gibt es in Europa noch immer kein Gesetz zum Bodenschutz. Nicht zu fassen! Wir brauchen Bodenschutz, um Pflanzen, Tiere und uns Menschen zu schützen. Ohne Boden gibt es keine Zukunft. 
Wir, die Bürgerinnen und Bürger Europas, fordern die Europäische Kommission auf, unsere Böden vor Versiegelung, Umweltgiften und Spekulationsgeschäften zu schützen. Zusammen mit über 400 Organisationen aus ganz Europa bilden wir das Bündnis “People4Soil”. Wir verlangen umfassenden Bodenschutz von der EU und haben eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gestartet. Mit ihr können wir Bürgerinnen und Bürger neue Gesetze verlangen. Bitte helfen Sie uns und unterzeichnen die Bürgerinitiative.
In den letzten 50 Jahren ist in Europa eine Fläche von der Größe Ungarns versiegelt worden. Das sind mehr als 13 Millionen Fußballfelder. Es wurden Städte, Straßen und Industrieanlagen gebaut. Leider wird es immer mehr. Weltweit gehen Böden in einem alarmierenden Tempo verloren. Dabei ist der Bau neuer Häuser und Straßen nur die Spitze des Eisbergs. Europas Böden sind vielfach bedroht: 
  • Mehr als 250.000 Flächen sind durch Chemikalien kontaminiert.
  • Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Böden verlieren ihren Humus und damit ihre Fruchtbarkeit.
  • Millionen von Hektar sind durch Wind und Wassererosion geschädigt.
  • In den Mittelmeerländern schreitet die Wüstenbildung voran. 
Lassen Sie uns jetzt gemeinsam aktiv werden, damit Europa die natürliche Ressource Boden endlich schützt. Mit einer Europäischen Bürgerinitiative haben wir die besten Chancen, in der EU Gehör zu finden. 
Eine EBI ist der offizielle Weg, mit dem wir Bürgerinnen und Bürger Europas die EU-Kommission zu einer Reaktion zwingen können. Sie muss mindestens Stellung nehmen. Damit eine Initiative Erfolg hat, müssen eine Million Unterschriften in mindestens sieben Mitgliedstaaten zusammenkommen.
Wenn wir Europas Böden schützen wollen, ist jeder von uns gefragt. Bitte unterstützen Sie unsere Forderung nach einem umfassenden Bodenschutz und beteiligen Sie sich an unserer Bürgerinitiative.

Gute Laune, Glück und ERNTE ESSEN

Gute Laune können wir essen. Die Ernte-Einheit Ende Juni von Entrup 119 liefert wieder eine Riesenportion purer Stimmungsaufheller: Kohlenhydrate aus Vollkornbrot und Kartoffeln sind reine Nervennahrung und heben die Stimmung. Anstatt süßer Schokolade gibts scharfe Radieschen, dicke Bohnnen, saftige Fenchelknollen, frische Gurken, Mairübchen, Kohlrabi, Mangold, Frühlingszwiebeln, Zucchini und glatte Petersilie mit ihrem kräftigen Aroma oder Schnittlauch, ideal zum würzen von Salat, Suppe und Brotaufstrich - alles superfrisch, megalecker und voller Energiespender. Dazu Joghurt, Eier, Käse und 'ne Salami. Schon der Anblick macht glücklich. Das Auge isst mit – da ist was dran.
Übrigens: Es gibt auch halbe Einheiten für Single-Haushalte oder Wenig-Kocher. Fragt einfach am Hof Entrup nach. Christiane berät Euch gerne über eine CSA-Mitgliedschaft und die Organisation. Ein Entrup119-Depot, wo Ihr Eure Hofprodukte abholen könnt, befindet sich bestimmt auch in Eurer Nähe.

Hier noch ein Petersilien-Tipp, falls mal zu viel auf einmal in der Ernteeinheit ist:
Petersilienstängel bei bis zu 50 Grad und geöffneter Backofentür trocknen oder als Strauß so lange kopfüber an einen dunklen Ort hängen, bis er getrocknet ist. Am besten nicht zerkleinern, da sonst zu viel der ätherischen Öle entweichen und Aroma verloren geht. Dann luftdicht und lichtgeschützt lagern.
Oder die Petersilie einfrieren, auch als ganzen Strauß – nur waschen, trocken tupfen und im Gefrierbeutel ab ins Tiefkühlfach. Lässt sich dann super bei Bedarf klein bröseln.