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Mittwoch, 10. Juli 2019

Der veränderte Blick auf Ernte und Arbeit

Eine Kiste voll Grün: Eine Ernteeinheit im Juli
Genuss pur: Warme Buschbohnen mit grobem Meersalz

Die aktuelle frische grüne Gemüsekiste mit Brot, Käse und Eier. Herrlich!
Im Sommer macht es ganz besonders viel Spaß, die Ernteeinheit von Entrup 119 abzuholen: super-vielfältig mit Buschbohnen, dicken Bohnen, Blumenkohl, Broccoli, Fenchel, Kohlrabi, Salaten, Kräutern, Gurke, Zucchini, alles knackig-frisch und extrem geschmackvoll.

Ich genieße das meiste Gemüse am liebsten pur. Die zarten Buschbohnen, einfach gekocht mit etwas gutem Salz bestreut, sind ein Gedicht. Die Gurken schmecken wirklich nach Gurke und nicht nach Wasser. Selbst der Eisbergsalat ist köstlich ohne Dressing. Und wenn meine freilaufenden Kaninchen um die Wette rennen, wenn sie Aussicht auf die frischen Kohlrabiblätter haben, spricht das auch für sich.

Erst die Arbeit, dann der Genuss
Die Ernteprodukte weiß ich noch mehr zu schätzen, seitdem ich am Samstag auf dem Hof geholfen habe. Die Hilferuf-Emails von Alex zum Thema Jäten haben mich nachdenklich werden lassen. Mit deutlichen Worten hat er uns CSAlern ja klar gemacht, dass ein solidarischer Hof nicht funktionieren kann, wenn von über 150 Mitgliedern niemand bis nur eine handvoll zum Helfen kommt, wenn extrem viel Arbeit anliegt, wie z. B. im Sommer. Und irgendwie hatte ich auch ein schlechtes Gewissen, dass ich nach zwei Jahren Mitgliedschaft noch kein einziges Mal mit angepackt hatte.

Das Wetter am Samstag war herrlich, sonnig bis bewölkt, leichter Wind, der Boden trocken und locker. Während ich dann so auf der Erde saß und das "Unkraut" superleicht aus der Erde zu rupfen ging, kam eine große Zufriedenheit in mir auf.

Es gibt immer was zu tun
Meine Gedanken schweiften hierhin und dorthin und auf einmal auch in die Vergangenheit. Fand ich es als Jugendliche unbeschreiblich nervig, den Eltern im Garten helfen zu müssen, während meine Freundinnen (ohne Garten) sich vergnügten, tat die anstrengende "Gartenarbeit" jetzt nach so vielen Jahren Abstand wahnsinnig gut. Auf der Erde zu sitzen und den noch kleinen Gemüsepflanzen wieder Luft und Licht zu verschaffen, hatte schon etwas Erfüllendes. Klar, dass dieser etwas verklärte Blick nur funktioniert, wenn man es nicht jeden Tag machen muss. Umso mehr Wertschätzung haben die Landwirte der ökologischen Landwirtschaft verdient, denn die Arbeit hört ja nie auf.

Als Städterin verliert man in der Hektik des Alltags mit Zeitdruck, eingefahrenen Konsumgewohnheiten und dem Umstand, dass alles serviceorientiert dem Verbraucher mundgerecht geliefert wird, leicht den Bezug zur Natur. Ein Grund mehr für Teilgeber und CSAler, sich mehr an der Hofarbeit zu beteiligen und hautnah mitzuerleben, was solidarische Landwirtschaft wirklich bedeutet! Es ist vor allem heutzutage ein Geschenk, Landwirtschaft in seiner umweltverträglichsten und respektvollsten Form auf Entrup 119 miterleben zu dürfen und sich sogar als aktiven Teil einbringen zu können.

Ich kann nur alle ermuntern, mitzuhelfen. Ihr habt die einmalige Gelegenheit selbst am Gedeihen und Wachsen Eures Gemüses mitzuwirken.

Ein paar Eindrücke vom Jäten, gibt's hier:

https://www.entrup119.de/gaertnerhof/index.php

Donnerstag, 5. Juli 2018

So schmeckt der Sommer 2018

Das Wetter ist ja wirklich sommer-sommerlich in diesem Jahr.😀 Im April hätten wir diese langanhaltenden warmen bis heißen Juni-Juli-Tage nicht für möglich gehalten. Die bunte und vielfältige Entrup-Ernte-Einheit freut uns da umso mehr und sie macht sich wirklich gut auf dem Foto vor der Blütenpracht im Garten.
Und für den abendlichen frischen Sommersalat ist alles dabei mit Kopfsalat, Ruccola, Topinambur und Gurken auf Joghurt-Kräuter-Dressing. Mein geliebtes Ofengemüse mit Kartoffeln, Fenchel, Zucchini, Knoblauch, Zwiebeln, Kohlrabi brauchte ich nur noch mit Möhren und Blumenkohl aufzustocken. Das sehr leckere Rosinenbrot war in der vegetarischen Einheit dabei. Für die Fleischesser gab's Lammfleisch.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Hofbrief: KW 8


Auch bei uns macht sich der Treibhauseffekt bemerkbar – es ist jetzt spürbar länger hell und die Sonne klettert an diesen schönen Spätwintertagen schon recht hoch über den Wald und die Hecken. Während es nachts noch friert, wärmen sich unsere Gewächshäuser unter den Sonnenstrahlen auf bis zu 15°C auf.
Es ist Zeit für die ersten Frühjahrspflanzungen: Die ersten freien Beete werden mit Salaten und Kohlrabi, Schnittsalat und Fenchel sowie Spitzkohl bepflanzt, auch für ein kleines Beet Radieschen fand sich noch Platz. Im Frühbeet sind die Schnittlauchballen von letztem Sommer eingeschlagen. An sonnigen Tagen wird es dort Dank der Pferdemist-Fußbodenheizung richtig warm, sodass der Schnittlauch schon viele junge Triebe ausbildet.
Bis zur ersten Ernte müssen wir uns aber noch eine ganze Weile gedulden. Denn noch ist es ja Winter.
Termine:
  • Samstag, 24. Februar, 18.30 bis 22 Uhr:
    Hofkäse-Schule An kleinen Kesseln verarbeiten die Teilnehmer unter fachkundiger Anleitung hofeigene Schafsmilch. Der selbst hergestellte Weichkäse darf anschließend mit nach Hause genommen werden. Dazu gibt es ein Käsebuffet mit hofeigenen Spezialitäten und ein gutes Glas Wein. – 35€, Anmeldung erforderlich
  • Samstag, 3. März, 10 bis 13 Uhr:
    Mitmachtag „Obstbaumschnitt/Obstbaumpflanzung“ – Botanisches, Werkzeugkunde, Arbeitssicherheit, Praxis – Anmeldung erleichtert die Planung

Dienstag, 21. Februar 2017

Hofbrief: KW 8


Im Schafstall gibt es fast täglich neue Lämmer.
Mittlerweile lammen auch die ersten Jungtiere. Die Jungschafe sind schon in ihrem ersten Sommer geschlechtsreif. Wir lassen sie erst im Herbst, etwas später, als die Altschafe, zum Bock, sodass sie erst Ende Februar bis Ende April ablammen.
Erstlammende müssen sich bei der Geburt etwas mehr anstrengen, als die älteren Tiere, und sind auch im Umgang mit ihren Lämmern unsicherer, auch wenn der Instinkt Mutter und Kinder am Ende meist gut zusammenbringt. Allemal braucht es hier unsere besondere Aufmerksamkeit.
In der Gärtnerei geht es im Februar noch ruhiger zu. Es bleibt Zeit für Reparaturen und Gerätebau.
Jan baut die durchgerostete Pritsche vom Gartentraktor neu auf: So mancher Transport von Jungpflanzen zum Acker oder von schwerem Gemüse zum Hof wird somit erleichtert. Christoph bestückt das pferdegezogene Hackgerät mit neuen Werkzeugen, um im Sommer das Beikraut zwischen den Gemüsereihen besser in den Griff zu bekommen. Außerdem setzen wir ein Frühbeet aus Betonfertigteilen für die warme Jungpflanzenanzucht zusammen.
In den Gewächshäusern stehen die ersten Frühjahrspflanzungen an: Salat, Kohlrabi und Spitzkohl in dieser Woche, Fenchel in der nächsten. Außerdem ist jetzt schon die Zeit, um Paprika und Auberginen für die Pflanzung Mitte Mai auszusäen.
Eine Beobachtung für Alle, die das Wintergrau und den ewigen Nieselregen satt haben: Der Februar war bis jetzt außergewöhnlich trocken, auch insgesamt haben sich Herbst und Winter 2016/17 bei uns eher von der trockenen Seite gezeigt. Ende letzter Woche waren die Pflugschollen auf unserem Pappelacker mit seinem oft klebrigen, schweren Tonboden trocken und krümelig, wie sonst eher Ende März.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Dritte Ernteeinheit im Juli

Immer, wenn wir dienstags unsere Einheit abholen, gibt es abends das frische Brot, den leckeren Käse und die ein oder andere Gemüserohkost aus dem Erntekorb. Während der eine Sohn auf Gurken abfährt, greift der andere lieber zur Kohlrabi. Die kleinen Fechnelknollen, die für uns dieses Mal erstmals dabei waren, beäugten meine drei Kinder sehr skeptisch. Als aber meine zehnjährige Nichte, die zurzeit unser Feriengast ist, sich mit leuchtenden Augen und dem Ausruf "Ich liebe Fenchel" auf die Knollen stürzte, war bei den anderen die Neugierde groß und sie mussten sie unbedingt probieren. Den Rest des mediterranen Gemüses werde ich mit dem Blumenkohl zusammen zu einem Auflauf verarbeiten.

Sonntag, 17. Juli 2011

Fenchelpüree mit fritierten mediterranen Kräutern

Ein sehr einfaches, leckeres, veganes und sehr schnelles Rezept.

Zutaten: Pro Person 1 mittlere Fenchelknolle, Salz, Pfeffer aus der Mühle, 1 Essl. Sahne oder Sojasahne. Mediterane Gartenkräuter, Öl zum Fritieren. (Geht gut in der Pfanne)

Zubereitung: Fenchelknollen putzen und klein schneiden. Mit etwas Wasser aufsetzen am Besten in einem Topf mit Dämpfeinsatz und 10 Minuten kochen. Den weichgekochten Fenchel mit einem Mixstab ohne Flüssigkeit fein pürieren, Sahne oder Sojasahne unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Auf einem flachen vorgewärmten Teller servieren.
Besonders lecker sind dazu gebratene Pilze oder gebackene Filets vom Wolfsbarsch (Loup de Mer) und ein Highlight dazu sind fritierte mediterane Gartenkräuter, die wie folgt zubereitet werden: In reichlich Öl die ausgesuchten Kräuter für max. eine Minute fritieren und auf Küchenkrepp abtropfen lassen und als I-Tüpfelchen auf dem Püreeberg garnieren.

Tipp: fritierte Kräuter übrig? Lecker auf Brot mit Butter!!