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Donnerstag, 4. Februar 2021

Hofbrief: KW 5 - Kostendeckende Preise, Agrarsubventionen, bewusster Einkauf

Spannend und traurig ist im Moment die Auseinandersetzung um kostendeckende Preise für landwirtschaftliche Produkte. Immer wieder erreichen uns Nachrichten von Treckerblockaden vor den Lagerhallen der großen Supermarktketten oder vor den großen Verarbeitungsbetrieben wie Molkereien.

Der Erzeugerpreis für die konventionelle Milch ist seit Jahren (Jahrzehnten) unverändert an einem Tiefpunkt. Aber es gibt auch Berechnungen, dass der Biomilchpreis ebenso nicht ausreicht, um kostendeckend zu wirtschaften. Das System funktioniert nur, weil die Bauern die Milcherzeugung querfinanzieren oder ihre eigenen Arbeitsstunden nicht in Rechnung stellen.
Auch die Preise für Fleisch ermöglichen kein auskömmliches Wirtschaften. Die Betriebe wachsen, um durch Mengeneffekte Kosten zu senken, was die Überproduktion nur vermehrt und den Preisverfall beschleunigt.
Auf der Strecke bleibt das Tierwohl und auch die Auswirkungen auf die Umwelt sind katastrophal, weil die direkte Beziehung von Mensch zur Natur verloren geht.
Zurecht sind die
Verbraucher empört über die Zustände in den Ställen und in den Schlachtfabriken. Zurecht wird das Nitratproblem im Grundwasser angeprangert. Leider sind noch immer zu wenige Menschen bereit, den höheren Preis für „saubere“ landwirtschaftliche Erzeugnisse zu bezahlen. Und Politiker aus Bund und EU trauen sich zu wenig an das Thema ran. Ein großer Teil der Agrarsubventionen wird pro bewirtschafteten Hektar gezahlt und finanziert damit allzu oft eine schädliche Landbewirtschaftung.

Wir sind sehr froh, dass wir über die Solidarische Landwirtschaft (CSA) weniger abhängig sind von dem Geschehen auf den Agrarmärkten. Das gibt uns die Freiheit, Entscheidungen die das Tierwohl oder den Umweltschutz betreffen nicht nach ökonomischen Kriterien sondern nach menschlichem Maß treffen zu können. Vielen Dank dafür!

Dienstag, 13. November 2012

Landwirtschaft be-greifen

Samstags wimmeln jetzt neuerdings Schüler der Kardinal-von-Galen Gesamtschule Nordwalde auf den Hof. Sie wimmeln solange, bis Lehrerin Katrin Maier die anstehenden Aufgaben bekannt gibt. Danach wühlen dann Kinderhände in der Erde, ächzen Kinderschultern unter Brennholz und bücken sich Kinderrücken nach Unkraut. Kinderarbeit? Nein, weit gefehlt! Hier lernt die "Rund um den Garten"-AG der Gesamtschule Nordwalde, wie bäuerliches Leben aussieht, welche Aufgaben so ein Hof an die Menschen stellt und wie Nahrung entsteht. Beim ersten Treffen hat Susanna erst einmal eine Führung für die 10 - 13 Jahre alten Mädchen und Jungs gemacht. Und nach der Theorie folgt seitdem die Praxis: Laub fegen, Brennholz stapeln, Kräuterspirale entkrauten, hacken und ernten im Gewächshaus. Ich finde: Toll, von der Schule, so eine praktische Erfahrung in der Landwirtschaft zu ermöglichen, toll von den Kindern, dass sie den Bauern helfen und toll für unseren Verein, der es sich ja unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen die biodynamische Landwirtschaft kennenlernen können.

Montag, 6. Februar 2012

Was ist wesentlich? – Ein Bericht von der Landwirtschaftlichen Tagung 2012 in Dornach


Alljährlich treffen sich Landwirte, Händler, Berater, Forscher, Züchter, Ausbilder und Auszubildende sowie Freunde der biologisch-dynamischen Landwirtschaft in Dornach/Schweiz. Ein kosmopolitisches Stelldichein von 500 Menschen aus 29 Ländern zum Gedankenaustausch, Planen und Besinnen. Milchbauern vom Niederrhein ebenso wie Landwirte aus Norwegen, Russland, China, Indien, Ägypten, USA, Kanada, Costa Rica, Brasilien oder Chile. Leute, die in Japan gerade eine CSA aufbauen und Farmer, die in den USA schon lange eine CSA betreiben - alle mit einem riesigen Sack voller Erfahrungen und Geschichten und jederzeit bereit davon zu berichten.

Zentraler Bestandteil des Kongresses waren die World-Café Workshops. Austausch von Erfahrungen und das Herausarbeiten eines kollektiven Bewusstseins über das Wesentliche in der täglichen Praxis, das Wesentliche am Landwirtschaftlichen Kurs Rudolf Steiners (die Grundlage der biodynamischen Landwirtschaft) und für die Welt waren die Themen unter dem übergreifenden Motto „Vorwärts zu den Quellen – biodynamische Landwirtschaft - was ist wesentlich?“. Begleitet wurden die Workshops von einem Rahmenprogramm mit internationalen Referenten, deren Beiträge simultan in 4 Sprachen übersetzt wurden – hier eine Auswahl bekannter Persönlichkeiten:

Helmy Abouleish
, Chef von Sekem, einem ägyptischen Demeter-Betrieb mit 2.000 Mitarbeitern. Abouleish, der in die Mühlen der ägyptischen Revolution gekommen war und 100 Tage in Untersuchungshaft sitzen musste, bevor er freigesprochen wurde, berichtete wie er während dieser Zeit zum „Wesentlichen“ zurückgefunden hatte.
Thomas Radetzki, Imkermeister und Vorsitzender des Bienenzüchterverbandes Mellifera, der vor dem Europäischen Gerichtshof einen Entschädigungsanspruch für mit gentechnisch veränderten Pollen kontaminierten Honig durchgesetzt hat.
Monika Griefahn, Mitgründerin von Greenpeace Deutschland, SPD-Politikerin und Co-Vorsitzende der Right Livelihood Award Foundation („Alternativer Nobelpreis“), die berichtete, welche Rolle das „Wesentliche“ bei der Auswahl der Preisträger hat und welche teilweise immensen positiven Auswirkungen die Verleihung für die Arbeit der Preisträger in ihren Heimatländern hat.
Wolfgang Gutberlet, Träger des Bundesverdienstkreuzes und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Lebensmittelkette tegut aus Hessen, der einen Vortrag über menschengemäße und gesunderhaltende Lebensmittel hielt.
Benny Haerlin, Journalist, ehemaliger Herausgeber von „radikal“, Berliner Hausbesetzer, in den 80er Jahren grüner Europapolitiker, Vater der Gentechnik-Kampagnen von Greenpeace und heute Mitarbeiter der Zukunftsstiftung Landwirtschaft berichtete über seine Mitarbeit am Weltagrarbericht und die Bedeutung kleinbäuerlicher, ökologischer Landwirtschaft für die Zukunft der Menschheit.

Und was ist nun das Wesentliche an der biologisch-dynamischen Landwirtschaft? In der praktischen Arbeit ist es die Liebe zur Natur, die Liebe zur Arbeit, die Liebe zu den Menschen und nicht zuletzt die Liebe zu sich selbst – aber auch die Treue, die im anstrengenden Alltag immer wieder die Erinnerung an die wirklichen Ziele und Aufgaben wach hält. Wesentliches Prinzip der biologisch-dynamischen Landwirtschaft ist aber auch die Individualität eines jeden Hofes in seiner Landschaft, die Individualität jeder Pflanze und jeden Tieres, jedes Mitarbeiters und jedes Kunden.

Was auch immer: das was wir auf entrup119 und viele andere Landwirte auf anderen Flecken der Welt machen, fühlt sich ‚gut und richtig’ an – lasst uns weiter daran arbeiten!

Nicht wahr, all das erscheint heute wie verrückt - das weiss ich schon -, aber denken Sie doch nur einmal, was alles den Leuten bis heute in der Welt für verrückt erschienen ist, und was nach ein paar Jahren eingeführt wird.

Rudolf Steiner, Landwirtschaftlicher Kurs, Koberwitz 1924

Samstag, 19. November 2011

Kattendorfer Hof im ZDF

Der Solawi-Hof aus Kattendorf bei Hamburg bei ZDF-Online.....Ja, jetzt scheint der Durchbruch in der öffendlichen Berichterstattung vollzogen. Vielleich ist das der Anfang vom Ende des Wahnsinns der Agra- und Lebensmittelindustrie.
Euer Jörg von Schmeling

Solidar-Agrar
Bauer hilft Verbraucher, und umgekehrt

Die Idee: Ein Bauernhof versorgt sein Umfeld mit Lebensmitteln, die Mitglieder der Kooperative stellen das nötige Geld bereit, damit der Hof wirtschaften kann. Jedes Mitglied nimmt sich so viel, wie es braucht. "Community Supported Agriculture" nennt man solche Genossenschaften heute. Wenn Bauern und Verbraucher kooperieren - ZDF heute - ZDFmediathek - ZDF Mediathek
www.zdf.de
Genossenschaften sind im Kommen: Der Biobauer liefert wöchentlich Fleisch, Milchprodukte und Gemüse in die Hamburger Kooperative Eimsbüttel. Die 30 Haushalte teilen Ertrag und Risiko mit dem Bauern.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1496714/Wenn-Bauern-und-Verbraucher-kooperieren?setTime=0#/beitrag/video/1496714/Wenn-Bauern-und-Verbraucher-kooperieren

Samstag, 8. Oktober 2011

Plastik



...gibt es im Meer mehr als Plankton - habe ich eben aufgeschnappt. Ich gehöre zu denen, die den Aufruf, Plastik aus den Depots zu verbannen, befürworte. Also versuche ich zunächst Plastiktüten mehrfach zu benutzen. (Gewaschene Frischhaltebeutel auf der Leine sind hässlich aber wahnsinnig öko:)). Habe außerdem eine ganze Menge Leinenbeutel und meine beiden Entrup-Brotbeutel, um Gemüse einzusacken. (Stoffbeutel wasche ich allerdings jetzt auch öfter, damit Gemüse sich da nicht alte Keime/Schimmel "fängt".) Käse kommt direkt in die Tupperdose (aus Porzellan, die es neulich bei ALDI gab). Alles in allem. gewöhne ich mich gerade um, aber es ist mühevoll. Plastik kommt halt von praktisch. Im Hofdepot  habe ich jetzt hin und wieder Klagen gehört. Vielleicht war das Abschaffen der Plastikbeutel zu abrupt? Es dauert halt, sich umzugewöhnen und wenn es erzieherisch wird oder der ein oder andere es gar nicht mitbekommen hat, dass wir jetzt "plastikfreie Zone" sind, dann kommt Missstimmung auf und das kann ja nicht gut sein. Mein Vorschlag: Papiertüten in den Depots auslegen. Noch toller wäre natürlich eine Entrup-Serie Beutel und Tongefäße mit Kork- oder Plastikverschluss (Wilko, Tonmeister, was ist umsetzbar?), um die Hofwaren zu transportieren.

Dienstag, 20. September 2011

Alternative zu Plastik

Nach dem ich am Wochenende den Film "Plastic planet" gesehen habe, und heute bei allen anderen Tätigkeiten eine Zwangspause einlegen musste, hat es mich mal wieder an die Nähmaschine gezogen. Entstanden sind 6 unterschiedlich große, plastikfreie Leinenbeutel mit selbst gesponnener Schafswoll-Kordel zum zubinden. Nur die Herstellung konnte ich nicht ganz plastikfrei gestalten, da ich auf die Nähmaschine dann doch nicht verzichten wollte.
Warum ist nicht heute schon Freitag, ich möchte die Beutel doch so gerne zum einkaufen ausführen :-)




Donnerstag, 15. September 2011

Einladung zur Podiumsdiskussion im Cinema






Am Di 27. September 2011 · 19.00 Uhr findet im Cinema folgende Veranstaltung statt:

"Taste the Waste Vorpremiere und Podiumsdiskussion „Genießen statt wegwerfen!“ mit Regisseur Valentin Thurn, Wolfgang Hack (Slow Food Münster), Dr. Reinald Döbel (Eine-Welt-Forum Münster), Nina Langen (VZ NRW), Moderation: Prof. Dr. Petra Teitscheid (Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft – iSuN der FH Münster) 

50 Prozent aller Lebensmittel werden heutzutage weggeworfen: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das meiste davon landet im Müll, bevor es überhaupt den Verbraucher erreicht hat. Fast niemand kennt das Ausmaß der Verschwendung.
Taste the Waste fragt: „Wer macht aus Essen Müll?“ „Welche Folgen hat die globale Nahrungsmittel-Vernichtung für das Klima und für die Ernährung von sieben Milliarden Menschen?“
Taste the Waste findet Antworten bei Bauern, Supermarkt-Direktoren, Müllarbeitern und Köchen in Deutschland, Österreich, Japan, Frankreich, Kamerun, Italien und den Vereinigten Staaten. Und er findet Menschen, die Nahrungsmitteln eine höhere Wertschätzung entgegenbringen und Alternativen entwickelt haben, die Verschwendung zu stoppen.
Taste the Waste hat schon vor seiner Premiere eine öffentliche Debatte um unseren Lebensstil angefacht. Kein Medium, das das Thema „Verschwendung von Lebensmitteln“ nicht aufgegriffen hätte. Eine ganze Nation fragt sich betroffen: „Was jetzt?“ Das Podium fragt: Welche Wege gibt es aus der Krise unserer Überflussgesellschaft? Wer tut etwas gegen diese Abfallmengen? Und es zeigt auf, was jeder einzelne dazu beitragen kann, dass Nahrungsmittel wieder eine höhere Wertschätzung erfahren und als Genussmittel angesehen werden. Damit Lebensmittel weltweit auf die Teller der Menschen gelangen und nicht in der Mülltonne landen, muss die gesamte Kette von der erzeugenden Landwirtschaft über die Verarbeitung bis hin zum Handel hinterfragt werden. Verringerung von Lebensmittelabfällen – Identifikation von Ursachen und Handlungsoptionen in NRW heißt ein vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW gefördertes Forschungsprojekt; das iSuN erarbeitet dafür zur Zeit die Grundlagen einer Handlungsstrategie für NRW."

Auf Anfrage der FH-Münster wird unsere CSA-Gemeinschaftslandwirtschaft auf der Podiumsdiskussion als Beispiel für eine Alternative dargestellt! 
Ich möchte Euch einladen, mich am 27. September auf dieser Veranstaltung tatkräftig dabei unterstützen, unsere Flyer und Postkarten zu verteilen!

Eine Kartenreservierung ist direkt online möglich auf: 




Dienstag, 13. September 2011

Filmtipp: "Plastik Planet"

Es gibt Filme, die man sofort vergessen hat, sobald man aus dem Kino raus ist. Und es gibt Filme, die einen nicht loslassen, tagelang, wochenlang, manchmal auch länger. Hierzu gehört der Anfang des Jahres gezeigte Film "Plastik Planet". Ein Film, der zeigt, wie sich unsere Welt zunehmend in einen großen Plastikhaufen verwandelt, wie Fische auf hoher See zwischen winzigen Plastikteilen kaum mehr Plankton finden - und wie Plastik in unseren Adern schwimmt. Chemiecocktails, die in kleinsten Mengen hormonell wirken und erst zwei Generationen später ihre Wirkung entfalten - ausgedünstet und abgerieben unter anderem von Kunststoffkisten, Gefrierbeuteln und Tupperdosen: des CSA'ler liebste Aufbewahrungsbehälter. Plastik ist unendlich praktisch, das macht den Abschied schwer. Aber wenn man den Film gesehen hat, fällt es leichter. Fangen wir gleich morgen damit an!



Mehr "Plastik Planet" auf YouTube kann man hier finden: http://www.youtube.com/results?search_query=plastic+planet+deutsch&aq=f

Vom BUND gibt es noch ein informatives Comic über die Chemikalie Bisphenol A, die bis heute immer noch Bestandteil in etwa 10% aller Tupperprodukte ist:
http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/chemie/20090311_chemie_comic_fraulembke.pdf

Dienstag, 6. September 2011

Ein seltener Baum auf unserem Hof

Der Baum, der da neben der Kaffee-Ecke am Depot steht, das ist ein Speierling. Das erzählte mir Mechthild Amman, die dabei war, als ein Kroate sich neulich über die Früchte des Baumes freute und sie strahlend aufaß. Kindheitserinnerungen, Geschmäcker aus der Heimat. Schaut man bei Wikipedia, ist dieser Baum in Deutschland fast verschwunden, es gibt nur noch rund 4.000 in freier Wildbahn. Ein seltener Baum also, der da ganz bescheiden und von mir bisher gänzlich unbemerkt, da herum steht. Schon Karl der Große ließ den Wildobstbaum aus der Familie der Rosengehölze anbauen. Als Zutat zu Frankfurter Appelwoi werden seine Früchte bis heute geschätzt. Zum Verzehr geeignet sind sie allerdings erst, wenn sie wirklich überreif sind, die enthaltenen Gerbstoffe machen das Ganze vorher sonst zu bitter. Als Heilmittel sind aber eben diese Gerbstoffe  prima als Mittel gegen Durchfall und Erbrechen. Das Holz des Baumes ist sehr beliebt bei Instrumentenbauern und als hochwertiges Furnier. Es gibt sogar einen Förderkreis, der sich dem Erhalt dieser seltenen Baumart widmet und 1993 war Baum des Jahres. Im Sinne der Artenviefalt finde ich es ganz wunderbar, dass ein solches Kleinod auf dem Hof eine für ihn völlig untypische Heimat gefunden hat. 

Dienstag, 2. August 2011

Brotbeutel

Es war während der Vorbereitung zum Schaf-Fest 2011, als innerhalb des Festkommitees der Gedanke entstand, einen Brotbeutel für Entrup zu erschaffen. Nicht mehr jedesmal die leckeren Brote von Johannes in Papiertüten verpacken sondern in stilvollen Brotbeuteln, um so Material zu sparen. Aus der Idee wurde die Tat! Es gibt seit Mai bei Christiane im Hofladen Brotbeutel. Die verwendeten Stoffe haben  Bioqualität oder gehorchen dem Prinzip "aus alt mach neu" (z.B. alte Herrenhemden oder Stoffreste), und sie sind in den Maßen so angelegt, dass zwei Brote hineinpassen. Außerdem haben wir uns den charmanten Luxus eines Labels gegönnt, jeder Brotbeutel ist also mit einem Aufnäher der Marke "entrup119" versehen. Alles Handarbeit, versteht sich. Judith und Heidi haben diese wunderbaren Beutel produziert, andere haben Stoffe gespendet, und wir alle zusammen haben diskutiert, wie sich Materialverschwendung und damit Müllberge  vermeiden lassen. Einen Festpreis für die Brotbeutel gibt es nicht, das kleine Projekt "Brotbeutel" soll den Schafstall unterstützen und deshalb gibt jeder, was er richtig findet.

Übrigens: Ich benutze die Stoffbeutel natürlich auch für Zwiebeln und Kartoffeln und eine kleinere Variante für Knoblauch. Weniger Papierverbrauch, jawoll!

Samstag, 16. Juli 2011

15 Jahre Entrup 119 - BUND Leuchtturm

Der BUND verleiht den Leuchtturm für herrausragende Naturschtzprojekte. Der erste NRW Leuchturm wurde am Donnerstag den 14.7.2011 durch den BUND Kreisverband Steinfurt der Initiative Entrup 119 e.V. verliehen.

Montag, 27. Juni 2011

Food inc. Filmtipp

Gestern kam der Film "Food Inc." auf EinsExtra um 21:00 Uhr. Ein Film über die Lebensmittelindustrie in Amerika. Vorrangig geht es darum, dass die Nahrungsindustrie tatsächlich nur von 3-4 Weltkonzernen gesteuert wird. Die Verstrickung der Politik mit diesen Konzernen und dass hinter den "Organics"-Labeln auch wieder nur die größten Weltkonzerne stehen (Mars, Danone, Pepsi, Kraft Foods etc.). Ich habe "We feed the world" leider nie gesehen, aber ich denke beide Filme behandeln das gleiche oder ähnliche Thema. Trotzdem sehr beeindruckend zu sehen, dass die Erfindung des Fast-Food, allen voran Mc Donald's, an der jetztigen Art und Weise der Nahrungsproduktion, Bauernbeformundung, Monokultur und Fehlernährung der Tiere schuld ist. Diese dann auch zu Nebenwirkungen (e-coli) führen, die irgendwie jeder in Kauf nimmt.

Leider gibt es diesen Film (noch) nicht in der Mediathek, aber mit den richtigen Suchbegriffen auf den bekannten Video-Plattformen im Internet kann man den Film in ähnlicher Qualität finden.

Mir bleibt da nur Eines zu sagen, um die Worte von Susanna aufzugreifen, die auch Jörg gestern so schön weiter ausformuliert hat:
"Den Produzenten (Bauern) ist es wichtig, dass er weiß für WEN er produziert - die Konsumenten (CSA-Teilhaber) sind froh zu wissen WER seine Lebensmittel produziert".

Genau das ist für mich der Grund überhaupt Teilhaber an diesem Projekt CSA zu sein, neben dem wunderbaren Effekt Gleichgesinnte und Gleichinteressierte zu treffen, mit den Bauern, Pflanzen und Tieren "per Du" zu sein und mit der Jahreszeit der Erde zugehen, die uns in jeder Jahresphase genau die richtigen Lebensmittel zur Verfügung stellt, die wir und unsere Körper in diesem Moment am meisten brauchen.

Hier der Trailer auf Englisch:



Hier ein Link zur offiziellen Seite des Filmes:
http://www.foodincmovie.com/

Donnerstag, 9. Juni 2011

Cradle to Cradle

Ausstellung in Münster zu Cradle-to-Cradle-Produkten. Voll wiederverwertbare Produkte, bei denen schon während der Herstellung darauf geachtet wird, dass sie wieder ganz und gar dem großen Kreislauf zugeführt werden, ohne Müll zu hinterlassen. Der "Erfinder" dieser Idee von der Welt ohne Müll ist der Chemiker und Öko-Visionär Prof. Michael Braungart, der gestern die Ausstellung im Haus der Niederlande eröffnete. Geht noch bis 3. Juli. Da gibt es u.a. einen Teppich zu bewundern, der nicht mit hunderten von giftigen Chemikalien hergestellt wurde sondern statt dessen die Raumluft reinigt.
Hier übrigens noch ein unterhaltsamer TAZ-Artikel (Nachtrag vom 20. September von einer Recherchetour im Netz mitgebracht)

Dienstag, 7. Juni 2011

Öko – lebe wild und emissionsfrei

Der Atomausstieg ist abgehakt. Die CDU hat die Grünen links liegen gelassen und wer sich gesund ernähren will, geht besser in die Pommes-Bude. Der Drops ist gelutscht. Es ist Zeit für Wichtigeres, Zeit mal wieder ein gutes Buch zu lesen:

Öko – lebe wild und emissionsfrei
von Peter Unfried

Peter Unfried, der alte Ironiker der taz, politisch bewegter Öko-Verächter kommt auf Abwege. Unfried stellt sich 2006 nach einem Besuch von Al Gores Klima-Film „Eine unbequeme Wahrheit“ ein paar unbequeme Fragen und befindet sich unvermittelt im persönlichen Klimawandel. Der neue Kühlschrank wird zur Zäsur. Unfried krempelt sein Leben um, erlebt eine „lebensverändernde Bewusstseinserweiterung“ und lässt uns genussvoll teilhaben: Autokauf, Urlaubsplanung, Fußball, Bio Bratwürste, Ökostrom, Ökosex und Ökophobie. Unfried der Genießer peppt sein Leben auf und hat ein Ziel: 80% weniger CO2, mehr Fair, mehr Öko, mehr Freude am Leben. Der Kampf gegen den Klimawandel wird zum konsumistischen Lifestyle, der Toyota Prius zum Statussymbol des „neuen Ökos“. Der Atomausstieg war erst der Anfang, jetzt fängt der Spaß erst richtig an. Kein Lebensbereich wird ausgelassen und irgendwie ist das alles ungemein ansteckend - sind wir nicht alle ein wenig LOHAS?

Peter Unfried
Öko
Dumont Buchverlag
240 Seiten, Paperback
EUR 8,99
ISBN 978-3-8321-6161-3

Donnerstag, 2. Juni 2011

Der Schafscherer

Ein nettes Kurzportrait über einen Berliner Schafscherer.



Matthias Sinnok: Der Schafscherer from berlinfolgen on Vimeo.

Matthias Sinnok wird 1971 in Potsdam geboren. Er lernt Gärtner. Seit 2003 arbeitet er als Tierpfleger auf der Berliner Pfaueninsel, ein Landschaftspark in der Havel, der zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gehört. Er wohnt auf seinem Bauernhof in Schmergow/Brandenburg. Von dort pendelt er täglich nach Berlin. In den Monaten Mai und Juni schert er nach Feierabend Schafe.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Gekaufte Wahrheit - Gentechnik im Magnetfeld des Geldes

Sondervorstellung: 26.05. - 19 Uhr im Cinema, Münster

Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes

Mit dem Aktionsbündnis Gentechnikfreie Stadt Münster
Vertreterinnen des Aktionsbündnisses Gentechnikfreie Stadt Münster, in dem sich die Ortsgruppen der Umweltverbände Greenpeace, BUND und NABU zusammengeschlossen haben, werden mit einem Infotisch vor und nach der Vorführung für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen.



Árpád Pusztai und Ignacio Chapela haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind bedeutende
Wissenschaftler und ihre Karrieren sind ruiniert. Beide Wissenschaftler arbeiten im Bereich der Gentechnik. Beide machten wichtige Entdeckungen. Beide sind gefährdet, weil sie die Mächtigen in Forschung und Industrie kritisieren, die dadurch ihre Investitionen bedroht sehen.
Aussagen von Wissenschaftlern selbst belegen, dass 95% der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden. Nur 5% der Forscher sind unabhängig. Die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist offensichtlich. Kann die Öffentlichkeit – können wir alle – den Wissenschaftlern noch trauen?

Freitag, 15. April 2011

„Die sehen ja aus wie echt!“

„Die sehen ja aus wie echt!“, mit diesem Ausruf zitiert Tanja Busse in ihrem Buch „Die Ernährungsdikatur“ einen erstaunten Schuljungen, der auf einem Bauernhof erstmals Kartoffeln aus dem Boden zieht. „Die sehen ja aus wie echt“ – ein offensichtliches Verwechslungsspiel; was ist echt und was Replikat?

Schonmal vormerken: Tanja Busse hält am 8. Mai auf Entrup 119 einen spannenden Vortrag!

Seit den 80er Jahren findet ein zunehmend rasanter Entfremdungsprozess von den tatsächlichen Lebensmitteln statt, bei dem inzwischen mehr das Mindesthaltbarkeitsdatum zählt als Geschmack und innere Werte. In dem eine Plastiktüte mit der Aufschrift „Feinschmecker“ appetitanregend ist. Die Reduktion von Nahrungsmitteln – ich schreibe hier bewusst nicht von Lebensmitteln – auf Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe und das vermeintlich „gesunde“ führte in eine von der Nahrungsmittelindustrie mitverursachte ökologische und gesundheitliche Katastrophe.



Einer Milliarde hungernder Menschen steht eine Heerschar von 1,6 Milliarden übergewichtiger entgegen. Jedes Kind weiß heutzutage über die gesundheitlichen Vorzüge von Frühstückscerealien und futtert zugleich eine gefährliche Mixtur aus Mais, Zucker, Glukosesirup und der üblichen Palette der Zusatzstoffe von Emulgatoren, Antioxidationsmitteln, Säurungsmitteln, künstlich hinzugefügten Vitaminen und Eisen. Von Kindheit an geschmacklich abgerichtet auf Aromastoffe und Zucker wirkt plötzlich das natürliche ganz unnatürlich. Die echte Kartoffel wird zum Sonderfall, der butteraromatisierte Kartoffelbrei zum Standard. Dabei ist das Muster ganz klar: billigste, in Massen herstellbare und den Lebensmittelkonzernen Rendite versprechende Zutaten werden mit Emotion aufgeladen und via Supermarkt auf den Tisch gebracht – oder ans Sofa. Hierbei ist kein Platz für „kritische“ Produkte, die den Konsumenten zum Nachdenken bewegen. Fleisch mit der Aufschrift „ohne Gentechnik“ wird nicht gelistet. Verzichtet der Hersteller, kommt es ins Programm von Rewe, Aldi und Co.

Tanja Busse zeigt im Laufe des Buches eine Reihe von Zusammenhängen auf, die auf dem ersten Blick nicht offensichtlich sind. Warum müssen Menschen in Afrika hungern, wenn wir in der Mensa Hähnchenbrustfilet essen? Nicht in etwa, weil die Hühner so viele Körner fressen. Nein, weil ein Hähnchen eben nicht nur aus Brustfilet besteht, sondern auch Flügel und Beine hat. Die mag aber hier keiner essen – und so werden die „Hühnerreste“ nach Afrika verschifft und mangels Kühlkette halb aufgetaut auf den dortigen Märkten verkauft. Und das zu Preisen, die unter den afrikanischen Erzeugerpreisen liegen, die Hühner sind ja bereits über die teuren Hähnchenbrustfilet bezahlt. So braucht nicht einmal die EU ein schlechtes Gewissen zu haben, subventioniert haben in diesem Fall alleine wir Verbraucher.

Viele Beispiele aus dem Buch sind dem aufgeklärten CSA’ler sicherlich schon bekannt: die Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum und Gen-Soja, die Tatsache, dass viele Länder der „Dritten Welt“ Nahrungsmittel exportieren müssen um ihre Schuldenlast zu begleichen, während dort zugleich die Menschen hungern, oder dass es unökologisch ist, im Frühling Äpfel aus Neuseeland zu kaufen. Aber in dieser geballten Zusammenstellung, unterstrichen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, historischen Rückblicken und immer wieder Verweisen auf den Weltagrarbericht ist dieses Buch mehr als lesenswert.

Gegen Ende des Buches macht Tanja Busse dann auch Mut und zeigt Alternativen auf. CSA ist eine. Eine in der wir bewusst den Schritt zur Ernährungssouveränität gehen. Wir wollen ein Stück aussteigen und mehr als nur gesunde Lebensmittel haben. Wir wollen verstehen. Verstehen wie die Zusammenhänge sind und einen Prozess unterstützen, der laut Weltagrarbericht notwendig ist, um künftig die Ernährung aller Menschen sicherzustellen: eine regionale, ökologische und multifunktionale Landwirtschaft.

Dienstag, 5. April 2011

SEKEM Geschäftsführer in U-Haft

Helmy Abouleish, Geschäftsführer von SEKEM im Ägypten befindet sich seit dem 29. März in Untersuchungshaft. Im Zuge der aktuellen Aufarbeitung der ägyptischen Vergangenheit wird Helmey Abouleish die enge Zusammenarbeit mit den staatlichen Institutionen Ägyptens zum Verhängnis. Bis auf Weiteres übernimmt nun Dr. Ibrahim Abouleish, Gründer von Sekem und Träger des Alternativen Nobelpreises die Geschäftsführung von SEKEM. Im folgendem Brief fasst Helmey Abouleish die ihm zu Last gelegten Vorwürfe zusammen. Hoffen wir mal, dass er es schafft die Vorwürfe zu entkräften und dass auch im neuen Ägypten SEKEM und die Arbeit der Familie Abouleish als positive Bereicherung des Landes verstanden werden kann. Die Facebook-Seite von Sekem berichtet regelmäßig über Neuigkeiten.

Liebe Freunde, 30. März 2011

Nun ist leider doch passiert, was ich nicht in meinen schlimmsten Alpträumen, nach allen Beratungen mit meinen Anwälten, und schon gar nicht nach den positive Verhören mit den Experten, die meinen Fall geprüft haben, erwartet habe. Ich muss nun – in Untersuchungshaft – die weiteren Verhöre mit dem Staatsanwalt machen.

Ich war in drei Punkten verhört worden:
  1. Die direkten Auftraege, die ich – zusammen mit meinen Kollegen – in meiner Position beim IMC an internationale Beratungsfirmen vergeben hatte. Ich wurde beschuldigt, 27 Millionen Pfund unrechtmäßg ausgegeben zu haben. Dieser Punkt wurde nach allen Verhören als unbegründet abgeschlossen und zu den Akten gelegt.
  2. Ein Prozess, durch den Sekem an das Food Technology Center ein Gebäude vermietet hat, in den das FTC heute eine Kräuterdesinfektionsanlage betreibt, wurde als nicht transparent bezeichnet. Es wurde behauptet, dass dies zur Veruntreuung eines Gerätes mit einem Wert von 1 Millionen Euro geführt habe. Auch dieser Punkt wurde als unbegründet zu den Akten gelegt.
  3. Es wird behauptet, dass ich nicht das Recht gehabt haette, nach Ende meiner Zeit als IMC Executive Director, als Mitglied des IMC Councils Fördergelder des IMC fuer Dienstleistungen an Sekemfirmen in Anspruch zu nehmen. Das gleiche gilt übrigends für den ehemaligen Industrieminister Rashid und meinen Freund Adham Nadim, der auch im IMC Council war, obwohl wir nachweisen konnten, dass dies nach dem Manual of Procedure des IMC zulässig war. Zusätzlich konnten wir ein rechtliches Gutachten von einem staatlichen Rechtsberater vorweisen, das dies als zulässig bezeichnet, und alle unsere Verträge und Zahlungen wurden von internen Kontrollen sowie von zwei externen Kontrollstellen geprüft. Abgesehen davon hat auch die EU, die den größten Teil des IMC Budgets zur Verfügung gestellt hat, dieses Vorgehen geprüft und akzeptiert.

Alles obige nutzte nichts, offensichtlich wollen die Behörden unter allen Umständen Exminister Rashid und uns anklagen! Auf alle Fälle sind meine Anwälte immer noch sicher, dass auch dieser Punkt beim Staatsanwalt oder im Gericht als unbegründet abgewiesen wird.

Ich bin ganz sicher, dass alles,was ich beim IMC gemacht habe, rechtmäßig und transparent war. Nun hoffe ich, dass wir das so schnell wie möglich beweisen können, und ich wieder mein normales Leben führen kann.

Bis es soweit ist, muss ich nun wohl einen "Zwangsurlaub" nehmen. Ich werde aber auch den Urlaub nutzen, um die Dinge, die mir am Herzen liegen, weiter zu verfolgen, und noch mehr über die vielen Themen die mir wichtig sind zu lernen!

Ich freue mich schon bald wieder mit Euch unsere gemeinsamen Ziele weiter zu bearbeiten! Bis dahin wünsche ich Euch alles Gute, Gottes Beistand, und verbleibe, immer an Euch denkend,

Helmy

Montag, 21. März 2011

KORKKampagne

Korken sammlen, beim NABU Hamburg abgeben, ab damit in die Winterhuder Werkstätten, Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose schaffen, Dämmgranulat aus den Korken herstellen, mit dem Erlös aus dem Verkauf dieses Öko-Baustoffs ein Kranichschutzprojekt in einem spanischen Korkeichengebiet unterstützen - das klingt doch nach einer ganz runden Sache, oder? Dachte ich mir auch, und deshalb möchte ich gerne die KORKKampagne des NABU Hamburg unterstützen. Habe deshalb eine Sammeldose am Hofdepot hingestellt, Suna und Charlotte haben ein Infoschild dazu gemalt und jetzt müsst ihr bitte alle Wein trinken und die Korken in die Dose schmeißen.

Freitag, 18. März 2011