Dienstag, 7. Februar 2017

Hofbrief: KW 6


Der eine oder andere Sonnentag hat schon warme Stunden gebracht und doch hat der Winter noch die Oberhand. Obwohl auch wir die warmen Tage schon sehnlichst erwarten, können wir auch dem Frost etwas Gutes abgewinnen. Die Felder und Wiesen erholen sich spürbar. Der Ackerboden krümelt schön zur ersten Bestellung im März. Die Arbeit beim Heckenschnitt, bei der Brennholzwerbung oder beim Streuen von Kompost geht bei frostigem Wetter leichter von der Hand.
Der Mitmachtag „Heckenpflege“ am vergangenen Samstag hat bei schönstem Winterwetter immerhin 10 Teilgeber auf den Hof gelockt. Mit Hilfe zweier Motorsägen und vieler, vieler Hände in dicken Lederhandschuhen konnten wir auf einer Länge von ca. 400m eine Dornenhecke zurückschneiden um stellenweise 5m Breite, die sie über den ursprünglichen Zaun gewuchert war.
Die Lammsaison verläuft in diesem Jahr besonders ruhig, es gibt kaum Komplikationen bei den Lammungen; die meisten Mutterschafe und ihre Lämmer sind wohlauf.
Wir führen das u.A. auf die konsequente Heufütterung in der Winterstallsaison zurück – Heu ist besonders wiederkäuergerecht und fördert somit die Gesundheit der Tiere.
Die Vielfalt im Gemüsesortiment nimmt jetzt spürbar ab. Einige Sorten wie Chinakohl, Radicchio oder Schmelzkohlrabi haben die Grenze der Haltbarkeit erreicht. Bei Kartoffeln und Möhren kooperieren wir traditionellerweise mit unserem Naturland-Nachbarn Heiner Wening und dem biodynamischen Knollmannshof. Dort gab es im letzten Jahr wegen zu viel Regen im Juni und zu wenig Regen im restlichen Sommer erhebliche Ernteausfälle. Die Vorräte sind schon jetzt aufgebraucht. Da wir aber nicht auf diese beiden Grundnahrungsmittel verzichten wollen, werden wir in der nächsten Zeit die CSA-Anteile mit Bio-Kartoffeln von einem regionalen Anbauer und Möhren vom Bio-Großhandel ergänzen.
Jetzt erweist es sich sehr zum Vorteil, dass unser Hof neben dem Gemüseanbau auch auf die Tierhaltung setzt: Im zeitigen Frühjahr ist die Gemüseauswahl gering („Saure-Gurken-Zeit“), die Milch wird aber wieder mehr und die Milchprodukte somit vielfältiger. Außerdem sind die Lämmer vom letzten Jahr jetzt ausgewachsen und liefern nach und nach vorzügliches Fleisch.
Vielleicht passt es ja auch ganz gut zum Winter, mehr tierische Lebensmittel zu essen. Die Vorfreude auf das frische Grün des Frühlings ist dann umso größer. Die ersten Salate und Kohlrabi sind bereits gesät, Samstag folgt die Radieschenaussaat.

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