Montag, 7. März 2011

Saisonauftakt bei Ortoloco in Zürich

... als wir am 19. Februar die Spatenbrigade ausriefen: Über 70 Genossenschafterinnen und Freunde von Ortoloco schwangen den Spaten im Takt des Aliev Bleh Orkestar.

Sonntag, 6. März 2011

Liebe CSA'ler ...

Für die Mitglieder der Wirtschaftsgemeinschaft gibt es jede Woche einen kleinen netten Brief vom Hof. Ich finde es schade, dass diese Briefe zuweilen ein wenig untergehen und eigentlich auch viel zu kurzlebig sind - gäben Sie doch über Jahre hinweg ein wunderbares Bild von der Erntesituation zu bestimmten Jahreszeiten, aber auch über die Entwicklung auf entrup119 ab. Ich habe mir daher vorgenommen diese Briefe fortan in unregelmäßigen Abständen einzusammeln und hier zur veröffentlich. Der folgende ist vom Freitag, den 4. März 2011.

Die vergangenne Woche brachte viele sonnige Tage mit kalten und klaren Nächten. Die Tage sind mittlerweile deutlich länger; das viele Licht wirkt sich positiv auf die Stimmung aus.

Das Lagergemüse ist am Dienstag zu Ende gegangen, nur von der Roten Bete sind immer noch große Bestände vorhanden. Porree und Feldsalat ernten wir frisch, sie wachsen aber noch nicht so schnell nach.

Für die kommende Gemüsesaison haben wir schon viel vorbereitet und ausgesät, Fensterbänke und Frühbeete sind voll mit Jungpflanzen von aubergine und Paprika, Porree, Zwiebeln, Salat und Kräutern.

Die letzten Tage vom Februar konnten wir noch für Heckenschnitt und Kopfweidenpflege nutzen - geflegte Gehölze bereichern die biologische Landwirtschaft als Wohnort für Nutzinsekten und Vögel. Wenn man sich jetzt raus über unsere Kulturflächen begibt, kann man sich sehr an vielfältigem Vogelgesang und den schwellenden Knospen der Sträucher erfreuen.

Heute gibt es für jeden von euch ein Glas Marmelade aus Quitte und natürlich wieder Käse aus der Milch unserer fleißigen Schafe: die ersten Camembert und Feta sind gereift!

Eine schöne Karnevalszeit wünschen die Entruper

Freitag, 4. März 2011

CSA Hof Pente Blog: Buchempfehlung

CSA Hof Pente Blog: Buchempfehlung: "Nikolai Fuchs: Es geht auch anders - Ein nachhaltiger Lebensstil ist möglich - das Beispiel Landwirtschaft ..."

Film: CSA in Tangsehl

Vom Demeter Hof Tangsehl zwischen Lüneburg und Wendland gibt es einen schönen Film mit glücklichen Kühen, glücklichen Landwirten und glücklichen CSA'lern. Klasse!

Donnerstag, 3. März 2011

Gentechnik im Saatgut

Schritt 1 ist abgehakt.
Die EU-Kommission hat erst kürzlich mit den Stimmen Deutschlands entschieden, dass eine gewisse Verunreinigung von Futtermitteln mit nicht zugelassenen Gentechnik-Konstrukten erlaubt ist. Damit hat man die bisherige Nulltolleranz-Regelung beerdigt.
Jetzt kommt Schritt 2: das Saatgut.

Der Agrarausschuss des Bundesrates hat auf seiner Sitzung am 28. Februar einen Entschließungsantrag angenommen, der die Bundesregierung auffordert durch "Verwaltungsvorschrift eine für alle Wirtschaftsbeteiligten praktikable technische Lösung für die Nulltoleranz bei Saatgut baldmög­lichst zu definieren". In der Begründung der Länder Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein heißt es dazu:

Der weltweit steigende Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und eine zunehmende Globalisierung des Handels erhöhen die Wahrscheinlichkeit von unbeabsichtigten und technisch unvermeidbaren GVO-Spuren in Saatgut. Für Saatgutfirmen und Verbraucher ist ein reproduzierbarer und damit sicherer Nachweis von GVO im Rahmen der eigenen Qualitätskontrolle schon aus statistischen Gründen mit den derzeitigen Prüfplänen nicht möglich. Somit sind zufällige Funde durch nachfolgende staatliche Kontrollen auf GVO nicht zu vermeiden und können zu gravierenden haftungsrechtlichen Problemen führen. Die Agrar- und Ernährungsbranche benötigt daher klare gesetzliche Regelungen, die die Rechtssicherheit für alle Bereiche der Warenkette von Saatgut erhöht.

Was da im verklausuliertem Politiker-Deutsch steht, ist nichts weniger als die vollständige Kapitulation vor den Saatgutmultis: wir können eine Verunreinigung nicht mehr verhindern und müssen die Industrie vor Klagen der Verbraucher schützen. Da fragt man sich doch, ob die Politik immer noch nicht mitbekommen hat, dass die Mehrheit der Bevölkerung Gentechnik im Essen entschieden ablehnt.

Die Reinhaltung des Saatgutes ist zwingend notwendig. Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung. Jede gentechnische Verunreinigung von Saatgut muss verhindert und kontaminiertes Saatgut unverzüglich aus dem Verkehr gezogen und gegebenenfalls zurückgerufen werden. Die Kosten dafür sind vollständig von den Unternehmen zu tragen, die eine solche Verunreinigung absichtlich oder unabsichtlich verursachen.

Weitere Infos hierzu und zum Thema gentechnikfreies Saatgut im Allgemeinen gibt es auf der Website von "Save Our Seeds".

Dienstag, 1. März 2011

CSA heisst jetzt "Solidarische Landwirtschaft"

Schade. Ich hatte mich so richtig an "CSA" gewöhnt. Ein echter deutscher Begriff, kantig und einfach auzusprechen: Ce-Es-Ah!, da weiß jeder, was gemeint ist - zumindest jeder in Münster - na gut, fast jeder. Verständlich, wenn man das ausspricht wie die Norddeutschen vom Buschberghof: Si-Äs-Ey - dann wird's seltsam angelsächsisch. Das will keiner, kann keiner verstehen, will man auch nicht schreiben. CSA ist in Wirklichkeit auch keine Abkürzung, sonst wäre ja ein Punkt dahinter oder dazwischen. Und wenn doch, dann ist "Community" urdeutsch, mindestens. Und jeder weiß, was das ist. Ich bin überall online in irgendwelchen Communities und wenn ich nicht weiter weiß, brauch ich halt Support von einer Hotline. Und agri cultura? Das ist ganz alt. Damals im alten Rom gehörte Ackerbau und Kultur noch zusammen. Heutzutage denkt man ja nur noch "wirtschaftlich", macht Land zum Wirtschaftsträger und packt zum Schluss noch die ganze Gülle drauf. Nee, CSA ist prima - aber nur, wenn man es macht wie wir Münsteraner ;-)

Nachtrag: Auf der Suche nach einem kommunizierbaren deutschen Begriff für "CSA" hat sich die CSA-Bewegung am 28. Februar 2011 in Kassel auf "Solidarische Landwirtschaft" für unsere spezifische Art der Zusammenarbeit zwischen Verbrauchern und Landwirten geeinigt. Der Begriff sucht die Nähe zur übergreifenden "Solidarischen Ökonomie" und funktioniert auch ohne großartige Erläuterung. Ich finde ihn gut!

ÖKO-TEST macht CSA bekannt

Die Geschäftskundenzeitung "Markt & Medien" aus dem ÖKO-TEST Verlag berichtete bereits im Dezember in einem einseitigen Beitrag (PDF, 270 KB) über CSA. Jetzt ist der Artikel auch nochmal in der Online-Ausgabe von ÖKO-TEST unter dem Titel "Die etwas andere Bio-Landwirtschaft" in der Rubrik "Ernährung / Essen / Trinken" erschienen. Es ist schön zu sehen, wie sich die CSA so langsam in den Mainstream wuselt und wie ich gestern erfahren habe, gibt es bei einigen CSA-Höfen - sorry, Namensänderung! - bei Höfen der solidarischen Landwirtschaft - inzwischen Wartelisten!