Mittwoch, 27. April 2011

Brücke über den Fluss

Eine Brücke über die Gräfte hinter dem Haupthaus rüber zum Pappelacker, so dass die Besucher des Ostercafes nicht im großen Bogen laufen müssen - das war der Plan am vergangenen Samstag. Und auf so einem Hof liegen halt auch mächtige EIchenbalken einfach so in der Gegend rum und Bretter fanden sich auch ausreichend und ein Trecker war tatsächlich auch aufzutreiben :). Das Ergebnis ist doch einfach nur schön, finde ich. Dank an die starken Männer Kenneth, Thorsten und Jörg.

Montag, 25. April 2011

Rucola, oder Rucola, oder doch Rucola?

Wir kommen wohl nicht umhin in unserem Gemüselexikon die wissenschaftlichen Namen einzuführen.

Bei meinen Recherchen im Internet bin ich auf ziemlich viele unterschiedliche deutsche Namensgebungen für die verschiedenen Sorten gestoßen. Vor allem beim Rucola ist es mir nun aufgefallen.

Was in dem einem Internetlexikon als "Wilde Rauke" bezeichnet wird, heißt im anderen "Weg-Rauke". Genauso wie bei Portulak. Dort gibt es große Verwirrung zwischen Sommerportulak, Winterportulak und wie er noch so heisst. Dass das tatsächlich unterschiedliche Arten sind, scheinen die wenigsten Lexika zu wissen, da tauchen bei mehreren Lexika unter einem Bild einer Portulaksorte sämtliche bekannte Artennamen vom Portulak auf.

Wer soll denn da wissen, welche Sorte nun gemeint ist? Deswegen müssen wir wohl die wissenschaftlichen Namen bei den Gemüse-, Kräuter- oder Obstsorten mit in unser Gemüselexikon aufnehmen, da wo es Sinn macht um eine eindeutige Zuordnung zu erhalten, bzw. dort wo sich die Geister im Internet scheiden. Da wir unsere Beschreibungen auf unsere Beürfnisse zugeschnitten haben und verstänldicherweise nicht zu jedem Gemüse die sämtliche botanische Systematik hinzufügen wollen, kann jeder, der sich selber im Internet mehr Informationen zu der Gemüseart zusammen suchen möchte sich nun an den eindeutigen botanischen Namen orientieren.

Bei der botanischen Systematik und der Namensvergebung halte ich mich an das größte Open-Source Lexikon. Ich weiß, dass dort auch nicht alles richtig sein kann, vermute zumindest aber, dass die Wahrscheinlichkeit dort von Fehlern geringer ist durch die offenen Zusammenarbeit von vielen Redakteuren, als bei Gemüselexika, die von nur sehr wenigen Redakteuren betreut werden.

Montag, 18. April 2011

Ostern...



.... auf entrup 119

Der Frühling ist da. Überall sprießt und grünt es auf dem Hof. Osterglocken, Schlüsselblumen, Magnolien und viele andere Blumen und Bäume blühen bereits. Und sogar der Osterhase wurde schon gesichtet! Seine Botschaft:

"Kommt zum

Oster-Hofcafe am Sonntag, den 24. April!"

Wir möchten alle CSA-Mitglieder und ihre Familien, Nachbarn, Freunde, Arbeitskollegen aber auch CSA-Interessenten und natürlich alle Freunde des Hofes ganz herzlich einladen zum Ostercafe.

Das Programm:

· ab 15 Uhr Kaffee, Tee und leckeres Kuchenbuffet

· 17 Uhr Osterspaziergang für Klein und Groß

· ab 19 Uhr gemeinsames Grillen

· sobald es dunkel wird zünden wir das Osterfeuer an und lassen den Ostersonntag gemütlich ausklingen

Für das nachmittägliche Kuchenbuffet bitten wir um Kuchenspenden! Das Abendessen (Grillfleisch, Salate) wird zum Selbstkostenpreis vom Hof organisiert.

Der Neue Schafstall - Erster Teil






Es ist Samstag 14.April 2011 19:00.

Ein Tag Sonne pur auf Entrup.

Marianne, Carola, Dirten, Susanna, Michael, Kenneth, Werner, Nolten, Rainer, Jörg sind sichtlich geschafft – und ein Bischen stolz auf die geschaffte Arbeit des Tages.

Die ersten Schritte unseres Marsches für den neuen Schafstall sind getan! Drei Bäume sind gefällt, zu Brennholz und Osterfeuer entsorgt. Das Gehege der neuen Schweine von alten Baumstämmen und Ästen befreit. Der herumliegende Bauschutt verladen und zum Abtransport umgelagert.

Uff! Der erste Teil vom Bauplatz des neuen Schafstalls ist bereit.

Die Hof- und Gastkinder werden sich in dreißig Jahren vielleicht an diesen Tag erinnern, wenn der „Neue Schafstall“ dann der „Alte“ ist….

Samstag, 16. April 2011

Grüne Blattgemüse-Torte mit Stielmus, Mangold und Rucola

Eigendlich kenne ich dieses Gericht nur mit Spinat, meine Mutter hat das immer gemacht, und wir lieben es heiß und innig. Da nun aber im Moment noch keine Spinat-Saison ist, kann man diese Blätterteigtorte auch hervorragend mit anderem grünen Blattgemüse zubereiten!


Zutaten:
1 Pkg. Tiefkühlblätterteig
1,5 - 2 kg grünes Blattgemüse wie Stielmus, Mangold oder Blattspinat. Gerne auch gemischt.
1 Handvoll Rucola
1 Bund Petersilie
1 Zwiebel
1-2 Knoblauchzehen
1 Ei
500 g Topfen
geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

Zubereitung:
Den Blätterteig nimmt man am besten schon 1 Stunde vorher aus der Packung und lässt die einzelnen Platten langsam auftauen. Eine runde Tortenspringform (ca. 26 cm Durchmesser) mit Butter einfetten und bemehlen. Den Ofen kann man schon auf 180 Grad vorheizen. Das grüne Blattgemüse in einem großen Kochtopf in heißem Salzwasser nur für 5 Minuten blanchieren, danach das Gemüse herausnehmen und gut abtropfen lassen.

In der Zwischenzeit die Zwiebel und den Knoblauch schälen, mit der kleingeschnittenen Petersilie in einer großen Pfanne gut andünsten. Das abgetropfte Blattgemüse auf einem Brett klein schneiden und mit in die Pfanne geben. Das ganze scharf andünsten, mit den Gewürzen abschmecken. Am Schluß noch die handvoll Rucola klein schneiden und mit in die Pfanne geben.

Nun in die Springform den Blätterteig legen. Ich nehme für den Boden immer zwei Platten, für den Rand walze ich zwei in die Länge. und die 5. Platte walze ich als Deckel dünn. Zunächst aber nur Boden und Rand verlegen und die Springform befüllen: Zuerst die grüne Blattgemüse-Pfanne, dann ein bischen geriebener Käse, dann die 500 g Topfen darüber streichen und als letztes noch mal mit dem Käse bestreuen. Darüber dann den Blätterteigdeckel legen und den Rand auf den Deckel drücken.

Mit dem verquirlten Ei die Torte bestreichen und mit der Gabel mehrmals einstechen. Die Blätterteigtorte kann nun ca. 45 Minuten auf mittlerer Schiene im Ofen backen.

Wer im Moment nichts von dem Gemüse frisch zur Hand hat, der kann zur Not Tiefkühl Blatt- oder Rahmspinat verwenden.

Am besten passt dazu ein frischer grüner Salat aus Pflücksalat mit Schnittlauch und Rucola.

Guten Apetit!

Freitag, 15. April 2011

„Die sehen ja aus wie echt!“

„Die sehen ja aus wie echt!“, mit diesem Ausruf zitiert Tanja Busse in ihrem Buch „Die Ernährungsdikatur“ einen erstaunten Schuljungen, der auf einem Bauernhof erstmals Kartoffeln aus dem Boden zieht. „Die sehen ja aus wie echt“ – ein offensichtliches Verwechslungsspiel; was ist echt und was Replikat?

Schonmal vormerken: Tanja Busse hält am 8. Mai auf Entrup 119 einen spannenden Vortrag!

Seit den 80er Jahren findet ein zunehmend rasanter Entfremdungsprozess von den tatsächlichen Lebensmitteln statt, bei dem inzwischen mehr das Mindesthaltbarkeitsdatum zählt als Geschmack und innere Werte. In dem eine Plastiktüte mit der Aufschrift „Feinschmecker“ appetitanregend ist. Die Reduktion von Nahrungsmitteln – ich schreibe hier bewusst nicht von Lebensmitteln – auf Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe und das vermeintlich „gesunde“ führte in eine von der Nahrungsmittelindustrie mitverursachte ökologische und gesundheitliche Katastrophe.



Einer Milliarde hungernder Menschen steht eine Heerschar von 1,6 Milliarden übergewichtiger entgegen. Jedes Kind weiß heutzutage über die gesundheitlichen Vorzüge von Frühstückscerealien und futtert zugleich eine gefährliche Mixtur aus Mais, Zucker, Glukosesirup und der üblichen Palette der Zusatzstoffe von Emulgatoren, Antioxidationsmitteln, Säurungsmitteln, künstlich hinzugefügten Vitaminen und Eisen. Von Kindheit an geschmacklich abgerichtet auf Aromastoffe und Zucker wirkt plötzlich das natürliche ganz unnatürlich. Die echte Kartoffel wird zum Sonderfall, der butteraromatisierte Kartoffelbrei zum Standard. Dabei ist das Muster ganz klar: billigste, in Massen herstellbare und den Lebensmittelkonzernen Rendite versprechende Zutaten werden mit Emotion aufgeladen und via Supermarkt auf den Tisch gebracht – oder ans Sofa. Hierbei ist kein Platz für „kritische“ Produkte, die den Konsumenten zum Nachdenken bewegen. Fleisch mit der Aufschrift „ohne Gentechnik“ wird nicht gelistet. Verzichtet der Hersteller, kommt es ins Programm von Rewe, Aldi und Co.

Tanja Busse zeigt im Laufe des Buches eine Reihe von Zusammenhängen auf, die auf dem ersten Blick nicht offensichtlich sind. Warum müssen Menschen in Afrika hungern, wenn wir in der Mensa Hähnchenbrustfilet essen? Nicht in etwa, weil die Hühner so viele Körner fressen. Nein, weil ein Hähnchen eben nicht nur aus Brustfilet besteht, sondern auch Flügel und Beine hat. Die mag aber hier keiner essen – und so werden die „Hühnerreste“ nach Afrika verschifft und mangels Kühlkette halb aufgetaut auf den dortigen Märkten verkauft. Und das zu Preisen, die unter den afrikanischen Erzeugerpreisen liegen, die Hühner sind ja bereits über die teuren Hähnchenbrustfilet bezahlt. So braucht nicht einmal die EU ein schlechtes Gewissen zu haben, subventioniert haben in diesem Fall alleine wir Verbraucher.

Viele Beispiele aus dem Buch sind dem aufgeklärten CSA’ler sicherlich schon bekannt: die Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum und Gen-Soja, die Tatsache, dass viele Länder der „Dritten Welt“ Nahrungsmittel exportieren müssen um ihre Schuldenlast zu begleichen, während dort zugleich die Menschen hungern, oder dass es unökologisch ist, im Frühling Äpfel aus Neuseeland zu kaufen. Aber in dieser geballten Zusammenstellung, unterstrichen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, historischen Rückblicken und immer wieder Verweisen auf den Weltagrarbericht ist dieses Buch mehr als lesenswert.

Gegen Ende des Buches macht Tanja Busse dann auch Mut und zeigt Alternativen auf. CSA ist eine. Eine in der wir bewusst den Schritt zur Ernährungssouveränität gehen. Wir wollen ein Stück aussteigen und mehr als nur gesunde Lebensmittel haben. Wir wollen verstehen. Verstehen wie die Zusammenhänge sind und einen Prozess unterstützen, der laut Weltagrarbericht notwendig ist, um künftig die Ernährung aller Menschen sicherzustellen: eine regionale, ökologische und multifunktionale Landwirtschaft.

Donnerstag, 14. April 2011

Rauke, Rucola oder doch Stielmus?

Schon wieder, in meinem Kühlschrank befindet sich undefinierbares Grünzeug. Eines kenne ich, den Rucola! Tja, aber bei meiner Recherche im Internet hat sich einiges Interessantes aufgetan. Vom Rucola, oder auch bekannt als Rauke, gibt es drei Arten aus zwei Gattungen. Und alles heißt im Volksmund irgendwie Rucola. Die Rucolasorte, die sich im Moment in meinem Kühlschrank, eingekuschelt in einem Stück Zeitung befindet, heißt eigentlich anders, und zwar: "Schmalblättriger Doppelsame" - aha! Aber besser bekannt wohl als die "Wilde Rauke".

Aber was hat das nun mit Stielmus zu tun? Nichts denkt sich da mancher! Weit gefehlt! Beide sind Kreuzblütengewächse und sich sogar ähnlicher als man denkt! Beide haben den Stoff "Senfölgöycoside" in sich und auch vom Aussehen könnten sie fast zum Verwechseln sein!

Die Wilde Rauke ist aber schmaler im Blatt, kleiner und eher dunkelgrün, das Stielmus, auch bekannt als Rübstiel, ist eher grün bis hellgrün, und das Blatt insgesamt länger und breiter.

Wer noch genaueres über die beiden verwandten Blattgemüse lesen möchte, ich habe unser Gemüselexikon um die wissenswerten Fakten der beiden Gemüse erweitert!

Gemüselexikon: Rucola / Wilde Rauke
Gemüselexikon: Stielmus / Rübstiel

Und wer sich wundert, dass Rucola und Stielmus verwandt sind, der kann sich noch mehr überraschen lassen! Hier ist eine Auflistung der Gemüsesorten (im Moment nur die Arten, die auch im Detail beschrieben sind) nach ihrer Familienzugehörigkeit sortiert!

Gemüselexikon: Nach Familienzugehörigkeit sortiert