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Donnerstag, 8. Februar 2024

100 Jahre Biodynamisch

100 JAHRE BIOLOGISCH-DYNAMISCHE BEWEGUNG

Von Michael Olbrich-Majer, Demeter e.V.

Abnehmende Fruchtbarkeit, schlechtere Lebensmittel – die anthroposophischen Landwirte, die 1924 Rudolf Steiner um eine Vortragsreihe im schlesischen Schloss Koberwitz gebeten hatten, wollten Anregungen für eine bessere Landwirtschaft. Noch während des Kurses gründeten sie einen Versuchsring – Vorläufer aller heutigen Demeter-Organisationen.

Steiners Ideen zur Landwirtschaft wurden rasch an verschiedenen Orten in Mitteleuropa, aber auch in Übersee praktiziert und beforscht. Seit 1927 verwenden die Pioniere den Begriff „biologisch-dynamisch“ für die Methode und ab 1928 kennzeichnet die Demeter-Marke das so Erzeugte. 1941 wurden die biologisch-dynamischen Organisationen vom NS-Regime verboten.

Nach dem Krieg bauten in Deutschland ein paar Dutzend Betriebe und Aktivisten die biodynamische Arbeit wieder auf. 1957 waren es bereits knapp 100 anerkannte Demeter-Betriebe. Um den noch jungen und umstrittenen Ökolandbau zu erforschen, gründeten Schweizer Demeter-Bauern mit anderen 1978 ein Forschungsinstitut, das FiBL, an dem u. a. ein Langzeitversuch zeigen soll, was Bio kann: Im Vergleich zwischen dynamisch, organisch und konventionell erweist sich biodynamisch als das Beste für den Boden (u. a. publiziert in Science 296, 1694–1697: Mäder, P. et al. [2002]: Soil fertility and biodiversity in organic farming). Auch an weiteren biodynamischen Institutionen wird wissenschaftlich gearbeitet, teils zusammen mit Universitäten.

Bio heißt Bildung – in den Siebzigerjahren werden in Deutschland zwei biodynamische Landbauschulen gegründet, 1983 folgt eine eigenständige regionale Ausbildung für Lehrlinge auf Demeter-Höfen, auch in anderen Ländern entstehen biodynamische Ausbildungsstätten. In Indien und Ägypten stärkt die biodynamische Methode auch Kleinbauern. Die Demeter-Bewegung, von Anfang an international aufgestellt, gründet 1997 einen internationalen Dachverband mit 19 Landesorganisationen.

Bio braucht neben Forschung, Ausbildung und dem Entwickeln guter Lebensmittel auch eine eigene Züchtung, denn Pflanzensorten und Tierrassen sollen zur unkonventionellen Wirtschaftsweise passen. Züchter und Gärtner sind da bereits aktiv, 2010 unterstützt der Demeter-Verband die biodynamischen Pflanzenzüchter mit einer eigenen Richtlinie. Um die Öko-Tierzucht auf den Weg zu bringen, gründet Demeter mit Bioland die ökologische Tierzucht gGmbH, die neben der Zucht eines Zweinutzungshuhns auch die ökologische Rinderzucht verfolgt.

2024 arbeiten weltweit – von Peru bis Japan, von Norwegen bis Australien – in 57 Ländern ca. 6.500 landwirtschaftliche Betriebe auf zusammen über 200.000 Hektar, dazu kommen etwa 2.500 Demeter-Mitglieder aus Verarbeitung und Handel.


Dienstag, 22. Dezember 2015

Hofbrief: KW 52


Das ist er nun, der letzte Hofbrief in diesem Jahr.
Wir hoffen Euch mit dem allwöchentlichen Brief einen zusätzlichen Einblick in das Geschehen auf Eurem Gärtnerhof Entrup ermöglicht zu haben – ob klassisch schwarz auf weiß oder neu ab diesem Jahr auch online unter
entrup119.blogspot.com.
Wir blicken auf ein recht erfolgreiches Jahr zurück – ausreichende Gemüseernte, gute Apfelernte, positive Entwicklung in der Schafhaltung mit der neuen Heutrocknungsanlage; ein gut besuchtes Hoffest im Frühling und eine herzliche Erntedankfeier; die Jäte-, Sauerkraut- und Apfelsamstage, die Ihr ermöglicht habt... – und möchten uns dafür herzlich bedanken.
Im kommenden Jahr
erwarten uns neue Herausforderungen: Neubau- und Renovierungsarbeiten im Wohnbereich sind lange überfällig; die wirtschaftliche Situation unserer Genossenschaft muss sich weiter verbessern; die Arbeitsstellen in Bäckerei und Käserei sind noch nicht definitiv besetzt.
2016 ist für uns ein
Jubiläumsjahr. Die Initiative Entrup 119 e.V. wird 20 Jahre alt, der Hof ist bereits 25 Jahre Mitglied im Demeter-Verband und somit in biologisch-dynamischer Bewirtschaftung. Ein Grund zum Feiern, aber auch ein Ansporn, um die Herausforderungen anzunehmen und „Entrup 119“ auch für die nächsten 25 Jahre als Gemeinschaftshof weiterzuentwickeln.
Am 19. Dezember wurden alle Schafe geschoren.
Die Schafschur findet schon seit Jahren im Dezember statt. Nachteil ist, dass die Tiere ca. zwei Wochen im Stall bleiben müssen, bis die wärmende Wolle ausreichend nachgewachsen ist. Es gibt aber mehrere Vorteile: Die Schur ist für die Tiere mit Stress verbunden; schert man sie im Frühjahr, geht die Milchmenge für einige Wochen stark zurück. In der melkfreien Zeit umgeht man dieses Problem. Außerdem ist es zur Lammzeit im Bedarfsfall leichter, Geburtshilfe zu leisten. Die Lämmer finden leichter zum Euter der Mutter.

Termine:

Samstag, 16. Januar: Mitmachtag auf dem Hof – Heckenschnitt und Aufräumen im Obstgarten
Samstag, 30. Januar, ab 18.00 Uhr: Benefizessen für die Initiative Entrup 119 e.V.