Freitag, 17. Dezember 2010

Einfach mal Gift ins Grundwasser ...

Im seinem Blog "Gegen Gasbohren ..." hat Mathias Elshoff aus Nordwalde kürzlich durchgerechnet, mit welchen Szenarien zu rechnen sei, wenn es bei uns wirklich zur Förderung von unkonventionellem Erdgas kommen sollte:
In halb NRW sind bereits Explorationsbohrungen möglich, weil die Landesregierung NRW im Jahre 2008 hierzu eine Erlaubnis erteilt hat. Das sind fast 18.000 qkm. Pro Quadratkilometer ist mit 6-7 Bohrungen zu rechnen. Wenn nach vorsichtigen Schätzungen nur ein 1/10 davon zum Fördergebiet erklärt würde, wären das ca. 7.000 Bohrungen. Pro Frack würden ca. 20 Millionen l Wasser verbraucht werden. Wahrscheinlich müsste 1 x pro Jahr erneut gefrackt werden, weil sich die Wege zur Förderquelle bereits nach kurzer Zeit zusetzen und eine Förderung sonst unwirtschaftlich wird. Das wären dann:
  • 140 Milliarden Liter Trinkwasser, die pro Jahr vernichtet werden würden.
Zusätzlich würden an Chemikalien in den Untergrund von NRW geleitet (laut Angaben aus dem ARD-Monitor-Beitrag):
  • 133 Millionen kg einer Ammonium-Verbindung,
  • 66,5 Millionen kg einer Petroleum-Verbindung und
  • 4,76 Millionen kg eines Biozids.
Wie kann die Firma Exxon und die Genehmigungsbehörden dann nur sagen: „Das Verfahren ist erprobt, es besteht keine Gefahr für unsere Umwelt“.

Liebe Bürger des Münsterlandes informiert euch im Vorfeld und sammelt Unterschriften gegen das Vorhaben der Gasfirmen. Uns hat Exxon bei der ersten Infoveranstaltung in Nordwalde versichert, dass sie nur dorthin gehen würden, wo sie auch willkommen geheißen würden.
Prima, das ist einfach: auf und unter Entrup 119 sind die Exxons schonmal nicht willkommen!

P.S. heute Abend (Freitag den 17.12.) findet um 19:00 in Nordwalde in der ev. Bildungsstätte ein Vortrag über das Fracking statt.

Kommentare:

  1. Es findet am 26. Januar um 19.00 Uhr in der Gaststätte Tiemann-Denker, Scheddebrock 46 in Nordwalde eine Info-Veranstaltung statt. Zu Gast ist der WDR-Journalist Jürgen Döschner zum Thema Fracking und Radioaktivität. Es lädt ein die Interessengemeinschaft Nordwalde "Gegen Gasbohren".

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  2. Ich bin jetzt mal misstrauisch: Allgemein wird ja der Vorstoß von Herrn Oettinger positiv bewertet, der nun prüfen lässt, ob die unkonventionelle Gassuche sich mit den EU-Umweltstandards überhaupt verträgt. Ich traue dem Braten nicht und nehme an, dass Oettinger und Co. eher vorauseilend Steine aus dem Weg räumen wollen, die den Energiekonzernen das Geschäft vermasseln könnten. Eine juristisch abgesegnete Prüfung ganz zu Beginn und unter Zeitdruck schafft vielleicht Realitäten, die es später noch schwerer machen, die Entwicklung aufzuhalten.

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